Ratlosigkeit bei den Landsbergern

„Ich weiß nicht, woran es liegt, wir haben einfach Sch... gespielt“, sagte am Sonntagabend ein bedröppelter Marian Hurtik auf der Pressekonferenz. Seine Mannschaft hatte kurz zuvor gegen den Vorletzten der Eishockey-Oberliga, den EHC Klostersee, mit 4:6 verloren. Mindestens genauso bitter war das 3:4 zwei Tage zuvor bei Deggendorf Fire.

Dabei hatte die Woche für den EV Landsberg 2000 gut begonnen. Nach den Siegen gegen Herne, Peiting und Bad Nauheim sprang bei den Starbulls Rosenheim ein 2:4-Sieg heraus. Was in erster Linie an der starken Chancenverwertung lag. Thorsten Rau etwa nutzte in der 14. Minute einen Fehler von SBR-Routinier Andreas Paderhuber, lief alleine auf den Gästegoalie zu und versenkte zum 0:1. Den zwischenzeitlichen Ausgleich von Mitch Stephens (31.) konterten Markus Vaitl (32.) und Benjamin Barz (35.) zum 1:3-Pausenstand. Zwar wurde es am Ende noch eng, als Paderhuber den Anschlusstreffer schaffte, Dominik Nörenberg machte aber ins leere Tor den Endstand perfekt. Auch in Deggendorf sah es lange gut aus für die Landsberger. Nach 40 Minuten hatten sie noch mit 3:1 geführt. Derek Switzer brachte den EVL zunächst in Front (6.), Dominik Retzer gelang mit einem Handgelenksschuss der 1:1-Ausgleich. „Am Anfang war das noch ganz gut, aber danach hat man gesehen, dass meine Jungs irgendwie nicht bei der Sache waren.“ Und doch, sein Team nutzte im zweiten Abschnitt die Chancen eiskalt. Erst besorgte Markus Vaitl die erneute Führung, 37 Sekunden vor Drittelende machte Igor Bacek in Unterzahl das 1:3. Danach brach der EVL ein. Deggendorf erhöhte die Schlagzahl und schaffte kurz nach Wiederbeginn mit Andreas Meier den 2:3-Anschlusstreffer (42.). Und es kam noch dicker: Herbert Geisberger drückte fünf Minuten vor dem Ende die Scheibe zum Ausgleich über die Linie. Es roch nach Verlängerung. Zwei Sekunden vor dem Schluss gab es dann aber den endgültigen K.O. Nach einem Foul an einen Fire-Stürmer entschied Referee Jens Steinecke auf Penalty. Bogdan Selea lief an und verwandelte zum 4:3-Endstand. Teilweise völlig von der Rolle präsentierte sich der EVL vor 989 Zuschauern zuhause gegen den EHC Klostersee. Zwar hatten Switzer und Daniel Nörenberg in der Anfangsphase zwei hochkarätige Chancen, mehr kam aber nicht. Im Gegenteil, immer wieder leisteten sich Spieler böse Schnitzer – wie Benjamin Barz in der 9. Minute. Im eigenen Drittel verlor er unnötig die Scheibe. Braydon Cox bekam sie auf den Schläger und ließ sich die Chance zum 0:1 nicht nehmen. Einen ähnlichen Lapsus leistete sich Derek Switzer in der 16. Minute, Keine 60 Sekunden später schlug der Grafinger Torjäger Cox wieder zu: Von keinem Landsberger angegriffen lief er rechts bequem ins gegnerische Drittel und tunnelte Peter Holmgren zum 0:2. In den zweiten 20 Minuten lief es besser für den EVL. Erst schubste Markus Vaitl den Puck über die Torlinie (23.), dann besorgte Benjamin Barz mit einem Knaller ins Kreuzeck den 2:2-Ausgleich (25.). Zwar vergeigten die Landsberger anschließend eine doppelte Überzahl, Alexander Thiel bewies aber in der 33. Minute bei einem Pass von Switzer den richtigen Riecher und hielt zum 3:2 nur noch den Schläger hin. Ein Tor, das eigentlich Sicherheit geben sollte, tat es aber nicht. EVL-Verteidiger Veli-Antti Leinonen leistete sich nach Wiederbeginn einen Blackout und beförderte die Scheibe mit der Rückhand am verdutzten Peter Holmgen vorbei zum 3:3 (42.). Zwar schaffte Markus Rohde mit einem Gewaltschuss die erneute Führung, weil sie aber wieder nicht konsequent genug in der eigenen Zone waren, kam Jared Mudryk in Mittelstürmer-Position frei zum Schuss und besorgte den 4:4-Ausgleich (53.). Danach brachen alle Dämme. Erst traf Daniel Nörenberg das halbleere Tor nicht, im Gegenzug machte Raphael Bernegger das 4:5 für den EHC (57.). Den Schlusspunkt setzte Philip Quinlan 23 Sekunden vor dem Ende mit einem Schuss ins leere Tor. Wie die Mannschaft die beiden Niederlagen wegsteckt, wird sich schon am kommenden Freitag auswärts gegen Rosenheim zeigen. Am Sonntag kommt dann Dortmund, um 18 Uhr.

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