Erst mal unter die Dusche!

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Traditioneller Willkommensgruß: Die beiden Löschfahrzeuge der Fliegerhorst-Feuerwehr bilden mit ihren Wasserwerfern einen großen Wasserbogen, durch den die Piloten des LTG 61 in Penzing ihre Transall steuern.

Penzing – Das Gemisch aus Sand und Dreck läuft in Schlieren an der Außenhaut der Transall herunter. Nach langen Monaten in den Wüsten Afrikas bei Temperaturen von über 40 Grad erhalten die schweren Transportflugzeuge in der Heimat die erste Dusche – durch den traditionellen Willkommensgruß der Fliegerhorst-Feuerwehr.

Nach rund eineinhalb Jahren im Einsatz hat das Department of Peacekeeping Operations der Vereinten Nationen mitgeteilt, auf die weitere Beteiligung der deutschen Transalls C-160 an der MINUSMA-Mission zu verzichten. Deshalb wurden die drei dauerhaft in Dakar, Senegal stationierten Transalls in ihre Heimatgeschwader zurückbeordert. Das als Leitverband fungierende LTG 61 setzte die durch das Einsatzführungskommando Potsdam festgelegte Auflösung des dortigen Lufttransportstützpunkt um. Zu den Kernaufgaben von MINUSMA, an der sich die Bundeswehr weiter beteiligt, gehören die Stabilisierung wichtiger Bevölkerungszentren und die Unterstützung bei der Wiederherstellung der staatlichen Autorität im gesamten Land. 

In der Bilanz stehen 1058 Flugstunden, die die Besatzungen aus Penzing, Wunstorf und Hohn in diesen eineinhalb Jahren geflogen sind. Dazu kommen in diesem Zusammenhang noch 380 Flugstunden im nationalen Auftrag, die meist zur Ersatzteilversorgung und zum Personalwechsel dienten. Vorwiegend Soldaten, aber auch Beduinen aus Mali, Nigeria und Tschad fanden sich in den Laderäumen der mit einer Selbstschutzeinrichtung versehenen Transalls ein. Wer und was transportiert werden sollte, legten französische Soldaten im UN-Auftrag fest. Relativ sicher sind die Flugplätze in Dakar und Bamako, die beiden Hauptstädte von Senegal und Mali. „Bei den anderen Plätzen war unser Motto schnell rein - schnell raus“, so Ladungsmeister Stabsfeldwebel Lutz K.. Oftmals wurden nicht einmal die Triebwerke abgestellt. 

Ziemlich neu waren für die Besatzungen auch die sogenannten CAS-Evac- Einsätze: dabei wurden Verwundete vom Ort der Verletzung ohne die bei normalen medizinischen Evakuierungsflügen übliche Stabilisierung ausgeflogen – sitzend oder lie­- gend, vor allem eins: schnell. Die Spezialität der deutschen Transalls ist das Operieren auf unbefestigten Schotterbahnen – wobei die Piloten in Kidal, im Norden Malis, Haarsträubendes erlebten: „Unsere Landebahn ist üblicherweise die Hauptverkehrsstraße der Stadt, sie endet auf dem Marktplatz“, so Copilot Oberleutnant Benedikt F. Aber auch in anderen Städten ist man „von europäischen Flugplatz-Standards“ meilenweit entfernt. 

Ein Überfliegen solcher Pisten in niedriger Höhe sei vor der eigentlichen Landung dringend angeraten und eine Aufforderung für die Hirten, ihre Ziegen jetzt wegzutreiben. „Das ist auch spätestens der Moment, wo wir Kontakt mit der meist französischen Flugplatzkontrolle haben wollen“, berichtet der Copilot weiter. Willkommen zurück in heimatlichen Gefilden „Ich bin sehr froh, Sie alle wieder wohlbehalten hier zu haben“, sagte der ins Cockpit gekletterte LTG 61-Kommodore Oberst Markus Bestgen beim Empfang der beiden Penzinger Maschinen. Alle Kameraden waren freilich noch nicht zurück. 

Ein kleines Kontingent bereitet noch die Rückführung von rund 100 Tonnen Material vor. Das diente vorwiegend zur Wartung und Instandsetzung der Flugzeuge. Neben einem Vollzähligkeitsappell dort wie auch hier im Heimatland steht dabei auch eine Tierseuchen-prophylaktische Behandlung an. So kommt nicht nur die „Trall“, sondern auch das Ersatztriebwerk in den Genuss einer (Desinfektions-)Dusche.

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