"In die Jahre gekommen"

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Die Besucherzahlen des Jugendzeltplatzes am Windachsee sind deutlich zurückgegangen. Nun soll ein neues Betriebsgebäude für 530000 Euro her.

Finning – Er ist „in die Jahre gekommen“, der Jugendzeltplatz am Windachsee: Die Toiletten und sanitären Anlagen müssten dringend erneuert werden und auch die Holzhütte am Zeltplatz ist „akut sanierungsbedürftig“, wie das Jugendamt mitteilt. Ebenso gehen die Besucherzahlen seit einigen Jahren merklich zurück. Der Neubau eines Betriebsgebäudes soll nun das Ruder herum reißen.

Investitionskosten von rund 530000 Euro wären erforderlich, um den Zeltplatz wieder auf Vordermann zu bringen. Zu viel, meint Peter Noll (GAL): Man solle die Anlage so sanieren, dass man sie weiter betreiben kann, aber doch eine billigere Lösung dafür finden, schlägt er vor. Vorgesehen wäre der Neubau eines Betriebsgebäudes. In diesem Neubau ist eine WC-Anlage mit jeweils sechs Damen- und sechs Herrentoiletten vorgesehen. Bisher werden die bestehenden Toiletten, die sich außerdem rund 200 Meter vom Zeltplatz entfernt befinden, nämlich tagsüber auch von Badegästen genutzt. Die Organisation und Zuständigkeit der Reinigung der Toiletten konnte bis heute nicht gelöst werden, heißt es von Seiten des Jugendamtes. 

Auch bei den Duschen hält Christian Kusch vom Hochbauamt die Anzahl von jeweils sechs Duschen für jedes Geschlecht für gerechtfertigt. Bei bis zu 60 Personen, die dann den Zeltplatz nutzen könnten, kämen fünf bis sechs Jugendliche auf eine Dusche – ein „normales Maß“, so der Kreisbaumeister. 

Auch eine Kochmöglichkeit für die Jugendlichen soll mit dem Neubau auf dem Zeltplatz geschaffen werden. „Die Gruppen sollen nicht mit Gasflaschen hantieren“, meint Jugendamtsleiter Peter Rasch dazu. Das sei zu riskant. Rasch halte außerdem eine Förderung durch den Bayerischen Jugendring durchaus für möglich, wie er in der gemeinsamen Sitzung des Finanzausschusses und des Kreisausschusses betonte. 

Außerdem soll der Neubau über Wasch- und Spülräume, einen Lagerraum, einen Anschluss- beziehungsweise Technikraum sowie eine Überdachung zum Aufenthalt im Freien verfügen. Zudem verwies der Jugendamtsleiter darauf, dass nach einer Modernisierung das Kloster St. Ottilien – das selbst über einen Zeltplatz verfügt, der in den Ferien immer komplett ausgebucht ist – interessierte Gruppen gerne an den Jugendzeltplatz am Windachsee weiterleiten würde. 

Zur Umsetzung des gesamten Konzepts seien rund 530000 Euro erforderlich. Vor Beginn seien aber im nächsten Jahr noch die baurechtlichen Rahmenbedingungen abzuklären. Der Beginn der Baumaßnahme wäre damit frühestens 2016 möglich. Der Jugendhilfeausschuss hatte sich in seiner letzten Sitzung bereits für die Umsetzung der Maßnahme ausgesprochen. 

Auch Albert Thurner (SPD) plädierte in der Sitzung deutlich für einen ordentlichen Umbau: „Sonst wird er nicht genutzt und wir verlieren mehr.“ Mit jeweils einer Gegenstimme stimmte nun sowohl Finanzausschuss als auch Kreis- ausschuss zu, dem Kreistag die Empfehlung auszusprechen, die Mittel für die Erneuerung und den Umbau des Platzes einzuplanen. Vorgesehen seien dafür 30000 Euro im Haushalt 2015 und 500000 Euro in 2016. Die Projektfreigabe wird allerdings erst nach Rechtskraft des Haushalts 2015 gefasst. Die Planungen sollen außerdem mit dem Inklusionsbeirat abgestimmt werden.

Astrid Erhard

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