Parkplätze statt Rampe

Noch in diesem Jahr soll die P&R-Anlage im Süden des Kauferinger Bahnhofs um 130 Parkplätze erweitert werden. Schon jetzt parken auf dem unbefestigten Gelände täglich bis zu 40 Fahrzeuge. Foto: Weh

Noch vor zwei Wochen war die Planung für den Bau einer barrierefreien Rampe am Kauferinger Bahnhof im Planungs- und Bauausschuss vorgestellt und mehrheitlich befürwortet worden. Jetzt sprach sich der Marktgemeinderat in seiner jüngsten Sitzung dafür aus, die Maßnahme auf das nächste Haushaltsjahr zu verschieben. Grund: Mit den eingesparten 700000 Euro will sich die Marktgemeinde ein höheres Rücklagenpolster schaffen.

Der fehlende barrierefreie Zugang zu den Bahnsteigen am Kauferinger Bahnhof ist schon lange ein Thema. Mit dem Bau einer Rampe auf der Nordseite des Geländes sollte dieses Problem gelöst werden. In der jüngsten Bauausschusssitzung hatte Bürgermeister Dr. Klaus Bühler dem Gremium den Planentwurf bereits präsentiert. Dieser sah eine mehrere Meter lange Rampe vor, deren Zugang an der Dr. Gerbl-Straße liegen und mit einem leichten Gefälle an das Niveau der Bahngleisunterführung anschließen sollte. Fußgänger und Radfahrer hätten dann auf direktem Wege von der Dr. Gerbl-Straße zumindest schon mal barrierefrei bis zur Gleis-Unterführung und zu den Treppen gelangen können, die dann zu den Bahnsteigen führen. Diese Tiefbaumaßnahme war zunächst mit 801500 Euro in den Haushaltsentwurf eingestellt worden. Zusätzlich waren neue Fahrradständer und für weitere 100000 Euro der Bau eines neuen WC-Häuschens angedacht. An Letzterem wird auch trotz der Verschiebung der Gesamtmaßnahme nicht gerüttelt werden. „Das WC sollten wir drin lassen“, sagte Bürgermeister Dr. Klaus Bühler und schlug zudem vor, rund 100000 Euro der eingesparten Summe noch zusätzlich für den Ausbau der Park & Ride-Anlage auf der Südseite des Bahnhofes zu verwenden. Dort hatte die Marktgemeinde erst kürzlich den Grund von der Deutschen Bahn AG für weitere 130 Parkplätze erworben, die nun entsprechend ausgestaltet werden sollen. Gabriele Triebel (GAL) begrüßte die Verschiebung der Maßnahme. Zusammen mit ihren beiden Fraktionskollegen hatte sie den Sinn der Rampe in der Ausschusssitzung ohnehin in Frage gestellt. Kritikpunkte waren zum einen die ihrer Meinung nach große Gefährdung von Bahnreisenden, wenn in der Gleisunterführung auch Radfahrer zugelassen sind, zum anderen der große Umweg für Personen mit Kinderwagen, Rollstuhl oder Rollator, um an Fahrkarten zu gelangen. „Ich halte es für völlig überflüssig, an dieser Stelle eine Rampe zu bauen“, schloss sich Alex Glaser an. Seiner Ansicht nach wäre das Problem mit einem Aufzug an Gleis 1 mit einem Mal gelöst, auch für die anderen Gleise. Zustimmung hatte die Planung hingegen bei Hans Koch (SPD) gefunden: „Ich finde den Plan deshalb bestechend, weil zum ersten Mal ein barrierefreier Zugang ermöglicht wird.“ Außerdem sei die Rampe wichtig für die Verbindung zum Gewerbegebiet in der Viktor-Frankl-Straße. „Vielleicht können wir damit bei der Bahn erreichen, dass es im Süden ebenfalls einen barrierefreien Zugang mit einem Aufzug geben muss.“ Doch auch wenn sich das Gremium mit zwei Gegenstimmen in der Ausschusssitzung noch für die Fortsetzung der Planungen ausgesprochen hatte, ist das Thema jetzt erstmal vertagt. „Es würde Sinn machen, im Herbst mit den Ausschreibungen zu beginnen und die Maßnahme dann im Frühjahr 2012 zu realisieren“, sagte der Rathauschef. Dass der Umbau damit nicht völlig vom Tisch ist, dafür plädierte auch Hans Koch: „Ich möchte klarstellen, dass wir im Ausschuss der Weiterentwicklung zugestimmt haben. Ich stimme nur zu, wenn das Thema 2012 wieder auf der Tagesordnung steht.“

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