Den Bürgern ein Vorbild

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Beim traditionellen Neujahrsempfang von Stadt und Landkreis referierte der Professor für Stadt- und Regionalentwicklung Manfred Migosa über den Klimaschutz.

Landsberg – Kommunen und der Klimaschutz – dieses Thema stand im Mittelpunkt des gemeinsamen Neujahrsempfangs von Stadt und Landkreis. Landrat Walter Eichner und Oberbürgermeister Mathias Neuner hatten als Gastredner Dr. Manfred Miosga eingeladen, Professor für Stadt- und Regionalentwicklung.

Er machte deutlich, dass man trotz der globalen Dimension des Klimawandels die Bedeutung der lokalen Ebene nicht unterschätzen darf. Im Gegenteil: Die Kommunen, so Miosga, spielen bei der Rettung des Klimas eine Schlüsselrolle. „Die Mitwirkung der Kommunen ist ein entscheidender Faktor, denn sie sind den Bürgern am nächsten, können motivieren und Vorbild sein“, erklärte der Diplom-Geograph, der auch am Klimaschutzkonzept des Landkreises mitarbeitet. Das Baurecht biete klimaschonender Planung eine breite Grundlage. Hier können die Gemeinden viel bewirken, etwa dadurch, dass sie Solararchitekur bei Neubauten zur Regel machen und die Nutzung fossiler Energien einschränken, ressourcenschonende Siedlungsstrukturen planen und Sanierungsprogramme für Altbauten auflegen. Planungsgrundlagen für Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien werden ebenfalls auf kommunaler Ebene geschaffen, betonte Miosga. Wirtschaftsförderung und Tourismus, Verbraucherberatung, Zusammenarbeit mit Schulen – „es gibt eine Fülle von Anknüpfungspunkten für den Klimaschutz“. Und nicht zuletzt können die Städte und Gemeinden mit kommunalen Versorgungsbetrieben selbst umweltfreundlichen Strom erzeugen. Landrat Walter Eichner zählte auf, welchen Beitrag der Landkreis bereits zum Klimaschutz leistet, unter anderem mit der energetischen Sanierung des Schulzentrums und des Sonderpädagogischen Förderzentrums. Im Oktober soll eine Aufstellung darüber vorliegen, wie viel Energie aktuell im Landkreis verbraucht und welche Menge an Treibhausgasen dabei frei wird. Auch soll das Klimaschutzkonzept aufzeigen, wo die Potentiale zur Erzeugung der erneuerbaren Energien liegen. Derzeit arbeiten im Landkreis zwölf Wasserkraftwerke, 27 Biogasanlagen und 35 Freiflächen-Photovoltaikanlagen, zählte Eichner auf. Auf Hausdächern liefern 450 PV-Anlagen sauberen Strom. Hinzu kommen 250 Erdwärmesonden, 360 Grundwasserwärmepumpen und zwei Windkraftanlagen. Auch OB Mathias Neuner konnte mit einer Zwischenbilanz dessen aufwarten, was die Stadt an Anstrengungen zum Klimaschutz unternimmt: Vollwärmeschutz für das Sporthallengebäude der Fritz-Beck-Schule, Holzpelletsheizung für das neue Gebäude des Waldfriedhofs, umweltschonende Fernwärme für zahlreiche öffentliche Gebäude, Umstellung der Straßenbeleuchtung auf stromsparende LED-Lampen, E-Bikes als Dienstfahrzeuge für die Verwaltungsmitarbeiter. „Es gibt noch viele Bereiche mit Optimierungsbedarf“, so der Oberbürgermeister. „Aber ein erster Schritt ist sicher bereits getan.“ Für die musikalische Umrahmung des Abends sorgten Tassilo Arndt, die Geschwister Agnes, Felix, Jakob und Lukas Mathy, sowie ein Ensemble aus Lehrkräften der Beruflichen Schulen, in deren Aula der Neujahresempfang stattfand.

Ulrike Osman

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