Und jetzt erst mal seliges Nichtstun

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Neuer Rekord an der Freien Waldorfschule Landsberg: 21 junge Damen und Herren legte in diesem Jahr ihr Abitur ab, exktern, heuer am DZG.

Landsberg – „Nicht müde werden, sondern dem Wunder leise wie einem Vogel die Hand hinhalten“. Mit diesem Gedicht von Schriftstellerin Hilde Domin (1909–2006) hat Renate Föll, Betreuerin der Abiturklasse, die Abiturfeier an der Freien Waldorfschule eröffnet. 21 junge Damen und Herren bestanden das Abitur – eine Rekordzahl seit Bestehen der Schule.

Nach einem Jahr intensiven Lernens, bei dem man nicht habe müde werden dürfen, sei es nun an der Zeit, zu feiern, sagte Föll. Jedoch gelte es, im Leben nach dem Abitur immer offen für Neues zu sein. In diesem Sinn gab sie den Abiturienten Hilde Domins Gedicht auf den Weg. Lernen sei die prozesshafte Entwicklung des Menschen, er dürfe nie aufhören zu lernen.

Für die Eltern sprach Alexander Herrmann. „Ich stelle mir nicht mehr die Frage, ob diese Schule Euch gut auf das Leben vorbereitet hat, ich weiß es jetzt.“ Die Zeit des emsigen Lernens, der tiefen Erschöpfung, manchmal Verzweiflung und der Grenzerfahrung sei jetzt vorbei und dem seligen Nichtstun und nicht enden wollender Grillfeste gewichen. In den Elternhäusern sei der Silentium-Bereich aufgehoben, Musik und Staubsaugen wieder erlaubt. Herrmann dankte den Lehrern, die die Schüler auf das externe Abitur, heuer am DZG, vorbereitet hatten, „mit größtem Einsatz, auch an Samstagen“.

Dem Dank an die Lehrer und insbesondere an die Klassenbetreuerin schlossen sich die Abiturienten Franziska Nimmerfroh und David Meister an. Sie lobten auch die exzellente Klassengemeinschaft. „Wir haben alle immer an einem Strang gezogen, es gab keine Einzelkämpfer“, so Meister. Trotz der vielen Arbeit habe das Lernen aufs Abitur daher auch Spaß gemacht.

Dann kam der wichtigste Programmpunkt: die Übergabe der begehrten Abiturzeugnisse. Im Anschluss gratulierten die Schüler der 6. Klasse, die Patenkinder der Abiturienten, mit einem Blumengruß. Musiklehrer Wolfgang Ismaier am Klavier, Schüler David Sitzberger am Cello und der Oberstufenchor begleiteten die Abschlussfeier musikalisch. Mit dem irischen Reiselied „May the road rise to meet you“, das auch die Hoffnung auf ein Wiedersehen ausdrückt, wurden die Abiturienten entlassen.

Sibylle Reiter

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