Im Zeichen der Lotus-Blüte

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Eine riesige weiße Lotusblüte aus lackiertem Blech verweist auf dem Platz vor dem Exerzitienhaus in St. Ottilien auf das Koreafesitval, das dort am 24. und 25. Juni stattfindet.

St. Ottilien – Wer in diesen Tagen über das Klostergelände von St. Ottilien spaziert, kann sie nicht übersehen: eine riesige weiße Lotusblüte aus lackiertem Blech, die auf dem Platz vor dem Exerzitienhaus in der Sonne leuchtet. Die Skulptur stammt von der koreanischen Künstlerin Hyon Soo Kim und ist ein erster optischer Vorgeschmack auf das Korea­festival, das am 24. und 25. Juni in St. Ottilien stattfindet.

Schon seit über 100 Jahren pflegen die Mönche von St. Ottilien intensive Kontakte nach Korea. 1909 gründeten die Missionsbenediktiner dort ein Kloster, seitdem herrscht ein reger Austausch. Anlass für das geplante Festival ist die Wiedereröffnung der Korea-Abteilung im Missionsmuseum. Rund 100 Künstler, Kunsthandwerker und Musiker werden erwartet, dazu Vertreter von Kulturorganisationen sowie der koreanische Botschafter aus Berlin.

Gedacht war das Ganze eigentlich kleiner. Aber als Organisator Cyrill Schäfer, Chef des klostereigenen eos-Verlages, vor einem Jahr die Fühler auszustrecken begann, kam so viel Resonanz, dass aus dem geplanten einen Festivaltag schnell zwei wurden. „Ich bin beeindruckt, wie kulturbegeistert die Koreaner sind“, sagt Pater Cyrill und verweist darauf, dass die ostasiatische Nation als „die viertbelesenste“ der Welt gilt.

Das Programm umfasst koreanische Hofmusik, Tänze und Akrobatik, eine Sonderausstellung in der Klostergalerie sowie Führungen durch die Korea-Abteilung des Missionsmuseums. Es gibt landestypische Speisen und Getränke, einen Kunsthandwerkermarkt mit Tombola sowie Demonstrationen in traditioneller Papierherstellung. Anstrengend wird‘s bei einem interkulturellen Ritual namens „Weißer Lotus“ mit nicht weniger als 108 tiefen Verbeugungen mit Kopf­aufschlag.

Einer der Höhepunkte ist sicherlich die Vorführung eines Hochzeitszeremoniells in historischen Kostümen. Ein solches Gewand besteht aus 16 Stoffschichten und einem vier Kilo schweren Kopfschmuck. „Ich glaube, das Anziehen dauert länger als die eigentliche Hochzeit“, so Cyrill Schäfer. Je ein koreanisches und ein deutsches Paar sollen auf diese Weise symbolisch verheiratet werden. Für den zweiten Tag sucht Organisatorin Miae Kim noch Freiwillige. „Es kann ein Paar sein, das zusammenlebt und vielleicht bald heiraten will“, erklärt sie. „Das wäre ideal.“ Interessenten können sich bei Cyrill Schäfer melden (cyrill@eos-verlag.de).

Die überdimensionale weiße Lotusblüte vor dem Exerzitienhaus sei bereits jetzt zu einem Treffpunkt für Liebespaare geworden, berichtet der Pater schmunzelnd. Sie war im vergangenen Jahr bereits in München zu sehen, wo die Künstlerin Hyon Soo Kim bis vor kurzem lebte. Inzwischen ist sie nach Korea zurückgekehrt. Nach dem Ende des Festivals in St. Ottilien wird die Lotusblüte ihr folgen.

Ulrike Osman

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