Protest gegen Podest – BN will Aussichtsplattform in den Seeanlagen stoppen

Protest gegen das Podest: Die Dießener Ortsgruppe des Bund Naturschutz möchte, dass die Marktgemeinde auf den Bau der Aussichtsplattform in den neu zu gestaltenden Seeanlagen verzichtet. Begründung: Der Erlebniswert der Natur an dieser Stelle bleibe durch einen Blick von dem 80 Zentimeter hohen Podest weiter äußerst begrenzt und stehe kaum im Verhältnis zum Aufwand von rund 80000 Euro, so BN-Vorsitzender Eberhard Sening.

Es sei zwar zu begrüßen, so Sening in seinem Antrag, dass das Schilf erhalten bleibe und den Bürgern gleichzeitig ein Blick zum See ermöglicht werden soll. „Natur erleben und genießen kann man unserer Meinung nach jedoch nicht von einem ungeeigneten Standort.“ Direkt hinter dem Schilfgürtel befinden sich Steganlagen und Boote des Dießener Segelclubs. Als weiteres Argument gegen die Aussichtsplattform führt der BN an, dass die Gemeinde offensichtlich auch künftig das Parken auf dem Festplatz dulden wolle. Das Erleben der Natur von einer Autostellfläche aus sei keine unterstützungswürdige Attraktion, so Sening. Mehr Transparenz Den BN-Antrag nahmen die Räte mit geteilter Meinung auf. Was das Parken anbelangt, wiederholte Bürger­meister Herbert Kirsch, dass man sich mit dem Thema noch­mals befassen wolle. Erich Schöpflin (SPD) gab zu Bedenken, ob man die Entscheidung des Gemeinderates, der sich im Juli eingehend mit den Plänen des Büros Lex-Kerfers befasst hatte, ausreichend transparent gestaltet habe. Er schlug vor, die Planung des Podestes aufzuheben. Edgar Maginot (CSU) hinterfragte, ob das Schilfmähen an dieser Stelle streng verboten oder ob gar nicht gefragt worden sei. „Denn wir wissen alle: das Schilf ist jahrhundertelang gemäht worden und ist immer noch da“. Kirsch bestätigte, dass dies bisher nicht geklärt wurde, er wolle dies jedoch nachholen. Wenn überhaupt, dann sei das Schilfmähen lediglich außerhalb der Brutzeit möglich, so Franz Sanktjohanser (OKD), und Johann Vetterl (FW) gab zu Bedenken, dass Schilf beim Mähen von Jahr zu Jahr kürzer und dünner werde. Für die Einstellung der See-Podest-Planung sprach sich bei der Abstimmung lediglich Wolfgang Salzmann aus. Der CSU-Gemeinderat hatte zuvor be­mängelte, dass die Tagesord­- nung der Juli-Sitzung nicht explizit eine Entscheidung über eine Aussichtsplattform beinhaltet hatte. Kirsch hatte jedoch eine Diskussion über Formalitäten nicht zugelassen.

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