Zurückgerudert:

Mosaik-Rest darf bleiben

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Ob dieses Mosaik am Flößerplatz trotz der OB-Anweisung bleibt?

Landsberg – Städtische Arbeiter schlugen die kleinen Kunstwerke ab, der Protest kam heftig, die Reaktion aus der Verwaltung schnell: Oberbürgermeister Neuner habe „angewiesen, keine weiteren Mosaikfliesen entfernen zu lassen“, ließ die Stadt in einer Pressemitteilung wissen – wenige Stunden, nachdem der Bericht des KREISBOTEN im Internet für erhebliches Aufsehen gesorgt hatte. Bei genauem Hinsehen zeigt sich aber, dass gründlich gearbeitet wurde und nicht mehr viele Fliesen übrig sind.

Die kleinen Mosaike im Stile des weltbekannten Straßenkünstlers „Invader“ seien keine Kunst, hatte man intern im vergangenen Jahr nach einiger Diskussion beschlossen. Die damalige (Kultur)Bürgermeisterin Sigrid Knollmüller hatte zu den Bildern zunächst keine Erklärung parat, der ebenfalls beigezogene Kreisheimatpfleger Fees-Buchecker vermutete erst einmal „Geocaching“-Punkte, kam dann allerdings schnell auf die richtige Spur: „Invader“. Erhaltenswert sei das aber nicht, beschloss man und wies an, die Fliesen „sukzessive“ zu entfernen.

"Vier bis fünf Stellen"

Wer diese Anordnung gab, will OB Mathias Neuner (CSU) auch auf Nachfrage nicht sagen. In der jüngsten Stadtratssitzung hatte er die Verant- wortung noch auf sich genommen, jetzt wird das Thema in der Pressemitteilung umschifft. Unklar ist, wieviele Fliesen eigentlich entfernt wurden – genau weiß man das scheinbar auch bei der Stadt nicht. An „möglicherweise vier bis fünf Stellen“ sei man zu Werke gegangen, so die offizielle Verlautbarung.

Da muss sich allerdings jemand verzählt haben. Selbst bei oberflächlicher Nachschau fällt auf, dass wesentlich mehr Bilder fehlen. Unter anderem am Hellmair-Platz, in der Brudergasse, im Mühlbach, am Peter-Dörfler-Weg, der Sandauer Straße, der Neuen Bergstraße, am Holzmarkt und Infanterieplatz leuchten nur noch quadratische helle Flächen, wo drei Jahre lang die Fliesen hingen. Am Flößerplatz wurde ein entferntes Mosaik offenbar durch ein neues ersetzt, das möglicherweise zeigt, was der Künstler von der städtischen „Säube­rungsaktion“ hält.

Von seiten der Bürger hatte es keine Beschwerden über die schwarz-weißen Fliesen gegeben. Warum man ausgerechnet jetzt also damit begann, die Straßenkunst zu entfernen, bleibt auch nach der Stellungnahme der Stadt rätselhaft. Immerhin hingen die ersten Mo­saiken schon vor drei Jahren in der Altstadt. „Da diese Fliesenbilder nicht sofort aufgefallen sind, wurde nicht umgehend reagiert“, heißt es zwar in der Pressemitteilung. Allerdings hatte der KREISBOTE schon im Jahr 2011 im Stadtbauamt genau nach diesen Fliesen gefragt – und da waren sie bereits bekannt: „Wir haben sie gesehen, wissen aber nicht, wo sie herkommen“, hieß es damals.

Jetzt sind nicht mehr viele Exemplare übrig. Die „Rettungsanweisung“ des Oberbürgermeisters betrifft nur noch die Fliesen, die möglicherweise übersehen wurden, ohnehin nicht an öffentlichen Gebäuden angebracht oder schwer erreichbar sind. Wer sich den Rest ansehen will, hat die Möglichkeit dazu unter anderem noch in der Ausfahrt der Tiefgarage in der Lechstraße, an der Weishauptmühle (von der Brücke am Bäckertor aus), am Fußweg zum Schlossberg und am Anwesen Herkomerstraße 82 (neben Ohrwerk).

Christoph Kruse

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