Aus Pappe Großes schaffen

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Kreatives aus Karton schaffen Cardboarders aus aller Welt – meist ist es interaktiv.

Landsberg – Schon einmal etwas von „Cardboarding“ gehört? Nein? Dann wird sich das spätestens im Oktober ändern. Denn dann findet in Landsberg das Projekt „Architectus Lucis“ im Zuge des Dominikus-Zimmermann-Jahres statt. Das Ziel ist es, Lichtarchitektur wie Zimmermann selbst es tat, zu schaffen – allerdings aus Karton statt aus Stuck.

Astrid van der Velde und Mathijs Stegink sind „Cardboarder“. Die beiden Niederländer bauen Puppen, erschaffen Wälder und ganze Städte aus Pappe. Gestern waren sie zu Gast beim Vorstand des Vereins KunstBauStelle Wolfgang Hauck, um Ideen für das vom 15. bis 23. Oktober geplante Projekt „Architectus Lucis“ zu sammeln und auszutauschen sowie die Aktion vorzustellen.

Entwickeln gemeinsam Ideen für das Projekt „Architectus Lucis“ im Oktober: Wolfgang Hauck von der KunstBauStelle sowie die beiden niederländischen „Cardboarders“ Astrid van der Velde und Mathijs Stegink (v. rechts).

Gemeinsamkeiten, aber auch Gegensätze mit dem Baumeister und Architekten Zimmermann sind schnell gefunden: Beim Cardboarding komme es nicht nur auf Details an, sondern auf das Gesamtbild, erklärt Astrid van der Velde. Ebenso wie bei Zimmermanns Architektur. Während aber die Kunst des Rokoko für die Ewigkeit geschaffen wurde, wird das Kunstwerk aus Pappkarton nach der Fertigstellung – und wenn es dokumentiert wurde – zerstört, ergänzt ihr Kollege Mathijs Stegink. Die Idee des Projektes ist es unter dem Motto „Wir folgen dem Schaffen von Dominikus Zimmermann“ gemeinsam ein Bauwerk zu errichten und die Lichtkunst selbst zu erleben. „Dazu sind alle Landsberger eingeladen“, sagt Hauck beim Pressegespräch. Das Gute an „Cardboards“ sei es, dass die Leute keine Scheu hätten, damit zu arbeiten, wirft Stegink ein, da es ja „nur“ Pappe ist.

Und schließlich sollen möglichst viele Leute an dem Projekt mitarbeiten. Kinder, Jugendliche und Erwachsene können gemeinsam ihre Ideen in Pappe verwirklichen – die Profis van der Velde und Stegink helfen bei der Umsetzung und dem Umgang mit Heißklebepistole, Teppichmesser und Kabelbinder.

Doch ganz entscheidend kommt es beim „Cardboarding“ auf Interaktivität an, sind sich die beiden Experten einig. So bauen sie normalerweise Roboter, die miteinander kämpfen oder Boote, die wirklich – zumindest ein Stück – über Wasser fahren können. Immerhin habe Interaktivität auch bei vielen anderen Aktionen der Veranstaltungsreihe zum Dominikus-Zimmermann-Jahr im Vordergrund gestanden, so Patricia Eckstein vom Kulturbüro, weshalb das Projekt der KunstBauStelle gut dazu passe. Am Ende der Projektwoche soll dann eine Ausstellung oder Parade stattfinden, da ist Wolfgang Hauck sich noch nicht ganz sicher. „Auf jeden Fall ein Event.“

Astrid Neumann

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