Ordnung an der Urne – Neue Friedshofssatzung regelt auch Grabschmuck an Urnennischen

Die neue Friedhofssatzung für Landsberg tritt am 1. Januar in Kraft. Darauf hat sie der Stadtrat mit einer Gegenstimme geeinigt. Wesentliche Änderungen betreffen vor allem die Gestaltungsmöglichkeiten von Urnennischen. Dafür gab es bislang keine satzungsrechtliche Regelung. Jetzt ist es unter anderem untersagt, Vasen, Laternen oder Grabschmuck an jenen Urnennischen anzubringen, die vom Außenbereich einsehbar sind.

In bereits bestehende Situationen wolle man jedoch nicht eingreifen. „Es wird also niemand von städtischer Seite her ab Januar durch den Friedhof laufen und gegebenenfalls Kerzen oder Blumen von Urnennischen entfernen“, betonte Oberbürgermeister Ingo Lehmann (SPD) und fügte hinzu: „Hier besteht Bestandsschutz!“ Vielmehr wolle man mit der Neuregelung differenzierte Möglichkeiten anbieten. Daher unterscheidet die neue Friedhofssatzung zwischen Urnen, die vom öffentlichen Raum aus zu sehen sind und jenen, die nach innen gekehrt sind. Während man nach außen hin durch die Reglementierung eine gewisse Einheitlichkeit erreichen will, dürfen die nach innen gekehrten Urnennischen mit Grablichtern und Grabschmuck versehen werden. Die neue Regelung an den Urnenmauern stieß auch bei Stadtrat Ludwig Kaiser (SPD) auf Zustimmung: „Da muss Struktur rein, denn bisher war das wie auf einem Jahrmarkt gewesen.“ Für eine Zustimmung warb auch Friedhofsreferent Dr. Benedikt Ball (CSU), der die zunehmende Bedeutung der Urnenbestattung hervorhob. Immerhin habe es in den vergangenen sechs Wochen keine einzige Grabbestattung gegeben. Seine Zustimmung verweigerte indes Reinhard Skobrinsky (BAL). „Das geht auf gar keinen Fall, das ist unchristlich. Wir greifen damit in die Trauer der Hinterbliebenen ein. Wir untersagen ihnen damit die Trauer an der Urne.“ Auch Martin Zeiser (UBV) empfindet kahle Urnenwände als unfreundlich. Zumindest sollte das Anbringen eines Grablichtes erlaubt werden. Wie Ordnungsamtsleiter Ernst Müller wissen ließ, dürften indes auf Urnengräbern Grabschmuck gestellt werden. Jedoch sei der Platz um die eingelassene Urnenplatte nicht sehr groß. Darüber hinaus denke man auf städtischer Seite auch über andere Bestattungsmethoden nach – etwa einer Bestattung unter einem Baum. Müller machte aber auch deutlich, „dass man nicht jedem Trend hinterher hecheln dürfe“. Weiter wichtige Änderungen sind unter anderem, dass zukünftig auch Verstorbene in Landsberg bestattet werden können, wenn sie ihren langjährigen Wohnsitz in der Lechstadt aus alters- und krankheitsbedingten Gründen aufgeben mussten oder Verwandte ersten oder zweiten Grades haben, die in Landsberg wohnen und zur Grabpflege bereit sind. Diese Anpassungen waren notwendig geworden, weil einige rechtliche Ände- rungen im Bestattungsgesetz und auch Beanstandungen des Landratsamtes vorlagen.

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