Pürgen muss kürzer treten

Mit einem „sehr angespannten Haushalt“ geht Pürgen in das Jahr 2010. Um die bereits begonnenen Maß­nah­men, aber auch die geplanten Investitionen finanzieren zu können, muss die Gemeinde in diesem Jahr voraussichtlich Kredite in Höhe von rund zwei Millionen Euro aufnehmen. Damit könnte sich die Pro-Kopf-Verschuldung von 976 auf 1407 Euro erhöhen.

„Das Volumen der geplanten Maßnahmen ist gewaltig“, räumte Bürgermeister Klaus Flüß vergangene Woche in der Ratssitzung ein. Die energetische Sanierung von Schule (2 Mio. Euro) und Kindergarten (300000 Euro) allein rechtfertigten jedoch die geplante Kreditaufnahme von 1,99 Millionen Euro. „Wir gehen damit nur auf Nummer sicher“, so Flüß. Denn sollten die bereits für 2009 erwarteten Zuschüsse heuer kommen, „dann nehmen wir natürlich weniger auf.“ Schulden steigen Da die Gemeinde trotz der vorgesehenen Kreditaufnahme noch Darlehen in Höhe von 595000 Euro tilgen wird, liegt die Nettoneuverschuldung bei rund 1,4 Mio. Euro. Folglich steigt der Schuldenstand von 3,17 auf voraussichtlich 4,57 Millionen Euro an. Für die Einwohner bedeutet dies eine Pro-Kopf-Verschuldung von 1407 Euro (2009: 976 Euro). Flüß betonte, dass sich der Schuldenstand der Gemeinde während seiner Amtszeit von über fünf Millionen Euro im Jahre 2002 zwischenzeitlich auf bis zu 2,9 Millionen reduziert habe. Notwendige Investitionen in den Straßenbau sowie in kommunale Einrichtungen führten jedoch zu einem erneuten Schuldenanstieg. „Wir haben in den letzten Jahren sehr viel bewegt“, so Flüß. „Aber in Zukunft müssen wir wieder etwas zurücktreten, um von den Schulden runter zu kommen.“ Gleicher Ansicht war Gemeinderat Manfred Haschka: „Wir vom Finanzausschuss können damit leben, aber wir müssen uns auf die Fahne schreiben, dass wir uns an die Haushaltsstellen halten und nicht leichtfertig überschreiten.“ Der Verwaltungshaushalt mit seinen Einnahmen und Ausgaben hat 2010 ein Volumen von etwa 3,96 Mio. Euro, der Vermögenshaushalt von 4,28 Millionen. Wie Geschäftsstellenleiter und Kämmerer Raimund Hohenauer erläuterte, könne angesichts sinkender Einnahmen dieses Jahr nichts vom Verwaltungs- in den Vermögenshaushalt zugeführt werden. Statt­dessen muss die Gemeinde, um ihre laufenden Kosten decken zu können, auf ihre Rücklagen zurückgreifen und 157700 Euro aus dem Vermögenshaushalt entnehmen. Vor allem bei den Steuern und allgemeinen Zuweisungen hat Pürgen im Verwaltungshaushalt einen Einnahmerückgang zu beklagen. So sinkt der Anteil an der Einkommensteuer um 300000 Euro auf 1,18 Millionen Euro. Und auch die Schlüsselzuweisungen vom Freistaat Bayern haben sich deutlich verringert: von 246000 in 2009 auf 129000 Euro. Dem gegenüber steht auf der Ausga­ben­seite die Kreisumlage, die mit 1,27 Millionen Euro zu Buche schlägt. „Ich will die Kreisumlage nicht verteufeln“, sagte Rathauschef Flüß, „der Landkreis hat viel in die Schulen investiert, aber irgendwo sind na­türlich Grenzen erreicht.“ Zu den wichtigsten Einnahmen im Vermögenshaushalt zäh­­len die Zuweisungen vom Staat für die energetische Sanierung von Schule und Mehrzweckhalle aus dem Konjunkturpaket II in Höhe von 1,34 Millionen sowie 400000 Euro aus Grundstücksverkäufen. Investieren will die Gemeinde neben Schule und Kindergarten unter anderem heuer noch in die weitere Erschließung der Gewerbegebiete Pürgen und Lengenfeld (283000 Euro) sowie in den Ausbau der Breitbandversorgung (100000 Euro). Im Zuge der Dorfer­neue­rung sind außerdem bei Ummendorf ein Regenrückhaltebecken sowie die Asphaltierung des Hofstettener Weges vorgesehen (250000 Euro). Die Haushaltssatzung 2010 verabschiedete der Gemeinderat letztlich einstimmig.

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