Qual und Enttäuschung gehören dazu

Das Ziel, den 8027 Meter hohen Shisha Pangma, schon vor Augen, mussten Christian Rottenegger, Annette Kniffler und Helmut Hackl gegen Sturm und Kälte ankämpfen. Fotos: Kniffler

Sie haben 8941 Kilometer auf schwer bepackten Fahrrädern zurückgelegt, sich durch schier endlose Steppenlandschaften, Wüste und das menschenfeindlich­ste Gebiet Tibets gekämpft, um dort einen der höchsten Berge der Welt zu besteigen, den 8027 Meter hohen Shisha Pangma: Christian Rottenegger und Annette Kniffler aus Windach. Enorm viel hatten sie sich vorgenommen, als sie sich am 1. April dieses Jahres am Ammersee auf den Weg machten. Nun sind sie seit einigen Tagen wieder zurück.

„Wir haben viel von dem erreicht, was wir wollten, haben Unglaubliches, Beeindruckendes, Beängstigendes und Erstaunliches gesehen, mussten aber auch akzeptieren, dass es Dinge gibt, auf die wir keinen Einfluss haben, die wir beim besten Willen nicht ändern können“, ist Rotteneggers Bilanz von einer Ultratour, die ihm und der Journalistin Annette Kniffler in den letzten sechseinhalb Monaten alles abverlangte. In China war es die Polizei, die ihnen alle erdenklichen Hürden in den Weg stellte und ein Verbot nach dem anderen aussprach, in Tibet der Staub in der Luft, der das Radeln zur Qual machte und die Lungen zum Rasseln brachte. Für den KREISBOTEN berichtete Annette Kniffler mehrfach von ihren Eindrücken der Ultratour. Als Rottenegger und Kniffler nach 90 Radltagen endlich mit den Rädern das Fahrerlager des Shisha Pangma auf 5000 Meter Höhe erreichten und im September mit der Expedition zu dem eindrucksvollen Eisriesen beginnen konnten, war Rotteneggers Gesundheit angeschlagen. Die Medikamente schlugen kaum an. Ungeachtet dessen baute er zusammen mit seinem Freund und Bergkameraden Helmut Hackl das rund 6400 Meter hoch gelegene erste Hochlager auf. Danach wurde es stürmisch am Berg und von Tag zu Tag spürbar kälter. Keine guten Voraussetzungen, um Lungenprobleme auszukurieren. Und so kam es schließlich wie befürchtet: Beim Anstieg in Richtung Gipfel wird Rottenegger von Hustenanfällen geplagt, er bekommt kaum Luft, muss schließlich die anderen allein weitergehen lassen und später vom Basislager aus zusehen, wie Hackl bei perfekten Verhältnissen am 11. Oktober um 14:03 Uhr die letzten Meter hinauf zum Gipfel klettert. „Das war für mich einer der härtesten Momente der ganzen Ultratour, obwohl ich mich natürlich für Helmut sehr gefreut habe. Immerhin haben wir absolut einzigartige Bilder von oben mit nach Hause gebracht. Dieses Ziel haben wir erreicht“, betont Rottenegger. In Windach wartet nun die nächste große Herausforderung auf ihn: Er muss die Unmengen an Fotos und Filmen sichten, die auf der Ultratour II entstanden sind, und die Highlights aus diesem riesigen Bildreservoire zu einer Multivision zusammenstellen. „Ich will den Zuschauern natürlich vor allem die schönen, berührenden und beeindruckenden Momente näher bringen, aber die Niederlagen, Qualen und Enttäuschungen gehören eben auch dazu.“ Der Vortrag soll schon im Frühjahr Premiere feiern – die Zeit ist also knapp. Vortragstermine und weitere Infos unter www.christianrottenegger.de sowie www.ultratour2.de.

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