Mit den Play-Offs liebäugeln

EVL-Neuzugang Nikolaus Meier (Mitte) stimmte Coach Dave Rich beim 5:2-Sieg in Peiting rundum zufrieden: „Er ist wertvoll für uns.“ Foto: Halmel

Absolut aussichtslos lag der EV Landsberg noch vor wenigen Wochen in der Oberliga abgeschlagen auf dem letzten Platz. Inzwischen hat man die halbe Mannschaft ausgetauscht, sich auf eine defensivere Spielweise zurückgezogen – und plötzlich sogar die Play-Offs noch im Blick. Der wieder einmal „unglücklichen 2:5-Niederlage“ gegen den SC Riessersee ließ der EVL am Sonntag ein 5:2 (1:0, 1:0, 3:2) gegen den EC Peiting folgen und ist damit wieder in Schlagdistanz zu Platz 8.

Man würde wohl lieber mit laufenden Kettensägen jonglieren, als mit EVL-Trainer Dave Rich derzeit den Job zu tauschen. Mit Lappalien wie stets akuten Finanzproblemen und teilweise unmotivierten Nachwuchsspielern gibt sich der 41-Jährige schon gar nicht mehr ab. Stattdessen stellt er sich weiterhin der scheinbar unmöglichen Aufgabe, eine Truppe, die während der laufenden Saison nach und nach zwangsweise zur Hälfte ausgetauscht wurde, zu einer Mannschaft zu formen und diese dann auch noch vom Tabellenende wegzuführen. Auf dem Weg zur „Mission Impossible“ gibt der 41-Jährige seiner Mannschaft schon seit Wochen ein komplett neues Konzept mit, am vergangenen Wochenende hat sie es erstmals konsequent umgesetzt: Teilweise sogar ohne Forechecker verteidigte man mit fünf Mann die blaue Linie höchst aggressiv und defensiv brachte damit schon im Heimspiel den SCR in große Nöte. „Wir sind in der Verteidigung weiter noch nicht so stark, das Team hat das jetzt auch verstanden, wir zwingen den Gegner damit, tief in das Drittel zu spielen und darauf sind wir dann vorbereitet“, so Rich. „Wir bekommen dann pro Spiel vielleicht nur vier oder fünf Konter, aber die müssen wir eben nützen.“ Genau das klappte am Freitag wieder mal nicht, obwohl das Team wie stets in dieser Saison bedingungslos kämpfte. Maaßen hätte bis zur 22. Minute bei drei besten Gelegenheiten gegen indisponierte Garmischer, die mehr mit Reklamieren denn mit Eishockeyspielen beschäftigt waren, treffen müssen, tat es aber nicht. Erst Anderson mit einem Schlenzer im Powerplay und Kerber, der einen Nachschuss unter die Latte hob, sorgten bis zum Ende des zweiten Drittels für die hochverdiente 2:1-Führung (Gegentor durch Rimbeck). Enorm stark? Dass das Schlussdrittel mit 4:0 an die Gäste ging, ließ allein deren Coach Markus Bleicher das „enorm starke und effektive Spiel“ seiner Truppe loben. Mehrfach konnte sich der SCR über zwei Minuten lang nicht aus dem eigenen Drittel befreien, euphorisch angefeuert von den knapp 600 Zuschauern schnürte der EVL den Gegner ein und erarbeitete sich Chance auf Chance. Rich: „Da müssen wir einfach das 3:1 machen, dann ist das erledigt.“ So aber kamen die Gäste durch Zilla (43.), Maier (46.) und Regan (54.) aus vier Gegen­stößen zu drei Treffern, die das Spiel entschieden; das 2:5 in der Schlussminute per Empty-Net-Goal war nur noch Formsache. Bei allen drei Treffern sah allerdings EVL-Neuzugang Patrick Ashton nicht gut aus, harmlose Schüsse kullerten an ihm vorbei ins Tor. Rich nahm ihn später aber in Schutz. „Er hat fast ein Jahr nicht gespielt, bei der 3:5-Unterzahl hat er gut gehalten. Danach hat er ein paar Fehler gemacht. Aber wenn man vorne irgendwann einmal trifft, ist das vergessen.“ So geschehen zwei Tage später in Peiting. Beim ECP trat der EV Landsberg mit derselben defensiven Ausrichtung an, machte beim zwischenzeitlichen 3:1 ebenfalls zwei grobe Fehler in der Defensive, doch das interessierte letzten Endes überhaupt niemanden mehr. Anderson, Bacek und Barz brachten Landsberg bis zur 48. Minute verdient in Führung, wobei man diesmal auch einmal das Glück hatte, das zuletzt so oft fehlte. Dem 3:1 durch Kreitl setzte Maaßen schnell das 4:1 entgegen, womit die Partie praktisch entschieden war. EVL-Coach Dave Rich: „Diesmal war unser Torwart auch heiß und gut wie es der von Garmisch am Freitag war, vorne haben wir endlich getroffen, das macht dann den Unterschied aus.“

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