Junge Musik auf mittelalterlichem Schloss

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Über 7.000 junge Musikfans kamen zum ersten Puls Open Air Festival auf Schloss Kaltenberg. Dicht gedrängt verfolgten sie die 35 Live Acts wie hier die Gruppe Chinah auf der Hauptbühne in der Arena.

Kaltenberg – Der junge Heinrich Prinz von Bayern ist am Puls der Zeit und lockt die Jugend auf Schloss Kaltenberg! Wo sich sonst Ritter mit Schwertern und Lanzen verdreschen, fand zum ersten Mal das Puls Open Air Musikfestival statt, veranstaltet vom jungen Programm des Bayerischen Rundfunks. Über 7.000 Besucher folgten dem Ruf des Senders, der vor allem im Netz und als App die vornehmlich jungen Hörer mit ihrer angesagten Musik versorgt.

So gemischt das Programm mit 35 Live-Acts war, so gemischt zeigte sich auch das Wetter. Am Freitag strahlte die märchenhafte Festival-Location im Sonnenschein, am Samstag hingen dunkle Wolken über dem Gelände und zwischendurch gab‘s heftige Regenschauer. Was aber die Stimmung des Publikums nicht trübte. Mit Regenumhängen und Gummistiefeln waren sie überall dabei, wo Musik und Action stattfand. Und die gab es auch auf dem Zeltplatz, wo 4.000 Besucher campierten.

Schlachthofbronx auf dem Schloss

Viele Festival-Gäste kamen mit der S-Bahn über Geltendorf und dem kostenlosen Shuttle-Service aufs Gelände. Oder aus der Region mit „Taxi Mama“, wie die Auto-Schlangen mit LL-Kennzeichen und vollgepackt mit aufgeregten jungen Leuten zeigte. Aus ganz Deutschland waren die Fans angereist, eine Gruppe kam sogar aus Barcelona.

Hausherr Heinrich Prinz von Bayern, Geschäftsführer der „Ritterturnier Kaltenberg Veranstaltungs GmbH“ und Ur-Ur-Enkel des letzten Bayerischen Königs Ludwig III., zeigte sich vom Festival mit all seinen bunten Facetten begeistert: „Veränderung ist die einzige Konstante im Leben. Also wäre es doch schade, unsere tolle Location mit ihrem Riesenpotential außerhalb des Mittelalter-Genres für neue Ideen zu blockieren.“

Für sein Okay hätten ihn schließlich das ausgereifte Konzept und das energiegeladene Team des Bayerischen Rundfunks überzeugt: „Wir erleben hier die Geburt eines neuen Sterns am Festivalhimmel!“

Mit dem Schloss Kaltenberg habe das Puls Open Air eine besondere Heimat gefunden mitten im Dreieck München, Landsberg und Augsburg. Das Gelände mit seiner einzigartigen Kulisse und drei Bühnen biete auch ausreichend Platz für Aftershow-Partys und und ein großzügiges Campingareal, wie Puls-Redaktionsleiter Thomas Müller und Festivalkoordinator Andy Barsekow gegenüber dem KREISBOTEN betonten. Der Termin für das nächste Jahr stehe nach dem tollen Start bereits fest: 9. und 10. Juni 2017.

Wobei die Veranstaltung laut Thomas Müller keine Konkurrenz zu den etablierten großen Festivals wie „Rock am Ring“ werden soll. Puls Open Air bediene mit seinem Musikkonzept und Rahmenprogramm ein ganz anderes Klientel, als es Gruppen wie Rammstein oder Böhse Onkelz anlocken. In Kaltenberg sah man keine glatzköpfigen Hard Rock- und Heavy Metal-Jünger mit Volltätowierung, sondern vornehmlich fröhliche junge Leute zwischen 16 und 30, die das ganze als friedliches buntes Happening erleben wollten und nicht als exzessives Besäufnis zu Bassgedröhne.

Das hatten wohl zunächst auch die Einwohner von Kaltenberg befürchtet. Darum ging eine Abordnung des Bayerischen Rundfunks Wochen vor dem Termin in Vertretermanier von Haus zu Haus, beruhigte und verteilte Freikarten für das Festival. Und die Kaltenberger nahmen die Einladung an. In kleinen Gruppen sah man sie an beiden Festivaltagen durch das Gelände marschieren und konnte in ihren Gesichtern die Erleichterung ablesen, dass alles absolut friedlich und gesittet zuging.

Die Puls-Radiomacher aus München waren mit einem Team von über 100 Mitarbeitern angereist, um einen reibungslosen Ablauf dieser Großveranstaltung zu gewährleisten. Neben den Technikern waren Redakteure, Reporter und Kameraleute rund um die Uhr im Einsatz. Schließlich wurde das Event im einem Livestream via Internet übertragen und Aufzeichnung werden im Radio laufen und im Fernsehen gezeigt. Die Highlights sendet EinsFestival am 22. und 29. Juni, EinsPlus am 26. Juni und am 3. Juli sowie das BR-Fernsehen am 4. und 11. August.

Großartige Acts wie Milky Chance, Crystal Fighters, BOY, OK, KID, Chinah, Schlachthofbronx oder Frittenbude begeisterten auf den drei Bühnen das junge Publikum. Der Künstler Sepalot von Blumentopf war privat zu Gast und sprang spontan für den erkrankten Dexter ein und bekam dafür Riesenapplaus. Unerkannt mitten im Publikum: Seine königliche Hoheit Heinrich Prinz von Bayern.

Für das kommende Jahr ist mit noch mehr bekannten Künstlern zu rechnen, wie der „Spionage“-Besuch von Rüde von den Sportfreunden Stiller zeigte. Die Puls-Redaktion will neben etablierten Gruppen aber auch weiterhin jungen Musikern die Chance bieten, sich vor einem großen Publikum zu beweisen. Gerade diese Mixtur aus bekannten Künstlern und vom BR geförderten Newcomern mache den Reiz von Puls Open Air aus, so Thomas Müller.

Auch abseits der Musikbühnen war viel geboten für das junge Publikum. In einem Mediacenter konnte man sich mit einem Frage-Antwort-Spiel via Tablet in eine Backstage-Lounge mit freier Bewirtung raten. Oder in der Disco wurden wertvolle Preise ausgespielt. Wer beispielsweise einen der Ritter, die beide Tage mit klappernder Rüstung durchs Gelände spazierten, mit auf die Bühne brachte, wurde mit einem nagelneuen Handy belohnt. Natürlich mit bereits downgeladener Puls-App.

Dieter Roettig

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