Die Störche brüten:

Bald Nachwuchs im Kloster?

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Seit 1. April nistet das Storchenpaar wieder auf dem von den Mönchen zuvor hergerichteten Horst über den Dächern von Kloster St. Ottilien.

St. Ottilien – Im Kloster sind dieser Tage alle Blicke gen Himmel gerichtet – wieder mal. Auf dem Dach direkt über der Wohnung des Erzabtes hat ein Storchenpaar seinen angestamm­ten Horst bezogen. Die beiden sind eifrig bei der Familienplanung. Zwei Eier liegen bereits im Nest, weitere könnten hinzukommen.

Jetzt beginnt das große Zittern. Grund: Der Storch gilt zwar als Symbol der Fruchtbarkeit, doch mit dem eigenen Nachwuchs tun sich die Vögel schwer. In der Vergangenheit fiel die Brut auf dem Ottilianer Klosterdach überraschenden Kälteeinbrüchen oder anderen Wetterunbillen zum Opfer.

Zwei Eier liegen schon im Ottilianer Strochennest, bis zu fünf könnten es werden.

Zunächst einmal aber freut man sich in St. Ottilien, dass die Vögel wiedergekommen sind. Am 13. März traf das Weibchen ein, zwei Wochen später landete auch ihr Gefährte. „Ich vermute, dass das Paar vom letzten Jahr wieder zusammengefunden hat“, so Pater Theophil Gaus. Dass das Weibchen definitiv dasselbe ist, stehe aufgrund der Beringung fest, berichtet der Storchenfreund und Biologielehrer am Gymnasium. Auch das Männchen glaubt er wiedererkannt zu haben. Dass die beiden das ganze Jahr über zusammen geblieben sind, hält er für unwahrscheinlich. Aber die Vögel würden in der Regel ihrem Brutplatz treu bleiben.

Und den hatten die Mönche für die himmlischen Gäste schön hergerichtet. Anfang März habe man den Horst gesäubert, berichtet Pater Theophil, und das hieß vor allem: Müll entsorgen. „Die Vögel hatten viel Plastik hineingetragen.“ Offenbar unterscheidet das Paar nicht zwischen natürlichem und synthetischem Baumaterial. Das mag daran liegen, dass viele Störche in der kalten Jahreszeit nicht mehr bis nach Afrika fliegen, sondern auf spanischen Müllkippen überwintern. „Aus Fernziehern werden Nahzieher“, so Gaus.

Erst nach Fischen

Vor dem Schnee- und Kälteeinbruch in der Karwoche flohen die Störche nach Fischen am Ammersee, weil sie dort mehr Nahrung fanden. Doch pünktlich am 1. April sichtete man sie wieder auf dem Klosterdach. Vor wenigen Tagen legte das Weibchen die ersten beiden Eier. „Es können bis zu fünf werden“, weiß Pater Theophil. Das Storchenpaar brütet abwechselnd. Wer gerade frei hat, versorgt sich auf den angrenzenden Wiesen mit Mäusen und Regenwürmern – oder steht am Nest Wache.

In etwa vier Wochen dürften die Jungvögel schlüpfen. Vielleicht hat die Brut heuer mehr Glück als die Küken der vergangenen Jahre. Über ihr Schicksal entscheidet der Wettergott. „Ein Starkregen oder eine Nacht unter zehn Grad und das war's“, sagt Pater Theophil ganz nüchtern.

Heuer ist es genau zehn Jahre her, dass der Storchenhorst auf einem stillgelegten Kamin über der Erzabtwohnung angelegt wurde. Per Drehleiter wurde er damals hinauftransportiert. Als stabile Nestunterlage montierten Vogelschützer ein Stahlgerüst und brachten darauf ein Nistradl an. Mit Reisig beflochten und mit weißem Kalk bespritzt, sollte es quasi als fertiges Eigenheim die gefiederten Bewohner anlocken. Was auch prompt geschah – noch im selben Frühjahr kam ein Storchenpaar zum Probewohnen, verschwand aber wieder, ohne gebrütet zu haben. „Dann folgte eine lange Lücke“, so Pater Theophil. Erst seit vier Jahren wird das Nest regelmäßig zur Eiablage genutzt.

Ulrike Osman

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