Rabiater Freund – 44-Jähriger schlägt seine Ex-Freundin

Wegen vorsätzlicher Köperverletzung sowie Nötigung und Hausfriedensbruch hat das Amtsgericht Landsberg einen 44-Jährigen Beamten aus dem nörd- lichen Landkreis zu einer Geldstrafe in Höhe von 3600 Euro verurteilt. Das Gericht unter dem Vorsitz von Richterin Beate Kreller sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte seine 37 Jahre alte Ex-Lebensgefährtin geschlagen, gewürgt und genötigt hat.

Eigentlich hatte man sich an jenem Tag zu einer Tasse Kaffee in der Wohnung des Opfers treffen wollen. Doch daraus entbrannte ein heftiger Streit, der nach Aussagen des Angeklagten in einer Affekthandlung in Form eines heftigen Schlages mit der flachen Hand ins Gesicht der 37-Jährigen endete. Ausgelöst habe diese Handlung – unter Tränen gestand er sie vor dem Gericht – eine Abtreibung sowie die Eifersüchteleien seiner Ex-Freundin. Immer wieder betonte der Mann, dass er sie nur einmal geschlagen habe. Es tue ihm wahnsinnig leid, da er kein gewalttätiger Mensch sei. Die Verletzungen im Gesicht der Angeklagten aber sagten anderes aus, das unterstrich der als Zeuge geladene Arzt, der das Opfer damals behandelte. Die Verletzungen im Gesicht und das besonderen Schmerzempfinden an Armen, Kehlkopf, Hals und Brustkorb seien nur für einen einzigen Schlag mit der flachen Hand sehr untypisch. Die damaligen Schilderungen seiner Patientin seien aus seiner Sicht „absolut glaubwürdig gewesen“, so der Arzt. Das Opfer berichtete dem Gericht, dass es von dem Angeklagten dreimal massiv ins Gesicht geschlagen worden sei, bevor er sie zu Boden geworfen habe. Dort habe sich der 44-Jährige auf ihre Arme und Brustkorb gekniet und sie gewürgt, schließlich aber wieder von ihr abgelassen. „Dann hat er einen emotionalen Zusammenbruch erlitten, ist in die Küche gelaufen und hat ein Messer geholt, um sich umzubringen, wenn ich die Polizei rufe“, schilderte die Frau die schrecklichen Minuten. Auch ihren Versuch, aus der Wohnung zu flüchten, vereitelte der Mann, indem er sie an den Haaren wieder zurückzog und auf den Boden warf. Letztlich verhinderte wohl eine Freundin Schlimmeres, die plötzlich in der Tür stand. Dann erst habe er von ihr abgelassen, so das Opfer. Nach den Schilderungen der Zeugen gewährten Gericht und Staatsanwalt Dischinger dem Angeklagten Bedenkzeit, um den von der Augsburger Staatsanwaltschaft verhängten Strafbefehl zu akzeptieren. Dischinger: „Sie wären gut beraten, ihn zu akzeptieren, denn bei allem, was die Beweisaufnahme bisher ergeben hat, könnte unter dem Strich ein noch schlimmeres Strafmaß auf sie zukommen.“ Nach eindringlicher Beratung mit seinem Anwalt Karl Mayer zog der Angeklagte schließlich seinen Einspruch zurück. Damit wurde der Strafbefehl rechtskräftig und der 44-Jährige zu 90 Tagessätzen á 40 Euro verurteilt. Darüber hinaus muss er die Kosten des Verfahrens tragen.

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