Politischer Aschermittwoch fast CSU-frei

Die Quittung gab’s auf dem Bierdeckel

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Das Ergebnis der Bierdeckel-Wahl spiegelt die Stimmung beim Politischen Aschermittwoch im s‘ Maximilianeum wider – vernichtend für die CSU.

Landsberg – Am Ende bewies Andreas Maslo Galgenhumor und bedankte sich bei den Zuhörern im Stadttheater für den „Mitleids-Applaus“. Den hatte sich der CSU-Kandidat beim Politischen Aschermittwoch im s’ Maximilianeum redlich verdient.

Mit Listenplatz 27 ohnehin eher „Hinterbänkler“ vor der Stadtrats- wahl und unverhofft auf dem Podium gelandet, musste Maslo zur Überraschung des Publikums auf jegliche Unterstützung seiner Partei bei der Veranstaltung verzichten.

Stebt ein Mandat in Brüssel an, musste jetzt aber die für die CSU die Kohlen aus dem Feuer holen: Andreas Maslo.

Das Fehlen sämtlicher Mandatsträger der CSU nahm Moderatorin Susanne Kredo dann auch zum Anlass für einige Spitzen – zunächst in Richtung OB Mathias Neuner. Einige Sachverhalte hätte dieser „sicher gut erläutern können“, so Kredo, „er hat auch zweimal mündlich zugesagt, ist aber leider nicht hier. Entschuldigt ist er nicht.“ Neuner weilte während der Veranstaltung im Urlaub, er komplettierte damit aber lediglich die Liste der abwesenden CSU-Prominenz.

Neben dem OB fehlte der Kreisvorsitzende ebenso wie der Ortsvorstand, der Fraktionschef, die Referenten, sämtliche Stadträte, der Landratskandidat und vor allem auch die Bewerber für die nächste Kommunalwahl. Maslo, dessen Ambitionen eher Richtung Brüssel denn gegen Landsberg gehen, war erst in letzter Minute dazu erkoren worden, die Christsozialen zu vertreten. „Das ist in der Außenwirkung eine Katastrophe“, räumt Christian Hettmer (Listenplatz 5) unumwunden ein, „da stehen wir als CSU nicht gut da“.

Nicht alleine schuld

Der Geschäftsführer der CSU Landsberg gibt aber zu bedenken, „dass uns dabei auch nicht die alleinige Schuld trifft.“ Die Stadtratskandidaten hätten von der Diskussion im Stadttheater „am Dienstag aus der Zeitung erfahren.“ Man habe sich anschließend sofort bei Vorverkaufsstellen um Karten bemüht, die Veranstaltung war zu diesem Zeitpunkt aber bereits ausverkauft. Hettmer: „Ich möchte das nicht als Kritik an der Kleinkunstbühne verstanden wissen, aber es wäre vielleicht zu überlegen, ob man auch beim nächsten Mal wieder alle Karten in den freien Verkauf gibt. Und sicher wäre auch eine schriftliche Einladung hilfreich.“

Telefonisch allerdings war die Information und Einladung an die CSU (wie auch alle anderen Fraktionen) durchaus erfolgt. Bereits vor Monaten nahmen die s’ Maximilianeum-Macher auch mit CSU-Sprecher Helmut Weber Kontakt auf und bat darum, dass er oder ein Vertreter seiner Wahl für die CSU reden solle. „Warum diese Information nicht bis zu uns vorgedrungen ist, kann ich im Moment nicht sagen“, so Hettmer.

Sieht nicht gut aus

Weber selbst befand sich am Aschermittwoch im Urlaub und hatte damit einen triftigen Abwesenheitsgrund – wie viele andere, die die CSU auf dem Po­- dium oder im Publikum hätten vertreten können: Manche waren beruflich verhindert, andere hatten private Termine, einige fielen kurzfristig wegen Krankheit aus. „Wir haben uns sehr bemüht noch jemanden zu finden und ich kann niemand einen Vorwurf machen“, so Hett- mer, „aber insgesamt sieht das für die Außenstehenden natürlich nicht gut aus.“

Mit ihren Problemen war die CSU nicht ganz alleine: Auch Edelgard Dörre kam nach Terminproblemen bei der Landsberger Mitte erst sehr kurzfristig zu ihrem Einsatz im Rampenlicht – Ortsvorsitzender Hans-Jürgen Schulmeister verfolgte die Diskussion im Publikum sitzend.

Im Fokus stand zum Thema Abwesenheit allerdings Andreas Maslo. „Warum müssen Sie eigentlich hier die Kohlen aus dem Feuer holen, wenn sie das alles gar nicht zu verantworten haben und 25 vor Ihnen die Antworten geben sollten?“, fasste Moderatorin Kredo nach. Der 26-Jährige selbst gewann der Situation mit einem eleganten Dreh dann sogar etwas Positives ab: „Es gibt 30 Plätze im Stadtrat, elf davon besetzt die CSU, nur vier der bisherigen Vetreter kandidieren wieder, insofern stehe ich hier auch für den Wandel.“

UBV-Vertreter Dr. Reinhard Steuer sah das indes etwas anders. „Ich fühle mit Andreas Maslo. Die Leute, die er verändern will, sind nicht einmal hier. Ich bin an der Reformierung der Landsberger CSU schon gescheitert, ich wünsche ihm viel Glück.“

Christoph Kruse

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