Neues Leben für alten Gasthof

"Da haben Sie Glück für Ihr Dorf"

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Ein Glücksfall nicht nur für die Pitzlinger: Thomas und Bernhard Reicherzer wollen dem Ensemble des ehemaligen Gasthauses „Hirsch“ wieder Leben einhauchen.

Landsberg – Bei der Ortsteilversammlung in Pitzling hat Thomas Reicherzer geschildert, was er und sein Bruder Bernhard auf dem Grundstück des ehemaligen Gasthauses „Hirsch“ planen. Ein Wohnhaus, ein Mietshaus, einen Biergarten und einen Veranstaltungsraum – nicht abgeschottet und soweit wie möglich an das alte Bild angelehnt. Die Pitzlinger hat das überzeugt. Auch Stadtbaumeisterin Birgit Weber zeigte sich erfreut: „Da haben Sie Glück für Ihr Dorf“.

Er wird einsehbar sein, dieser faktische Ortskern in Pitzling, nicht zugebaut durch Garagen oder optische Hindernisse. Und er wird – zu bestimmten Anlässen – begehbar sein, dann etwa, wenn eine Veranstaltung in dem Gebäude stattfindet, das die alte Kegelbahn ersetzt. Oder wenn der neue Biergarten geöffnet ist, den die beiden Eventmanager aus Türk­heim und Landsberg betreiben wollen, allerdings „nicht als „Haupterwerb“.

Zugeständnisse sind das nicht – denn die beiden Brüder brauchen zwar Baugenehmigungen und auch der Gestaltungsbeirat spricht ein Wörtchen mit. Aber weniger Offenheit, weniger Tradition, weniger Behutsamkeit wären auch möglich gewesen. Das ist der Grund, warum Birgit Weber, deren Bauamt sich mit Reicherzer schon lange in Gesprächen befindet, der Überzeugung ist, es habe sich „eine gute Nachfolge“ für die ehemalige Wirtschaft gefunden.

Zeitgemäß und bewahrend zugleich, aber nicht historisierend, so soll der ehemalige Stadel für fünf Wohnungen genutzt werden. Ursprünglich waren sechs vorgesehen, aber es zeichnet sich ab, dass Familien mit Kindern nach Pitzling kommen wollen. In der Kubatur bleibt der Stadel gleich – allerdings müsse er natürlich Fenster erhalten, sagt Reicherzer. Weber und ihre Mitarbeiter legen auf den Stadel ein besonderes Augenmerk: „Er ist ortsbildprägend“. Das ehemalige Gasthaus soll zum Wohnhaus werden. Bernhard Reicherzers Ehefrau stammt aus Pitzling und zieht nun mit ihrem Mann dorthin zurück.

Verpachten wollen sie weder den Biergarten noch den Veranstaltungsraum – „es soll niemand betreiben, der damit sein Geld verdienen muss“. Daher können die beiden Brüder, die aus Mindelheim stammen, die Nutzung dosieren. In der Ortsteilversammlung hinterließ Thomas Reicherzer jedenfalls einen guten Eindruck – sensibel, problembewusst, gesprächsbereit.

Die konkrete Planung wird im Bau-, Planungs- und Umweltausschuss des Stadtrats beraten; dann haben die Pitzlinger erneut Gelegenheit, das Vorhaben zu begutachten. Bis dato sind sie zufrieden – explizites Lob und Applaus sprechen dafür.

Werner Lauff

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