Aktiver Förderverein

Hoffnung für den Landsberger Lechstrand

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Dr. Hans Ulrich Haase, Erich Schmid, Doris Baumgartl und Peter Pechold (von links) kümmern sich mit ihrem „Förderverein Lechufer und Strand beim Inselbad“ um die von vielen Bürgern gewünschte Aufkiesung.

Landsberg – Das dürfte sowohl den badenden Bürgern als auch  OB Mathias Neuner und seinem Kämmerer gefallen: Binnen weniger Tage kann die Stadt ohne eigene Kostenbeteiligung wieder einen zumindest teilweise aufgekiesten Lechstrand bekommen.

Zahlen müsste sie dafür nicht, der neu gegründete „Förderverein Lechufer und Strand beim Inselbad“ braucht lediglich noch die Durchfahrtsgenehmigung für das Inselbad. Die restliche Vorarbeit haben die Vereinsmitglieder um den Vorsitzenden Peter Pechtold geleistet.

Pechtold legt großen Wert darauf, dass man „gemeinsam mit der Stadt und für sie kostenneutral“ arbeiten wolle und macht den Landsberger Inselbad-Besuchern Hoffnung: „Unsere Kernaussage ist: Ein natur­- naher und gepflegter Strand ist zeitnah möglich.“ Um die Voraussetzungen zu schaffen, hat der Verein bereits die notwendigen Genehmigungen eingeholt. „Nachdem der Freistaat Bayern Eigentümer des Grundstücks ist, kann man da nicht einfach irgendetwas planen“, sagt Gründungsmitglied Wolfgang Neumeier, „deshalb sind wir schon seit längerem in Kontakt mit dem Wasserwirtschaftsamt.“ Von dort sei ein ein­deutiges „Ja“ gekommen, auch das Landratsamt, das letztendlich die Genehmigung erteilen muss, habe „freundlich und positiv“ reagiert.

Auch den Fischereiverein hat man bereits mit ins Boot geholt, da sowohl die Fischtreppe am Lechwehr als auch eine Kiesbank unter Wasser geschützt werden sollen. Trotz der teilweise gegensätzlichen Interessen der beiden Vereine betont Stefan Neubauer, Vorsitzender der Fischer: „Wir stehen dem Vorhaben grundsätzlich positiv gegenüber. Wir wollen ein gedeihliches und harmonisches Miteinander zwischen Fischern und Badenden.“

Es kann sofort losgehen

Harmonie will auch Peter Pechtold mit der Stadt Landsberg erreichen. „Wir werden jetzt das Gespräch mit dem OB und den Stadtwerken suchen und wir kommen ja mit einer freundlichen Botschaft.“ Und mit einem Konto, das zumindest so voll ist, dass der südliche Bereich aufgekiest werden kann. Erich Schmid, der die betreffende Arbeitsgruppe leitet, hat seine Hausaufgaben längst gemacht. Für die ersten 300 Quadratmeter Strand bräuchte er rund 70 Kubikmeter Kies für den Unterbau, „mit etwas Lehm versetzt und dann verdichtet, damit das Gras nicht gleich wieder durchkommt“, darauf dann 40 Kubikmeter Deckschicht aus Lechkieseln. Die Kosten: „2500 Euro mit Material und Einbringung, wenn es eine Firma macht, wir sind aber gerade noch an einer günstigen Lösung dran.“ Losgehen könnte es sofort. „Die Vorlaufzeit beim Kiesunternehmer beträgt drei Tage.“

Wann der restliche Strand flussaufwärts wieder aufgekiest werden kann, hängt wesentlich von den Summen ab, die der Verein über Spenden und Mitgliedsbeiträge aufbringen kann – nicht zuletzt deshalb hat man als Motto „Mehr Kies für den Lechstrand“ gewählt. 10000 Euro braucht man maximal; „es gibt schon sehr viel Interesse aus der Bevölkerung“, berichtet Schriftführerin Doris Baumgartl. „Wir haben die Gemeinnützigkeit jetzt beantragt, wenn wir die haben, können wir auch Spendenquittungen ausstellen.“ Die Jahresbeiträge fallen dabei moderat aus: 20 Euro zahlen Erwachsene, Jugendliche sind bereits mit fünf Euro jährlich dabei.

Dadurch will man deutlich machen, dass sich das Engagement vor allem auch an den Landsberger Nachwuchs richtet. Dr. Hans Ulrich Haase, zweiter Vorstand und wie Pechtold gebürtiger Landsberger, macht aus den Emotionen, die die Mitglieder des Fördervereins bewegen, keinen Hehl. „Das Inselbad und der Strand sind untrennbar, die Erfahrungen, die wir dort in unserer Jugend gemacht haben, unvergesslich. Das Schwimmbad auf der Insel mit Zugang zum Fluss ist Landsbergs größte Attraktion und in Bayern und Deutschland einmalig.“ Haase sieht das Bad mit einem wieder attraktiveren Strand nicht nur als Kostenfaktor. „Es bietet sogar eine ökonomische Chance, die Stadt sollte dafür werben und könnte sogar Kapital daraus schlagen. Vor 20 Jahren waren an Spitzentagen noch 9000 Besucher im Inselbad, inzwischen ist die Zahl auf 6000 gesunken.“

Peter Pechthold sieht die seit Jahren diskutierte Haftungsfrage nicht im Vordergrund, zumal ein Rechtsgutachten von Ex-OB Franz-Xaver Rößle zu dem Schluss kommt, „dass es durchaus Mittel und Wege gibt, den Strand aufzumachen.“ Das Papier, von der Stadt in Auftrag gegeben, verneint eine Haftung und Verkehrssicherungspflicht der Stadt. Auf derartige Diskussionen will sich Pechtold aber gar nicht mehr einlassen. „Der derzeitige Zaun ist wohl nicht notwendig, aber sinnvoll. Aber darüber können sich zwei Juristen unterhalten, unser Thema ist das nicht.“

Christoph Kruse

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