Einiges ist nicht mehr zu heilen

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Die Mängel am Kauferinger Feuerwehrhaus sind so gravierend, dass sich die Marktgemeinde jetzt ernsthaft mit einem Neubau befassen muss.

Kaufering – Das Feuerwehrhaus wird immer mehr zum heißen Thema. Angesichts gravierender Baumängel schiene ein Neubau eine gute Lösung, zumal im Moment die Fördermittel des Freistaates noch reichlich fließen.

„Das ist schlicht und einfach nicht finanzierbar“, meinte GAL-Gemeinderätin Gabriele Triebel bei den Beratungen über den Finanzplan für die nächsten drei Jahre. Bislang stehen in diesem Papier noch gut zwei Millionen Euro für ein neues Haus, eine Summe, die die Gemeinde Triebels Meinung nach „niemals aufbringen kann“. Hermann Bader von der Bauverwaltung, selbst Mitglied der Feuerwehr, warnte aber: „Wenn wir demnächst die Begehung machen, werden wir einige Sachen sehen, die wir nicht heilen können. Wir müssen aufpassen, dass uns hier nicht von anderer Seite Daumenschrauben angelegt werden.“ Zwar gebe es für die meisten Probleme „durchaus Lösungen, aber auch Umbau und Sanierung kosten Geld.“ Dass man an der Behebung der Missstände nicht vorbeikommt, sei auch im eigenen Interesse des Rates. „Wenn etwas passiert, ist die Gemeinde in der Haftung, damit der Bürgermeister und die Frage ist, ob er das an die Gemeinderäte weitergibt.“ Erich Püttner ließ durchblicken, dass er sich angesichts der angespannten Finanzlage einen Neubau auch lieber sparen würde, nahm das „Reizthema“ aber pragmatisch. „Wir können jetzt in den Plan schon 500000 Euro statt zwei Millionen Euro reinschreiben, nur müssen wir es dann hinterher eventuell wieder ändern.“ 

Nägel mit Köpfen

 Der Finanzausschuss schloss sich letztlich Püttners Vorschlag an: Nach der Ortsbegehung soll in den nächsten Monaten „ein Konzept mit Hand und Fuß“ entwickelt werden, „und nächstes Jahr müssen wir in den Haushaltsberatungen einfach Nägel mit Köpfen machen.“ Die Verwaltung geht davon aus, dass ein Neubau mit rund 3,7 Millionen Euro zu Buche schlagen würde. Nach Abzug der Zuschüsse (rund eine Million) und Verkaufs des Grundstücks am bisherigen Standort (700000 Euro) bliebe für die Marktgemeinde ein Eigenanteil von voraussichtlich zwei Millionen Euro.

Christoph Kruse

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