Kaufering hält Wort

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Der Marktgemeinderat hat entschieden: Das Jugendhaus „Oval“ erhält nun einen Erweiterungsbau.

Kaufering – Die Marktgemeinde löst ihr Wort gegenüber den Jugendlichen ein und baut für die offene Jugendbetreuung eine Versammlungsstätte. Ganz unumstritten war die Entscheidung nicht, zumal sie unter Zeitdruck zu fällen war. Der Bayerische Jugendring (BRJ) hatte eine Frist bis zum 15. Juli gestellt.

Wie der KREISBOTE berichtet hatte, sollte die Marktgemeinde Zuschüsse in Höhe von 90000 Euro an den BRJ zurück zahlen, da die räumlichen Voraussetzungen für die offene Jugendarbeit nicht mehr gegeben waren. Damals war im Rahmen eines Ringtausches ein Teil des Jugendheimes „Oval“ dem Schützenheim zugeschlagen worden. Die Alternative war, die räumlichen Voraussetzungen wieder zu schaffen und eine entsprechende Halle mit den vorgegebenen Quadratmeterzahlen zu bauen. 

Ursprünglich sollte der Neubau 120000 Euro kosten. Bürgermeister Erich Püttner informierte den Marktgemeinderat, dass man mit diesem Betrag nicht hinkomme. Wegen des sandigen Untergrunds sei mit zusätzlichen 25000 Euro für Erdarbeiten und Gründungen zu rechnen. Trotzdem appellierte er an den Rat, für den Erweiterungsbau zu stimmen. 

Im Marktgemeinderat herrschte absolute Einigkeit darüber, dass die offene Jugendarbeit sinnvoll sei. Dr. Patrick Heißler (GAL) sprach von gut angelegtem Geld. „Es muss einen Platz für die offene Jugendarbeit geben“. Mit dem Neubau einer Halle hatten einige der Marktgemeinderäte allerdings Bauchschmerzen. Kauferings 3. Bürgermeisterin Gabriele Hunger (CSU) befand, es sei sinnvoller, die Zuschüsse zurückzuzahlen und in Ruhe ein Konzept für einen Neubau zu überlegen. Ansonsten werde viel Geld am falschen Platz investiert, meinte Hunger. Damit befand sie sich mit Kauferings Ex-Bürgermeister in einem Boot, der den Neubau einer Halle am Schwimmbad „als Weg in eine Sackgasse“ bezeichnete. Bühler plädierte für einen Neubau am Containerplatz. Andreas Keller (GAL) sprach von einer „Lagerhalle“, die zudem möglicherweise noch teurer werde als veranschlagt. 

Für einen Neubau am anderen Platz habe Kaufering kein Geld, betonte Thomas Wiesmann. Er ist zwar auch der Meinung, dass der heutige Platz am Schwimmbad nicht optimal ist, ein neues Konzept mit einer Vorlaufzeit von drei bis fünf Jahren sei aber derzeit aus finanziellen Gründen nicht darstellbar. „Aber wir sind bei den Jugendlichen im Wort, denn wir haben ihnen den Raum weggenommen“. Kauferings 2. Bürgermeisterin Gabriele Triebel plädierte trotz der Mehrkosten für die Halle am jetzigen Platz. „Alle haben am Ringtausch auf Kosten der Jugendlichen profitiert“, sagte Triebel. 

Jugendpfleger Eduard Sokolowski hatte die Marktgemeinderäte im Rahmen der Sitzung über sein Konzept der offenen Jugendarbeit informiert. Vieles ginge nicht, weil die Räumlichkeiten fehlten, betonte der Ansprechpartner für die Jugendlichen. Die Mehrheit der Marktgemeinderäte folgte dem Appell des Bürgermeisters und stimmte für den Neubau der Halle. Sechs Räte stimmten gegen das Projekt.

Siegfried Spörer

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