Probleme mit den Chinesen

Radinspektion in Almaty: Felgen und Speichen sind in Ordnung. Christian Rottenegger muss nur noch die Fahrradketten wechseln. Fotos: Kniffler

Nach 7222 Kilometer auf dem Fahrrad haben die Windacher Christian Rottenegger und Annette Kniffler Almaty im äußersten Osten Kasachstans erreicht. Nun feh­- len ihnen noch weitere 4000 Kilometer bis zum Basislager des 8027 Meter hohen Shisha Pangma, den sie gleich im Anschluss mit Skiern besteigen wollen. Im KREISBOTEN berichten sie von den Schwierigkeiten, mit denen sie sich in den letzten Wochen herumschlagen mussten: mit der Organisation aller nötigen Permits für Tibet.

In Turkistan, dem Pilgerort mit einem von Timur erbauten Mausoleum aus dem 14. Jahrhundert, kommen schlechte Nachrichten aus China: Die Agentur, die mit der Organisation aller Permits für den Xinjiang-Tibet-Highway beauftragt war, will sich plötzlich an die eigenen Angebote und die längst getroffenen Vereinbarungen nicht mehr erinnern, verlangt astronomische Summen. Einen Tag später in Shymkent sieht es sogar so aus als ließen uns die Chinesen den einzig möglichen Weg durch Tibet zum Shisha-Pangma-Basislager überhaupt nicht mit dem Fahrrad befahren. Wir setzten alle Hebel in Bewegung, um die nötigen Genehmigungen doch noch zu beschaffen… Immerhin sehen wir in Shymkent schon die ersten hohen, schneebedeckten Gipfel des Himmelsgebirges, des Tien Shan – eine Wohltat nach den letzten Wochen, in denen wir bei stechender Sonne und bis zu 48 Grad Celsius radeln mussten. Je näher wir den Bergen auf dem weiteren Weg kommen, desto angenehmer werden die Temperaturen. Schon weit vor Taraz geht es hinauf auf ein langgestrecktes Hochplateau. Zum ersten Mal seit Wochen steht das Zelt auf grünem Gras. Endlich kühlt die Luft in der Nacht wieder so weit ab, dass man einen Schlafsack brauchen kann. Mit den Bergen und den kühleren Temperaturen kommen allerdings auch Wolken und Regen. Auf dem Weg zur kirgisischen Grenze und weiter nach Bishkek werden wir nicht nur einmal nass. Wenn sich dann allerdings abends für nur wenige Minuten die dunklen Wolken um die über 3000 Meter hohen Gipfel lichten und die Sonne auf die weitläufigen Getreide- und Gemüsefelder vor ihnen scheint, wissen wir einmal mehr, warum wir seit drei Monaten 15 Kilogramm Kameraausrüstung mit uns schleppen. In Almaty haben wir endlich einen Weg gefunden, die Tibet-Permits rechtzeitig bis Anfang August zu bekommen – ob wir uns auf den wirklich verlassen können, wird sich allerdings erst in Yecheng am südlichen Rand der Taklamakan-Wüste herausstellen.

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