1000 Stunden Ehrenamt

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Peter Kawohl erhielt jüngst das Feuerwehrsteckkreuz – die höchste Auszeichnung in Bayern für verdiente Feuerwehrleute verliehen.

Kaufering – Peter Kawohl ist seit 35 Jahren ehrenamtlich bei der Feuerwehr engagiert. Als Kreisbrandinspektor im Landkreis ist er teilweise Tag- und Nacht im Einsatz – die Freude an seiner Tätigkeit hat er immer behalten und ist dafür nun hoch dekoriert worden.

In der vergangenen Woche hat Regierungspräsident Christoph Hillenbrand verdiente Feuerwehrleute mit dem Feuerwehrsteckkreuz ausgezeichnet – darunter auch Peter Kawohl. Der KREISBOTE nahm das zum Anlass für ein Gespräch.

Herr Kawohl, in dieser Woche ist Ihnen das Feuerwehrsteckkreuz verliehen worden. Was ist das für eine Auszeichnung?

Peter Kawohl erhielt jüngst das Feuerwehrsteckkreuz – die höchste Auszeichnung in Bayern für verdiente Feuerwehrleute verliehen.

Peter Kawohl: „Das Steckkreuz ist die höchste Auszeichnung des Freistaats Bayern für Feuerwehrkräfte und wird für besondere Verdienste um das Feuerlöschwesen verliehen.“ Was bedeutet es für Sie, damit ausgezeichnet worden zu sein? Kawohl: „Die Auszeichnung ist für mich eine besondere Ehre, weil hierdurch auch der jahrelange ehrenamtliche Einsatzdienst gewürdigt wird und das Pflichtbewusstsein für diese oft schwierige Aufgabe anerkannt wird.“

Wie lange sind Sie schon bei der Feuerwehr aktiv? Wie sind Sie dazu gekommen?

Kawohl: „Ich bin 1978 in die Freiwillige Feuerwehr Kaufering eingetreten. Wir waren damals eine Gruppe gleichaltriger Jugendlicher und hatten eine Feuerwehrübung besucht. Von da an hat mich die Feuerwehr nicht mehr losgelassen.“

Sie sind auch Kreisbrandinspektor (KBI) – was darf man sich darunter vorstellen?

Kawohl: „Die Struktur ist nach dem bayerischen Feuerwehrgesetz so aufgeteilt, dass es einen Kreisbrandrat, Kreisbrandinspektoren und Kreisbrandmeister gibt. Wir haben die Aufgabe, die Gemeinden und Feuerwehren bei Fragen zum Brandschutz und zur technischen Hilfe zu beraten. Bei größeren Einsätzen können wir als sogenannter örtlicher Einsatzleiter die Feuerwehren vor Ort unterstützen. Unser Landkreis ist aufgeteilt in zwei Inspektionsbereiche Nord und Süd. Zu meinem Bereich – von der Landkreisgrenze im Norden bis zur Autobahn A96 – gehören 35 Feuerwehren.“

Wie sieht ihr „Alltag“ als KBI aus? Gibt es für einen Feuerwehrler überhaupt einen Alltag?

Kawohl: „Es ist hier viel Verwaltungsarbeit zu leisten, angefangen von Brandschutzbe­ratung und Brandschutzaufklärung, über Fragen zum Brandschutz und Schadenverhütung, Alarmpläne aufstellen, bis hin zu den Übungen und Einsätzen. Unser Alltag wird oft durch Einsätze unterbrochen und das kann eben zu jeder Sekunde oder jeder Tages- und Nachtzeit erfolgen. Im Jahr fallen so circa 900 bis 1000 Stunden an ehrenamtlicher Tätigkeit an.“

Nach all den Jahren – was ist Ihre Motivation bei der Feuerwehr zu bleiben?

Kawohl: „Das gute Gefühl, dass man durch seine persönlichen Einsatz, anderen in Not geratenen Menschen helfen kann.“

Gibt es als Feuerwehrler auch schlimme Erlebnisse, die einen zweifeln lassen? Können Sie sich an ein konkretes Erlebnis erinnern?

Kawohl: „Schlimme Ereignisse sind immer, wenn Personen bei Unfällen verletzt oder getötet werden. Und das besonders wenn Kinder oder Bekannte aus dem eigenen Umfeld dabei sind. Gerade bei Verkehrsunfällen erleben wir oft, wie durch Leichtsinn oder Gedankenlosigkeit, anderen Menschen oft schwerste Verletzungen zugefügt werden. Mir persönlich sind einige schwere Unfälle und Brände in Erinnerung geblieben.“

Was war das schönste Erlebnis, dass Sie mit der Feuerwehr erlebt haben?

Kawohl: „Das schönste Erlebnis war für mich jedes Mal, wenn man nach einem Einsatz nur ein kleines Dankeschön bekam oder sich nach einiger Zeit die Betroffenen mit oft netten Briefen für die Hilfe bedankten. Leider ist in der heutigen Zeit vielen nicht mehr bewusst, dass wir diese Tätigkeiten ehrenamtlich leisten.“

Die Freiwilligen Feuerwehren suchen derzeit dringend Nachwuchs. Warum sollten junge Leute zur Feuerwehr gehen?

Kawohl: „Im Feuerwehrdienst lernen die Jugendlichen in der Gemeinschaft den Umgang mit der Technik, erhalten eine Ausbildung über die unterschiedlichsten Brandschutzthemen und lernen dabei aber auch den kameradschaftlichen Umgang untereinander sowie den Grundsatz, sich gegenseitig zu helfen und zu unterstützen.“

Was geben Sie den Jugendlichen mit auf den Weg, die neu zur Feuerwehr kommen?

Kawohl: „Am Anfang ist vieles neu und man muss viel lernen und üben. Doch wenn man die ersten Prüfungen abgeschlossen hat, dann gibt es viele Möglichkeiten sich weiterzubilden und einige konnten dies im späteren Berufsleben bereits entsprechend nutzen beziehungsweise haben sich zum Dienst in einer Berufsfeuerwehr entschlossen.“

Janina Bauch

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