Kracher auf der Kleinkunstbühne

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Eines der ganz großen Highlights in diesem Jahr: Maxi Schafroth, Rolf Miller und Philipp Scharri (v. links)  feiern mit dem s‘Maximilianeum am 24. November dessen 25-jähriges Bestehen. Grund genug für den Bayerischen Rundfunk, seine „Radiospitzen“ in Landsberg aufzuzeichnen.

Landsberg – Helmut Schleich, eines der bekanntesten Gesichter des bayerischen Kabaretts, kennt den Grund dafür, warum „in Landsberg das Gefängnis nicht der einzige Ort ist, der große Namen anzieht“. Seit „zweieinhalb Jahrzehnten“, also 25 Jahren, bereichert die Kleinkunstbühne Landsberg, s‘Maximilianeum, den hiesigen Veranstaltungskalender. Und das frisch gezimmerte Programm für die anstehende Jubiläumssaison hat es abermals in sich. An elf Terminen bringen gefeierte Künstler ihr buntes Repertoire auf die Bühne im Saal oder im Foyer des Neuen Stadttheaters. Von lustig bis nachdenklich, laut bis leise, brachial bis feinsinnig dürfte für jeden Geschmack etwas dabei sein.

Schleich weiß, was er an der Landsberger Kleinkunstbühne hat. Immerhin ist der gebürtige Schongauer hier schon 13-mal aufgetreten. Kein Zufall, denn Schleich lobt die Verantwortlichen, denen er zum 25-jährigen Jubiläum gratuliert, in höchsten Tönen: „Sie bringen sich seit einem Vierteljahrhundert in ein Projekt ein, das die Stadt bereichert und das mit voller Leidenschaft.“ Einer der derart gepriesenen ist Rolf-Jürgen Lang, 1. Vorsitzender des s‘Maximilianeums. „Natürlich“ sei das Jubiläum ein Grund zum Feiern, findet er. Und entsprechend ambitioniert haben Lang und seine Mitstreiter sich darum bemüht, ein verheißungsvolles Programm für die Saison 2016/17 auf die Beine zu stellen.

Den Auftakt macht Christian Springer am Tag der Deutschen Einheit, den 3. Oktober. Einen „hervorragenden Kabarettisten und Menschen“ kündigen die Verantwortlichen an, der mit seinem Programm „Trotzdem“ am Lech gastiert. Der Titel verrate es schon: „Weitermachen, nicht aufgeben und sich nicht den Schneid abkaufen lassen“, laute das Gebot. Was zunächst nach Coaching-Seminar klinge, sei vielmehr politisches Kabarett, in dem der „Trotzdem-Män“ Haltung zeigt und „auf unsere Feigheiten drauf“ haut.

Danach geben sich die vier Österreicher vom „Faltenradio“ mit ihrem Programm „Zoo“ die Ehre. Am 16. Oktober widmen Matthias Schorn, Solo-Klarinettist der Wiener Philharmoniker, und seine drei Mitstreiter „völlig vernarrt“ dem Tierreich ihr Augenmerk.

BR zeichnet auf

Das große Highlight, ein Kabarettabend der Extraklasse, erwartet das Publikum am 24. November. Maxi Schafroth, der Allrounder mit der Allgäuer Seele und Rolf Miller, der zuletzt den Deutschen Kabarettpreis einheimsen konnte, spielen im s‘Maximilianeum auf. Und zwar gemeinsam mit Philipp Scharri, in dessen humoriger Pokalvitrine sich neben dem Titel des deutschsprachigen Poetry Slam Champions auch die Deutsche Kabarettmeisterschaft findet. „Einwandfrei“, um es mit Millers Worten zu sagen, findet das auch der Bayerische Rundfunk, der an diesem Abend seine „Radiospitzen“ auf Ton bannt.

