Nachkriegsgeschichte in St. Ottilien

Erinnerungen ans DP-Lager

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Erinnerungen in Stein: Grabsteine auf dem KZ-Friedhof in St. Ottilien.

St. Ottilien – Interessante Informationen und Fotos über das DP-Lager St. Ottilien (1945-1948) bietet seit kurzem ein digitales Archiv, das Pater Cyrill Schäfer derzeit mit der Unterstützung durch einige Mitbrüder aufbaut. Die Internetseite www.dpcamp-ottilien.org versammelt Dokumente, Fotos und Orientierungspläne aus dem Klosterarchiv. Und damit gibt es neben dem KZ-Friedhof St. Ottilien jetzt auch noch einen Speicher für die Erinnerungen an das 1948 aufgelöste Lager für „Displaced Persons“ (DP).

Nach der Befreiung versammelten die Amerikaner Überlebende, meist jüdische KZ-Häftlinge im DP-Krankenhaus St. Ottilien. Hier konnten sie nach Jahren der Auszehrung und Qual in den Lagern der Nationalsozialisten wieder zu Kräften kommen und medizinische Behandlung erfahren. Auf diese Weise wurde der Klosterort in der unmittelbaren Nachkriegszeit für viele „Displaced Persons“ ein Ort des Neuanfangs und des Aufbruchs.

Pater Cyrill Schäfer baut digitales Archiv über die Nachkriegsgeschichte in St. Ottilien auf.

In St. Ottilien bereiteten sich die Überlebenden auf ihre Ausreise nach Amerika, Israel und in andere Länder vor. Einige Paare heirateten in St. Ottilien. In dem eigens eingerichteten Wöchnerinnenheim kamen 404 Kinder zur Welt. Der Geburtsort-Eintrag „St. Ottilien, Eresing“ erinnert bis heute viele „Ottilien Babies“ daran, gleich wo auf der Welt sie heute leben.

Immer wieder wird P. Cyrill oder ein Mitbruder gebeten, Gäste durch das Klosterdorf zu führen, die auf den Spuren der eigenen Familiengeschichte an den Ort zurückkommen, wo sie oder ihre Verwandten das Licht der Welt erblickt haben. Das neue Internet-Archiv ermöglicht jetzt auch ohne weite Reise einen ersten Überblick.

In Erinnerung an das Befreiungskonzert am 27. Mai 1945 in St. Ottilien ist derzeit ein Gedenkkonzert für den

2. September 2018 in Vorbereitung. Die Schirmherrschaft übernimmt die Israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern. Gleichzeitig wird eine Ausstellung die Geschichte des DP-Lagers St. Ottilien zeigen.

Zur Erweiterung des digitalen Archivs ist Pater Cyrill Schäfer dankbar für weiteres Material, das er der interessierten Öffentlichkeit zu Verfügung stellen kann. Sein E-Mail-Kontakt: cyrill@ottilien.de.

Stefanie Merl

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