Iglinger Erfolgsgeschichte

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Bürgermeister Günter Först (Mittel) kümmert sich gern persönlich um seine Firmenkunden. Die Digitaldruckerei von Kurt Aloe (rechts) und seinem Sohn Dennis (links) ist die erste Firma, die ihren Betrieb im neuen Iglinger Gewerbegebiet bereits aufgenommen hat.

Igling – Wer von Kaufering aus nach Igling auf der Kreisstraße LL22 unterwegs ist, kann die Konturen des neuen Gewerbegebietes schon sehr gut erkennen. Die ersten Gebäude stehen bereits und es wird fleißig weiter gewerkelt und gebaut. Inzwischen sind 14 der 15 Grundstücke verkauft. Das letzte ist fest reserviert. Bürgermeister Günter Först ist vom Erfolg quasi überrollt worden.

Der Rathauschef kann erklären, warum das so ist. Natürlich spiele die verkehrstechnisch günstige Lage an der vierspurig ausgebauten B17neu eine bedeutende Rolle. Auch an die „Datenautobahn“ sei das Gewerbegebiet angeschlossen und verfüge über das „Schnelle Internet“. Noch wichtiger sei aber die Tatsache gewesen, dass interessierte Firmen schon in der Planungsphase ihre Wünsche nach Grundstücksgröße und Lage innerhalb des Gewerbegebietes anmelden konnten. So hat man bei Bedarf beispielsweise mehrere Parzellen zu einem Grundstück zusammenge- legt. Die Unternehmen erhielten damit ein nach ihren Wünschen und Anforderungen maßgeschneidertes Areal.

Vor fast genau einem Jahr konnte Iglings Bürgermeister die ersten Notarverträge abschließen. Damals waren gerade mal sechs der 15 Grund- stücke verkauft. Die Erschließungsmaßnahmen, Straßenbau, Wasser-, Kanal- und Gas- anschluss, waren anfangs nur für die Hälfte des Gewerbegebietes vorgesehen. Im Herbst 2014 musste dann alles ganz schnell gehen und das komplette Gebiet erschlossen werden. Die Nachfrage hatte Fakten geschaffen.

Einzig der Radweg zwischen Igling und Kaufering fehlt noch. Das hängt jedoch, wie im KREISBOTEN berichtet, mit der unerfreulichen Verschiebung des Brückenbaues über die Eisenbahnlinie Kaufering – Augsburg zusammen.

Wie viele Menschen nach der Fertigstellung des Gewerbegebietes dort einmal arbeiten werden, konnte Günter Först noch nicht beantworten. „Dazu müssen wir die Gewerbeanmeldungen abwarten“. Es gab im im vergangenen Jahr Schätzungen, dass es zwischen 50 und 80 Arbeitsplätze sind, die dort entstehen. Allerdings werden auch einige Iglinger Betriebe in das neue Gewerbegebiet umziehen.

Das erste und bisher einzige Unternehmen, das schon im neuen Areal arbeitet, ist eine Digitaldruckerei. Firmenchef Kurt Aloe und seine sechs Mitarbeiter sind gegenwärtig noch von vielen Baustellen umgeben. Einige seiner zukünftigen Nachbarn kennt er bereits und hofft auf eine gute Nachbarschaft. Die Firma hatte „aus Optimierungsgründen“ ihren Firmensitz aus Kaufering nach Igling verlagert.

Die Gemeinde Igling hat in das 5,6 Hektar große Gebiet rund zwei Millionen Euro investiert. Davon entfallen 1,3 Millionen auf Erschließungskosten und weitere 700000 Euro für Grundstückskäufe, Planungskosten und Ausgleichsmaßnahmen. „Insgesamt verlief die Planungsphase ohne Komplikationen“, sagt Günter Först. Lediglich die Regierung von Oberbayern habe man noch überzeugen müssen, um eine Ausnahme vom sogenannten „Anbindungsgebot“ zu bekommen. Dieses besagt, dass Gewerbegebiete an Siedlungen angebunden sein müssen. Die Beamten der Regierung hätten das Gebiet angesehen und sich dann auch überzeugen lassen, betonte Först.

Einige der Unternehmen werden aus Igling in das neue Gewerbegebiet umziehen, andere wurden angeworben, sagte Günter Först gegenüber dem KREISBOTEN. Zum Branchenmix gehört eine Maschinenbaufirma, eine Digitaldruckerei, produzierende Unternehmen und Handwerksbetriebe. Der Bürgermeister hofft, mit diesen Ansiedlungen das Gewerbesteueraufkommen seiner Gemeinde weiter zu steigern. Das betrug im vergangenen Jahr rund 250000 Euro. Insgesamt sind auf dem Gemeindegebiet 237 Gewerbetreibende angesiedelt. Größter Arbeitgeber ist weiterhin Regens-Wagner im Ortsteil Holzhausen.

Aufgrund der guten Vermarktungschancen denkt man natürlich in Igling auch daran, das Gewerbegebiet zu erweitern. Bürgermeister Först ist jedoch Realist und weiß um die Spekulation bei zukünftigen Baugebieten. „Wir können nur dann erweitern, wenn die Grundstückspreise realistisch sind. Sonst wird das für Firmen uninteressant."

Siegfried Spörer

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