Ein Automat, mehr geht nicht

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Aus städtebaulicher Sicht der einzig akzeptable Standort für die gewerbliche Nutzung des eigentlich nicht bebaubaren Grünstreifens am InCenter Landsberg: der Frischmilch-Automat des Dettenschwanger „Bauernhofs Mayr“ direkt neben der Stadtbus-Haltestelle.

Landsberg – Die Milch macht‘s, aus der Region für die Region. Genau das haben sich Stefan Mayr und seine Familie auf die Fahnen geschrieben. Und weil die Kundschaft den Weg zu seinem Hofladen in Dettenschwang bei Dießen nicht in dem Umfang findet, wie er das gerne hätte, geht er dorthin wo die Leute schon beim Einkaufen sind: ans InCenter Landsberg. Dort steht seit kurzem Mayrs Frischmilch-Automat – auf einem Grünstreifen, der eigentlich von Bebauung frei bleiben muss.

Noch ist der weithin sichtbare Automat an der Straße Am Penzinger Feld nicht in Betrieb. „Vermutlich nächste Woche können wir starten“, sagt Stefan Mayr, am Stromanschluss hapere es im Moment noch. Alles nur eine Frage der Zeit, dann kann der Verbraucher gleich neben der Stadtbus-Haltestelle rund um die Uhr „gesunde, hochwertige und frische Milch aus unserer eigenen Produktion“ (Mayr) zapfen. Mehr noch, der Waren-Automat aus dem italienischen Hause „Milch Concept“ spuckt gegen Bares auch Käse, Joghurt, Nudeln und leere Flaschen zum Befüllen aus. Nur Eier direkt vom Hof gibt es nicht; der Automat werde als Wiederverkäufer eingeordnet, was, ganz anders als im Hofladen, ein Sortieren und Stempeln der Eier erfordert hätte. „Zu aufwändig“, sagt Mayr.

Ob Stefan Mayrs Konzept wider den „miserablen Milchpreis“ aufgeht, wird sich zeigen. Zunächst für ein Jahr hat er einen Pachtvertrag mit dem Eigentümer der privaten Grünfläche, der R+V Versicherung AG, geschlossen. Läuft alles gut, kann er um zehn Jahre verlängern – die Option dafür hat er schon in der Tasche.

Ursprünglich wollte Mayr den „ersten Frisch­milch-Automaten dieser Art im Landkreis und der Region“ auf dem Parkplatz des InCenters aufstellen, doch das wurde ihm vom Eigentümer verwehrt. Allerdings: „Grundsätzlich begrüßen wir die Ansiedlung des Automaten“, sagt R+V-Sprecher Dr. Karsten Eichner, deshalb habe das InCenter besagte Grünfläche in Absprache mit dem Stadtbauamt zur Verfügung gestellt. Mayr musste am neuen Standort neben Pflasterarbeiten nur noch die Stromversorgung sicherstellen. Wasser vor Ort sei nicht nötig, da alle milchführenden Teile ausgebaut und am Hof gereinigt würden.

Für Verwunderung bei Landsbergs Ratsmitgliedern sorgt die gewerbliche Nutzung des Grünstreifens. Laut Bebauungsplan darf er „grundsätzlich nicht bebaut“ werden, wie Stadtpressesprecher Andreas Létang auf Anfrage bestätigt. Beim Milchautomaten sei die Bauverwaltung davon im einfachen Genehmigungsverfahren abgerückt, da er „lediglich eine kleine Fläche“ einnehme und in unmittelbarer Nähe zur Bushaltestelle liege – aus städtebaulicher Sicht der einzig akzeptable Standort. Deshalb bestanden „keine Bedenken“ gegen eine Befreiung vom Bebauungsplan, so Létang. Und die andere, noch unbebaute Seite der Bushaltestelle? Weitere Befreiungen könnten nicht befürwortete werden, „da ansonsten die Grünfläche zu stark belastet werden würde“.

Toni Schwaiger

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