Abschied nach zwei Jahren

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Wird versetzt: Pfarrer Martin Jung – hier bei einer Segnung in einem Betrieb in Denklingen – wechselt vom Fuchstal nach Wigratzbad.  

Fuchstal – Gerade mal zwei Jahre wirkte Pfarrer Martin Jung im Fuchstal und unterstützte dabei Dekan Oliver Grimm in der 5.000 Katholiken zählenden Seelsorgegemeinschaft, zu denen die fünf Pfarrgemeinden Denklingen, Leeder (mit Welden), Asch (mit Seestall) sowie Oberdießen und Unterdießen gehören. Nun erhält er von der Diözese Augsburg – namentlich vom Generalvikar und Personalchef Harald Heinrich – den Auftrag, ab September in der Gebetsstätte Wigratzbad bei Wangen mitzuhelfen.

„Das kam total überraschend für mich. Ich wäre gern in der Pfarrseelsorge geblieben“, bekundet Pfarrer Jung im Gespräch mit dem KREISBOTEN. In Wigratzbad betreuen ein Direktor, zwei Benefiziaten, Pfarrer Jung als Priester zur Mitarbeit sowie Ruhestands-Geistliche und Aushilfen die vielen tausend Besucher dieser diözesanen Gebetsstätte.

Dort gibt es auch ein Pilgerheim mit knapp 150 Betten; die Gläubigen kommen aus ganz Bayern, Baden-Württemberg, aus der Schweiz und aus Österreich. In der Fastenzeit legen dort bis zu 5.000 Menschen aus nah und fern ihre Beichten ab. Jeden Sonntag werden fünf Gottesdienste angeboten.

Die Vielfalt der Pfarrseelsorge „von der Wiege bis zur Bahre“ – Pfarrer Jung hat in den zwei Jahren im Fuchstal 50 Kinder getauft und ungefähr genauso viele Beerdigungen gehalten –wird er in der großen Gebetsstätte wohl vermissen. Schon jetzt ist der 49-jährige Priester davon überzeugt, dass er sich „in absehbarer Zeit“ wieder als Pfarrer auf eine frei werdende Stelle in der Diözese Augsburg bewerben wird. „Ich bin ein Gemeindeseelsorger mit Leib und Seele“, bekennt der Priester.

Leitender Pfarrer einer großen Seelsorgeeinheit war Pfarrer Martin Jung bereits. Er hatte die Pfarreiengemeinschaft in Altenstadt an der Iller mit ihren 5.500 Katholiken aufgebaut und zusammengeführt, zu der zehn Orte mit zwölf Kirchen gehören. Doch spürte er, dass er da als verantwortlicher Pfarrer an seine gesundheitlichen Grenzen stieß. Er folgte der Empfehlung aus Augsburg, vorübergehend ins zweite Glied zu gehen. Im Herbst 2014 fing er im Fuchstal an.

Martin Jung stammt aus Deisenhofen bei Dillingen. Nach Kaplansjahren in Landsberg und Haunstetten wurde Baar-Ebenhausen im oberbayerischen Dekanat Pfaffenhofen zur ersten Pfarrstelle. Dann folgte für zehn Jahre die Herkulesaufgabe in der neu installierten Pfarreiengemeinschaft Altenstadt an der Iller.

Der Abschied nach nur zwei Jahren im Fuchstal falle ihm schwer. Er habe sich vom ersten Tag an in der Pfarreiengemeinschaft heimisch gefühlt, sagt der Priester, der im Hofgartenhaus in Leeder wohnt. Das Miteinander der Hauptamtlichen und Ehrenamtlichen habe bestens funktioniert.

Bis 20. August wird er in Urlaub sein. Und in der Woche vom Sonntag, 21. August, bis Sonntag, 28. August, wird er sich in den Gottesdiensten der einzelnen Pfarreien verabschieden. Seine letzte Messe wird er am Sonntag, 28. August, um 10 Uhr in Leeder halten.

Auf Pfarrer Jung folgt ein Seelsorger, der aus Indien stammt. Es ist Pater Joshy Augustine, der zurzeit in Augsburg in der Pfarrei St. Anton eingearbeitet wird. Deutsch gelernt hat er schon in Indien sowie seit September bis in den April täglich in Augsburg. Für ihn wird das Fuchstal die erste Kaplanstelle. Er wird nach zwei Jahren wieder gehen. So wie Pfarrer Jung. Aber mit dem Unterschied, dass es bei einem Kaplan ganz normal ist und im Dekret steht, während es bei einem Priester doch eine außergewöhnlich kurze Zeitspanne darstellt.

Johannes Jais

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