Wahl des Vize-Landrats

Die Posten sind besetzt

+
Der neue Landrat Thomas Eichinger (CSU) bei der Vereidigung der neuen Kreistagsmitglieder.

Landsberg – In der konstituierenden Sitzung des Kreistags sind am Dienstag Landrat Thomas Eichinger (CSU) und die neu gewählten Kreisräte vereidigt worden. Außerdem wurden die Ausschüsse besetzt und die Stellvertreter Eichingers gewählt. 

Bei der Wahl des Vize-Landrats setzte sich Peter Ditsch (CSU) gegen Renate Standfest (GAL) durch. Auf den zweiten Vertreterposten wurde Ulla Kurz (SPD) gewählt. Ihr unterlag Monika Groner (GAL).

Die CSU ist im neuen Kreistag zwar stärkste Fraktion, hat aber mit 24 Sitzen keine absolute Mehrheit mehr. Bereits im Vorfeld der konstituierenden Sitzung hatte jedoch die siebenköpfige SPD-Fraktion signalisiert, dass sie bei der Wahl des Vize-Landrats den CSU-Kandidaten Ditsch unterstützen werde. Die CSU revanchierte sich dafür mit Stimmen für SPD-Kreisrätin Ulla Kurz als zweite Vertreterin Eichingers. 

Diesen Posten hätte nach eigener Aussage auch Renate Standfest (GAL) haben könne. Eichinger habe ihr bereits im Wahlkampf die Unterstützung der CSU-Fraktion bei der Wahl des zweiten Stellvertreters angeboten. Im Gegenzug, so Standfest, hätte sie „stillschweigend den Preis für dieses Mandat akzeptieren“ sollen, „unsere Stimmen bei der Wahl des CSU-Kandidaten als ersten Stellvertreter“. Stattdessen entschloss sich Standfest als Vertreterin der zweitstärksten Kreistagsfraktion zur Gegenkandidatur um dieses Amt. Sie forderte eine neue Kultur der Zusammenarbeit, zumal in Zukunft ohnehin fraktionsübergreifende Gestaltungsmehrheiten notwendig sein würden. In der geheimen Wahl unterlag sie jedoch Peter Ditsch mit 40:17 Stimmen. Je eine Stimme entfielen auf Hannelore Baur (SPD) und Hermann Dempfle (Bayernpartei). 

Ditsch war bereits in der letzten Sitzungsperiode stellvertretender Landrat, ist Ver- waltungsfachmann und Bürgermeister der Gemeinde Prittriching. Er könne Eichinger nicht nur Loyalität, sondern echte Unterstützung bieten, sagte der 54-Jährige. Ulla Kurz (62) arbeitete 25 Jahre im Bereich Kultur und Fremdenverkehr bei der Stadt Landsberg. Sie bringe „beste Voraussetzungen“ für das zweite Stellvertreteramt mit, sagte Albert Thurner (SPD). Auch sei mit der Wahl von Ulla Kurz der Regionalproporz gewahrt, da nun neben dem Ammersee-Westufer und den Landgemeinden auch die Stadt Landsberg im Führungstrio des Landkreises vertreten sei. 

Offene Abstimmung 

Gabriele Triebel (GAL) zeigte sich befremdet darüber, dass die Wahl des zweiten Stellvertreters in offener Abstimmung erfolgte. „Das hat für mich einen Geschmack von Kontrolle.“ Sogar „jede Klassensprecherwahl“ werde geheim durchgeführt. Landrat Eichinger und Jürgen Felbinger, Verwaltungsdirektor im Landratsamt, erklärten jedoch, das Abstim- mungsverfahren sei in der Bayerischen Landkreisordnung so festgelegt, daran müsse der Kreistag sich halten. Zu Beginn der Sitzung waren Landrat Eichinger und die neuen Kreisräte vereidigt worden. Im weiteren Verlauf wurden der wichtige Kreisausschuss sowie weitere Ausschüsse, Kommissionen und Referentenposten besetzt.

Ulrike Osman

Meistgelesene Artikel

Teststadt für "intelligente Mobilität"?

Landsberg – Wie kann man erreichen, dass die Bürger und Besucher der Lechstadt im Jahr 2035 problemlos, zeitsparend und umweltgerecht mobil sind? Das …
Teststadt für "intelligente Mobilität"?

Ab jetzt samstags

Dießen – Mit dem Ortsbus in die Schule oder zur Arbeit und am Samstag mit dem Bus zum Einkaufen. Wer in Dießen auf öffentliche Verkehrsmittel setzt …
Ab jetzt samstags

Alarmstimmung bei der Feuerwehr

Kaufering – Die Freiwillige Feuerwehr der Marktgemeinde hat Nachwuchssorgen. Das war eines der brennenden Themen auf der diesjährigen …
Alarmstimmung bei der Feuerwehr

Kommentare