Play-Off-Heimrecht noch greifbar

Dominik Schaefer (rechts unten) und Christian Kracher (rechts oben) mühten sich vergebens, am Ende hatte der Landsberg X-Press mit 18:21 das Nachsehen. Foto: Krivec

Viertes Überkreuz-Spiel mit der Bayernliga Süd, dritte Niederlage: Nach dem 18:21 in Feldkirchen (alle Punkte durch Quarterback Jason Bertrand) machen es die Footballer aus der Lechstadt weiter spannend. Noch allerdings hat es der Landsberg X-Press selbst in der Hand, sein Saisonziel zu erreichen: Mit einem deutlichen Sieg gegen Erlangen könnte man noch auf Platz 1 vorrücken und sich somit das Heimrecht für die Play-Offs sichern.

Wie schon mehrfach in den letzten Wochen begannen die Landsberger gut und lagen auch in Führung. „Aber irgendwas passiert bei uns im letzten Quarter dann eigentlich immer“, hadert Präsident Knut Dins. Diesmal waren es zwei Touchdowns des Gegners, die man jeweils von der 1-Yd-Linie hinnehmen musste. Besonders ärgerlich: Beide Male gelang es, die Lions dreimal bravourös aufzuhalten, die Punkte machten die dann im vierten und letzten Versuch. Für seine Defense fand Dins ohnehin lobende Worte. „Wenn die nicht so gut gestanden hätte, hätte Feldkirchen wesentlich mehr Punkte gemacht. Wir haben bis auf wenige Ausnahmen fast nur Läufe in die Mitte und kurze Pässe zugelassen.“ Auch im Angriff ging es gut für Landsberg los. Gleich im ersten Drive lief Jason Bertrand die entscheidenden sechs Yards zum 6:0 selbst. Dann machte sich allerdings wieder einmal negativ bemerkbar, dass in Wide Receiver Florian Borchert auch der beste Kicker des Teams fehlt – der anschließende Versuch, den Extrapunkt zu erzielen, scheiterte. Für den Rest der Partie versuchte man sich dann wieder an der 2-point-conversion, blieb aber auch dabei glücklos. „Wir müssen sicher wieder mehr das Kicken trainieren“, weiß auch Knut Dins. Zumal es letztlich diese fehlenden Zusatzpunkte waren, die den X-Press das Spiel kosteten. Denn obwohl Quarterback Bertrand offensichtlich auf den Geschmack gekommen war, noch zweimal seine Running Backs als Vorblocker losschickte und selbst mit zwei kurzen Läufen im zweiten und dritten Viertel punktete, reichte es zum Schluss wieder nicht zum Sieg. Mit einem 35-Yard-Pass kam Feldkirchen im ersten Viertel zum 6:6-Ausgleich – und bei den Lions hatte der Kicker das Visier besser eingestellt und traf zum 7:6. Nachdem der X-Press zwischenzeitlich mit 18:7 führte, waren es die beiden 1-Yard-Läufe mit den zugehörigen Extrapunkten, mit denen Feldkirchen das Spiel noch zu seinen Gunsten drehte. „Das war wieder eine unnötige Niederlage“, klagt Dins. „Mit drei Punkten Unterschied gegen Feldkirchen verloren, mit drei Punkten gegen München und mit sechs gegen Königsbrunn, das war alles sehr eng und hätte auch nicht sein müssen.“ Da aber auch der Rest der Bayernliga Nord in den vergangenen Wochen schwächelte, ist der Play-Off-Platz dem X-Press nur noch theoretisch zu nehmen. Ziel bleibt aber Platz 1, der im Halbfinale (nur ein Spiel) das Heimrecht bedeuten würde. Dazu darf man sich in den verbleibenden drei Punktspielen jetzt aber wohl endgültig keinen weiteren Ausrutscher mehr leisten. Ein Sieg im nächsten Heimspiel am Samstag (17 Uhr im Sportzentrum) gegen die Bamberg Bears sollte ohnehin Pflicht sein. Am Samstag, 7. Juli kommt es dann, erneut in Landsberg, zum Showdown mit den Erlangen Sharks, die derzeit zwei Punkte vor den Landsbergern an der Spitze liegen. „Wenn wir die mit mehr als 14 Punkten Unterschied schlagen, sind wir im direkten Vergleich vorne“, rechnet Knut Dins schon einmal vor. Eine Woche später muss der X-Press dann noch zu den Franken Timberwolves. Feldkirchen Lions – Landsberg X-Press 21:18 (7:6, 0:6, 0:6, 14:0). Punkte für Landsberg: 6:0 Bertrand (6-Yard-Lauf), 12:7 Bertrand (5-Yard-Lauf), 18:7 Bertrand (3-Yard-Lauf). Landsberg X-Press ohne Headcoach Landsberg – Aus der geplanten mehrjährigen Zusam­menarbeit wird nun doch nichts: Stefan Neblich ist beim Landsberg X-Press zurückgetreten. Ersetzt wird er zunächst nicht: Die Footballer werden die laufende Bayernliga-Saison ohne Head­- coach zuende bringen. Nach Neblichs Abgang kehrt allerdings Martin Hintermayr auf seine Position als Defense Coordinator zurück, auch der Rest des Trainerteams macht weiter. Die Aussprachen zwischen Vorstand und Trainer scheinen nicht gefruchtet zu haben, die Stimmung im Team verbesserte sich in der vergangenen Woche nicht wesentlich. Bereits am Donnerstag tauchte Neblich dann nicht mehr zum Training auf, vor dem Spiel in Feldkirchen teilte er X-Press-Präsident Knut Dins seinen Entschluss mit, sein Amt mit sofor- tiger Wirkung niederzulegen. Als Grund gab Neblich eine berufliche Chance an, die sich ihm geboten habe. Um diese zu nutzen, könne er den zeitaufwändigen Trainerposten nicht mehr weiter ausfüllen. Jetzt erst recht Für Dins, der langfristig mit Neblich die Landsberger Footballer weiter nach oben führen wollte, eine Enttäuschung. „Aber der viele Ärger der letzten Wochen macht es etwas leichter, die Entscheidung zu akzeptieren“, so der X-Press-Präsident. Die Niederlage in Feldkirchen schreibt er dann auch nicht dem Personalwechsel zu: „Ganz im Gegenteil, in der Mannschaft ist eine positive ,Jetzt-erst-recht-Stimmung‘ zu spüren.“ Generell macht Dins seinen Führungsspielern keine Vorwürfe: „Die Team-Captains haben ihr Bestes gegeben, um Ruhe in der Mannschaft zu behalten, auch wenn sie mit einigen Entscheidungen in der jüngeren Vergangenheit nicht einverstanden waren.“

Meistgelesene Artikel

Voreiliger Kahlschlag?

Landsberg – In Kaufering und Igling ist man verstimmt. Der Grund: Die beiden Kommunen sind im Rahmen der frühzeitigen Beteiligung von der Stadt …
Voreiliger Kahlschlag?

Teststadt für "intelligente Mobilität"?

Landsberg – Wie kann man erreichen, dass die Bürger und Besucher der Lechstadt im Jahr 2035 problemlos, zeitsparend und umweltgerecht mobil sind? Das …
Teststadt für "intelligente Mobilität"?

Alarmstimmung bei der Feuerwehr

Kaufering – Die Freiwillige Feuerwehr der Marktgemeinde hat Nachwuchssorgen. Das war eines der brennenden Themen auf der diesjährigen …
Alarmstimmung bei der Feuerwehr

Kommentare