Neuer Anlauf:

Motorräder generell erlaubt?

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So wird man sicher auch in Zukunft sein Motorrad nicht in Landsberg parken dürfen. Aber vielleicht gibt es einen Kompromiss?

Landsberg – Die Landsberger Mitte (LLM) gibt nicht auf: Ein Motorradstellplatz auf dem Hauptplatz muss sein! Zehn Motorräder sollen auf den erneut beantragten Parkplatz oberhalb der Taxistände neben der Sparkasse passen, fordert LLM-Vorsitzender Hans-Jürgen Schulmeister. Die Fahrradstellplätze, die jetzt dort sind, müssten nur etwas weiter nach unten verlegt werden. Zudem solle am Spitalplatz der zu hohe Bordstein, der den dortigen Stellplatz nach unten hin abgrenzt, ausgeglichen werden. „Erst kürzlich ist eine Frau beim Runterschieben ihres Rollers vom Parkplatz gestürzt“, so Schulmeister.

Im vergangenen Jahr ist der Antrag der Landsberger Mitte mit einem 13:13 im Stadtrat gescheitert. Aber „vielleicht ist ja inzwischen die Vernunft gereift, und der Antrag kommt durch“, hofft Schulmeister. Der knappe Entscheid spreche dafür, dass man einen Mittelweg finden sollte, denn „wir schaden uns da selber“.

Und tatsächlich, schaut man im Netz, findet man unter der Überschrift: „Landsberg, die motorradunfreundlichste Stadt Deutschlands“ Sätze wie: „Liebe Bikerfreunde, bleibt aus Landsberg weg, solange es dort keine Parkplätze für uns gibt.“ Inzwischen gibt es Möglichkeiten, sein Motorrad abzustellen, ohne gleich ein Knöllchen zu bekommen, so zum Beispiel am Infanterieplatz. Aber Schulmeister denkt vor allem an diejenigen, die vom Osten her in die Stadt kommen – und in diese Richtung auch wieder zurück wollen, ohne dafür den langen Weg über die Von-Kühlmann-Straße nehmen zu müssen.

Gegen den Erfolg des Antrags spricht das vom Stadtrat verabschiedete Grundkonzept, generell keine Stellplätze für moto- risierte Fahrzeuge auf dem Hauptplatz zu genehmigen. „Wenn Sie da mit einem Stellplatz für Mopeds anfangen, machen Sie ein Fass auf. Dann wollen die Autofahrer auch gleich zehn Plätze haben“, meint Edeltraud Lüßmann von den Grünen. Zudem sei sie grundsätzlich dagegen, einen bereits abgelehnten Antrag „immer wieder und wieder“ neu einzureichen: „Das ist einfach nur eine schlechte Angewohnheit.“

Ordnungsamtsleiter Ernst Müller sieht auch ein Problem im „Wild-Parken“. Zehn Stell-plätze würden sicher nicht ausreichen. „Und dann versuchen Sie mal, einem Motorradfahrer, der sein Fahrzeug einen Meter neben der Markierung abstellt, den Strafzettel verständlich zu machen.“ Aber eine gute Nachricht gibt es vom Tiefbauamt: Der Bordstein am Spitalplatz wird ausgebessert, bestätigt Hans Huttenloher. „Aber erst im September, im Moment müssen die Bauhof-Leute noch ihre Überstunden vom Ruethenfest abbauen.“

Aushängeschild

Hans-Jürgen Schulmeister hätte am liebsten eine generelle Erlaubnis für das Abstellen von Motorrädern. „Der Hauptplatz ist unser Aushängeschild, da ist das Leben.“ In anderen Städten, wie zum Beispiel Straubing, sei das ja auch kein Problem. Immerhin ist Landsberg der Geburtsort von Alois Wolfmüller, dem Konstrukteur des ersten serienmäßig gebauten Motorrads.

Dass die Eiscafébesucher gerne den röhrenden Motorrädern beim Kavalierstart zuhören wollen, ist wohl eher unwahrscheinlich. Aber vielleicht reicht es ja auch aus, wenn der Platz am Spitalmarkt nach dem Umbau besser genutzt werden kann. Und wenn die Motorradstellplätze besser ausgeschildert sind. Dann hätte auch der Starnberger Biker sein Motorrad am Tag unserer Rechercherunde nicht vor dem Brunnen geparkt (siehe Foto). Von dem generellen Abstellverbot für Motorräder in Landsberg habe er nichts gewusst, behauptete er. Ja, auch er hatte ein „Knöllchen“ bekommen.

Susanne Greiner

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