Ein nicht minder bekanntes Gesicht ist Max Uthoff, der seit Anfang 2014 durch „Die Anstalt“ im ZDF führt und am 25. November mit „Gegendarstellung“ in Landsberg auftritt. „So überzeugend böse und zugleich unterhaltsam war im deutschen Kabarett schon lange keiner mehr“, urteilt „Die Welt“.

„Opener“ bei der allerersten Premiere des s‘Maximilianeums vor 25 Jahren war Mistcapala. Bestandteil des „Herrenquartetts“, das mit dem Programm „Wurst statt Käse“ am 26. November daher kommt, ist damals wie heute Armin Federl, Gründungsmitglied der Kleinkunstbühne. Klar, dass die im Jahr 2000 um einen „Quoten-Ossi“ verstärkte Combo auch in dieser Saison nicht fehlen darf.

„Ein ganz besonderes Schmankerl aus Wort- und Musikbeiträgen“ kündigt sich am 18. Dezember an. Die Raith-Schwestern sind das diesjährige Weihnachtsbrettl. Die „oberpfälzer Donnerstimmen“ mitten in der staden Zeit? Das passt, finden die Verantwortlichen. Denn es gäbe da noch eine andere, eine ruhige Seite. Und die wird in „Wissts wou mei Hoamat is“ nach außen gekehrt. „Die Wurzeln, ihre originäre Herkunft, das, was die Raithschwestern mit ihrer Heimat verbindet“, stehe im Vordergrund. Ungeahnt leise, ruhig und besinnlich.

"Hochwassermonolog"

Seine Dernière, den letzten Auftritt seines Programms „Tendenz steigend“, gibt Sigi Zimmerschied am 8. Januar. Der Passauer, der derzeit als Moratschek im Film „Schweinskopf al dente“ in den Kinos zu sehen ist, hält seinen „Hochwassermonolog“ so, wie Kabarett sein soll: „Es kommt überraschend, mit aller Kraft, fordert alle Sinne und hinterlässt irritierte Sicherheit.“

Rudi Zapf, Vorreiter der neuen bayerischen Volksmusik und Meister an Hackbrett und Akkordeon, beehrt das s‘Maximilianeum dann am 19. Februar. Gemeinsam mit Jazzgeigerin Sunny Howard und Kontrabassist Harry Scharf lädt er ein zu einer musikalischen Entdeckungsreise durch die westliche und östliche Hemisphäre. Passend zum Programmtitel „Grenzenlos“.

Musikalisch bleibt es mit HISS. Auch sie treten eine musikalische Expedition an, und zwar von „Sansibar nach Santa Fe“. Balkan-Blues, Polka‘n‘Roll und Taiga Twist stehen ebenso auf dem Programm, wie Wildwest-Walzer. Reiseleiter am 12. März ist Akkordeon-Virtuose Stefan Hiss mit seinen vier Mitstreitern. Zusammen sind sie „längst Lieblinge des Feuilletons und Idole der Massen“, verspricht die Programmvorschau.

Ein wildes Potpourri aus Puppenspiel und Kabarett braut Josef Pretterer mit „Herzversagen“. „Der Exot der deutschen Kleinkunstszene“ schaut am 9. April in Landsberg vorbei.

Besonders freut sich Armin Federl, der auch als Programmplaner der Kleinkunstbühne fungiert, persönlich auf den 7. Mai. Schon lange sei es ihm nicht mehr passiert, dass ihn die „BR Radiospitzen“ derart begeistert hätten, dass er vor Lachen seine Autofahrt unterbrechen musste. Doch jüngst war es soweit. Geschafft hat das Gery Seidl, frisch prämierter Preisträger des „Salzburger Stiers“. Er nimmt mit seinem Programm „Sonntagskinder“ Anlauf, das Landsberger Publikum zu erobern.

Alle Veranstaltungen beginnen um 19.30 Uhr. Weitere Informationen finden sich unter www.kleinkunstbuehne-landsberg.de. Karten gibt es unter anderem beim KREISBOTE am Rossmarkt in Landsberg.

Rasso Schorer

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