Für die nächsten Jahrzehnte gerüstet

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Symbolische Schlüsselübergabe für das neue Schondorfer Feuerwehrhaus an Bürgermeister Alexander Herrmann (links). In der Mitte der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Florian Gradl und rechts Architekt Peter M. Gradl.

Schondorf – Der Feuerwehrslogan „Retten, löschen, bergen, schützen“ wurde in Schondorf durch ein weiteres Wort ergänzt: Feiern! Dazu gab es für die Floriansjünger allen Grund. Das neue Feuerwehrhaus wurde nach über zweijähriger Bauzeit offiziell eingeweiht. Voller Stolz konnte Bürgermeister Alexander Herrmann eine ganze Reihe illustrer Ehrengäste begrüßen.

Darunter seinen Amtsvorgänger Peter Wittmaack, der 2011 die Sache angestoßen hatte, als der Gemeinde die Omnibushalle Pflügler in der Bahnhofstraße zum Verkauf angeboten wurde, ein zentraler und optimaler Standort für das Feuerwehrhaus in Rathausnähe. Mit „Ja“ für diese sogenannte „große Lösung“ stimmte damals auch Gemeinderat Thomas Eichinger, jetzt Landrat und natürlich Ehrengast bei der Eröffnungsfeier.

Schondorfer feiern ihr Feuerwehrhaus

Vom Kreisfeuerwehrverband Landsberg waren die Brandinspektoren Peter Kawohl und Robert Waldhauser gekommen, dazu Patenfeuerwehren und viele Feuerwehrmänner und -frauen aus dem ganzen Landkreis. Gemeinderäte, Bürgermeister aus den Nachbargemeinden, Vereins­abordnungen und natürlich die am Bau beteiligten Handwerker lauschten den Worten der Festredner.

Zukunftsfähig und stark

Bürgermeister Alexander Herrmann dankte den vielen Aktiven der Schondorfer Feuerwehr für ihren Dienst an der Allgemeinheit. Sie opferten nicht nur ihre Freizeit, sie gefährden auch oft ihre Gesundheit. Darum sei es geradezu Pflicht der Gemeinde, für die Feuerwehr ein optimales „Dahoam“ zu schaffen. Dies sei mit der zum Feuerwehrhaus umgebauten Bushalle in jeder Beziehung gelungen. Zwar seien die Gesamtkosten mit 1,8 Millionen Euro höher als geplant ausgefallen, dafür habe man aber jetzt eine beispielhafte Basis für eine zukunftsfähige und starke Feuerwehr, deren Aufgabengebiet immer anspruchsvoller werde. Die Feuerwehr lebe von Kameradschaft und sozialen Beziehungen, welche hier durch die Bereitstellung von Ausbildungs- und Sozialräumen sowie einem Jugendraum gefördert werden.

„Wir sind froh, dass das aktuelle Hochwasser unseren Landkreis verschont hat“, meinte Landrat Thomas Eichinger, der in Schondorf wohnt. „Aber im Fall der Fälle wären unsere hervorragend aufgestellten Feuerwehren bestens gerüstet gewesen!“ Darum habe man sich in Schondorf seinerzeit für eine große, wenn auch teure Lösung entschieden und gleich für die nächsten Jahrzehnte geplant und gebaut. Das neue Feuerwehrhaus sei ein zentraler Identifikationspunkt in der Gemeinde. Um die Schulung des Feuerwehrnachwuchses noch mehr zu intensivieren, plane der Landkreis langfristig ein zentrales Ausbildungszentrum in Pürgen als Unterstützung für die örtlichen Feuerwehren, gab Eichinger einen Ausblick in die Zukunft.

Florian Gradl stand zweimal auf dem Rednerpult. Einmal in Zivil als einer der ausführenden Architekten, einmal in Uniform als erster Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Schondorf. Nach der symbolischen Schlüsselübergabe an Hausherr Alexander Herrmann lobte Gradl das unglaubliche Engagement seiner Truppe. Um den Gemeindehaushalt zu entlasten, habe man 1.200 Stunden lang in Schondorf Spenden gesammelt, was zu einem Ergebnis von fast 37.000 Euro geführt hat, die vornehmlich für die Ausstattung von Küche, Büro, Ausbildungs-, Jugend- und Sozialräumen verwendet wurden. Stolz verwies Gradl auf die 6.800 freiwilligen Arbeitsstunden, bei denen die Schondorfer Feuerwehrler aktiv bei Bau und Umbau mit angepackt haben. Dafür dankte Gradl auch den Familien seiner Aktiven, die das mitgetragen haben. Derzeit verfüge Schondorf über 38 aktive Feuerwehrmänner und 14 engagierte Nachwuchskräfte.

Feier und Segen

Auf Gastgeschenke anlässlich der Einweihung habe man bewusst verzichtet, betonte Gradl. Dafür überreichte er Peter Raithel vom gemeinnützigen Schondorfer Verein „Gemeinsam“ einen 300-Euro-Scheck. Und selbst konnte er auch gleich ein originelles Präsent für sich und seine Mannschaft entgegen nehmen. Die Paten-Feuerwehr aus Windach hatte das neue Feuerwehrhaus in Form einer riesigen Torte backen lassen.

Bevor es ans Feiern ging, segnete Feuerwehrpfarrer Diakon Franz Bauer jeden Raum im neuen Feuerwehrhaus getreu dem Motto „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr.“ Zusammen mit Bürgermeister Herrmann und Kommandant Gradl ging Bauer von den Fahrzeugstellplätzen über die Schlauchpflegeanlage und Atemschutzgeräte-Werkstatt bis um göttlichen Beistand.

Beim Bürgerfest mit buntem Rahmenprogramm am nächsten Tag nutzten Hunderte von Schondorfern die Gelegenheit, das neue Feuerwehrhaus gründlich zu inspizieren. Besondere Aufmerksamkeit genoss dabei eine überdimensionale Fototafel im ersten Stock, die alle Schritte der Umbauarbeiten von 2014 bis 2016 dokumentiert.

Dieter Roettig

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