Flüchtlinge ziehen ins Kloster

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Bald wird das Haus St. Florian, das der Landkreis von der Erzabtei St. Ottilien gemietet hat, bezugsfertig sein und die ersten Flüchtlinge werden einziehen. Das Haus bietet ungefähr 25 Asylbewerbern Platz.

St. Ottilien – In den nächsten Wochen werden auch auf dem Klostergelände von St. Ottilien die ersten Flüchtlinge eintreffen. Das Haus St. Florian, das die Erzabtei an den Landkreis vermietet hat, soll in Kürze bezugsfertig sein. Hier werden 25 Asylbewerber unterkommen. Wie vergangene Woche bei einer Informationsveranstaltung im Vortragssaal des Exerzitienhauses deutlich wurde, erwartet das Kloster die Neuankömmlinge offen und ganz entspannt.

„Wir sind ja eine internationale Gemeinschaft“, sagte Erzabt Wolfgang Öxler. Im Konvent seien die verschiedensten Sprachen vertreten, so dass man sich schon werde verständigen können. Im übrigen sind auch unter den Mönchen selbst ein paar ehemalige Flüchtlinge, die besonderes Verständnis für die Lage der Asylbewerber haben. Der Vietnamese Pater Augustinus etwa verließ seine Heimat vor Jahren auf dem Rettungsschiff Cap Anamur. „Da blutet das Herz mit“, so Öxler. Im übrigen freue er sich schon „auf die erste Fahrrad-Rallye Kloster gegen Asylbewerber“. 

Rund 200 Zuhörer waren der Einladung des Landkreises und der Gemeinde Eresing gefolgt. Sie stellten viele Fragen – über Deutschunterricht, Arbeitsmöglichkeiten, Aufenthaltsdauer und die Organisation ehrenamtlicher Unterstützung. Hier übernimmt Klosterprior Timotheus Bosch die Federführung bei der Bildung von Arbeitskreisen mit Freiwilligen aus der Umgebung. 

„St. Ottilien ist ja nicht gerade der Nabel der Welt“, merkte eine Zuhörerin an. Wie also kämen die Asylbewerber zum Einkaufen? Der zwei Kilometer entfernte Supermarkt am Geltendorfer Bahnhof sei zu Fuß zu erreichen, so Landrat Thomas Eichinger. „Und mit dem Fahrrad müssten die fünf Kilometer zum nächsten Discounter machbar sein.“ Das Kloster habe auch Busse zur Verfügung, ergänzte Pater Timotheus. Man überlege außerdem, im Klosterladen eine kleine Auswahl günstiger Produkte anzubieten, damit sich die Asylbewerber teilweise vor Ort versorgen könnten. 

Ob bei der Zuteilung darauf geachtet werde, dass hauptsächlich Christen nach St. Ottilien kämen, wollte eine Bürgerin wissen. Die Religionszugehörigkeit werde nicht überprüft, so Eichinger. „Es kommen durchaus Christen, aber auch Muslime.“ Diese seien aber meist „recht säkularisiert“.

Ulrike Osman

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