Pilotprojekt am Mühlbach

Die Kaskade am Dießener Mühlbach ist nicht nur schön anzuschauen. Künftig soll der Mühlbach auch an dieser Stelle zur Stromerzeugung genutzt werden.

„Die Anlage ist klein, dezentral und gut und sie ist ein Pilotprojekt.“ Grünen-Gemeinderat Michael Hofmann ist zufrieden. Anlass dafür ist die Präsentation von Tiefbauingenieur Stefan Wöllisch aus Starnberg, der die Ratsmitglieder kürzlich über die Vorteile einer „Steffturbine“ informierte. Sie eigne sich bestens für die Stromerzeugung am Wasserfall am Untermüllerplatz.

Angestoßen wurde die Idee, den Mühlbach auch an dieser Stelle wieder für die Energiegewinnung zu nutzen, von der CSU-Fraktion. Anfang Juni hatte Wöllisch bereits eine erste Machbarkeitsstudie für den Standort in der Fischerei vorgestellt: Bei einer Fallhöhe von 3,20 Meter brachte das Wasserrad der 1975 abgebrochenen Hofnermühle maximal 20 PS Leistung, so der Ingenieur im Rückblick. In den 70er Jahren sei es allerdings wegen der Lautstärke zu Querelen gekommen. Eine Wasserkraftschnecke bezeichnete Wöllisch als „zu laut und zu pompös für den Standort“: Ein überströmtes Kraftwerk sei unter den Kaskaden nur mit unverhältnismäßig hohem Aufwand zu installieren. Die „Steffturbine“ beruht dagegen auf einem vom Wassergefälle angetriebenen Umlaufband. Die kleine, leise Kom­- paktanlage könne ohne weitere Infrastrukturmaßnahmen in ein bis zwei Tagen installiert werden und rund 92 Megawattstunden Strom pro Jahr erzeugen. Das entspricht immerhin dem Jahresbedarf von 25 Haushalten. Sowohl der Schweizer Hersteller und das Institut für Wasserwesen der Bundeswehr-Universität München unter der Leitung von Dr. Helmut Kulisch seien sehr an einem Pilotprojekt interessiert. Außerdem würden sie das Kleinkraftwerk, das auch ohne größeren Aufwand jederzeit wieder abgebaut werden könnte, betreuen und optimieren, sagte Wöllisch. Der im Gemeinderat anwesende Dr. Kulisch lud das Gremium ein, die in Neubiberg laufende Versuchsanlage zu besuchen. Die Gesamtkosten für die nahezu lautlose Turbine liegen laut Möllisch bei 100000 Euro. Ein Betrag, der sich nach den Berechnungen des Ingenieurs in rund sechs Jahren amortisiert habe. Die Nutzungsdauer vergleichbarer Anlagen liegt bei 50 bis 70 Jahren. Der Gemeinderat schloss sich der Empfehlung von Bürgermeister Herbert Kirsch (Dießener Bürger) an, die Entscheidung bis zu den Haushaltsbera­tungen zurückzustellen. Mit Blick auf die geplante Sanierung der Mühlstraße sprach sich Kirsch dafür aus, die Gesamtkosten von 100000 Euro in den Haushalt einzustellen, sobald man Gewissheit habe, dass da „städtebaulich nichts konträr“ laufe.

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