Raus aus der Krise: EVL bittet um Hilfe

„Rettet den EVL!“ fordert der Landsberger Eislaufverein derzeit auf seiner Webseite auf. Denn der EVL steckt wieder mal in einer tiefen finanziellen Krise. Das Geld fehlt, um ausstehende Rechnungen von Finanzamt, Berufsgenossenschaft und Krankenkasse zu begleichen. Deswegen warfen die Cluboberen am Dienstag vergangener Woche „Rettungsringe“ aus: Sie beriefen einen Informationsabend ein und warben dort vor allem um finanzielle Unterstützung.

Vor rund 50 Vereinsmitgliedern, Fans und den UBV-Stadträten Christoph Jell sowie Dr. Reinhard Steuer machte zuerst EVL-Pressesprecher Oliver Gaw deutlich, wie wichtig dieses Treffen für den Verein sei: „Es ist ein Meilenstein.“ Und ab diesem soll es wieder aufwärts gehen. Eindringlich bat er darum, sich für den EVL stark zu machen, schließlich sei die Vereinsarbeit eine Herzensangelegenheit. Die Situation beschrieb Gaw als zerfahren: Ständig kämen neue Rechnungen. Wenn ein Brand gelöscht sei, brenne es schon wieder an anderer Stelle. Gaw kündigte Lösungsvorschläge aus einem Arbeitskreis an, die im Laufe des Abends präsentiert wurden. „Wir sind auf einem guten Weg“, erklärte der EVL-Vorsitzender Hans-Jürgen Böttcher und meinte damit den neuen Trainer Dave Rich und auch, dass die EVL-Junioren es nun in die Bundesliga geschafft hätten. Zur finanziellen Lage erklärte Böttcher, dass sich die Schulden momentan auf über 200000 Euro (von ehemals rund 450000 Euro) belaufen würden. Nun solle es auch einen Gläubigervergleich geben, ist er vorsichtig optimistisch. Und von Sponsoren seien etwa 100000 Euro zugesagt. Auch Böttcher appellierte an die Spendenbereitschaft: „Die restlichen 40000 bis 50000 Euro müssen wir bringen. Ich bitte sie, dem Verein nochmals ihr Vertrauen zu schenken.“ Mit Dr. Manfred Rapp, Vorsitzender der CSU-Kreistagsfraktion, machte sich ein Politiker für den Landsberger Verein stark. „Zitterpartien seien hier – im finanziellen wie im sportlichen – nichts Neues“, meinte er und forderte: „Wenn der Verein um Vertrauen wirbt, solle er auch schwarz auf weiß seine Zahlen offenlegen.“ Spende und Bürgschaft Wie geholfen werden kann, stellten dann die Mitglieder des Arbeitskreises vor. Bei Uwe Köhn war es die Möglichkeit, zu spenden: ab 100 Euro gebe der EVL Spendenquittungen aus und biete auch Freikarten für Vorbereitungsspiele an. Köhn selbst versprach eine vierstellige Summe zu geben. Wie seine Vorredner betonte Eishockey-Fan Christian Lang, dass der EVL etwas Besonderes in der Vereinslandschaft sei. „Ich möchte für die Fans sprechen – für die, die am Wochenende die Spiele besuchen.“ Langs Vorschlag aus dem Arbeitskreis, um dem EVL schuldenfrei zu machen: für den Verein eine Bürgschaft abschlies- sen. Dadurch könne der EVL Darlehen aufnehmen. Josef Keller, der stellvertretende Vereinsvorsitzende, hatte Ideen im Angebot, bei denen sich Unterstützer mit ihrer Arbeitskraft und Zeit einbringen könnten: Zwei große Veranstaltungen stünden an, informierte er. Für den Landsberger Autosalon solle ein Zelt auf- und abgebaut werden. An zwei Tagen im Juni würden dafür 20 Leute gebraucht. „Wenn wir das übernehmen, hätten wir etwa 5000 Euro in der Kasse“, sah Keller voraus. Weiterer Termin zur Geldbeschaffung ist ein 24-Stunden–Rennen von Moutainbikern im Münchener Olympiapark Ende Juni. Dort kann der EVL einen Stand betreuen und dafür 1000 Euro erhalten. "Es gehört hierher!" „Mehr Mitglieder – mehr Einnahmen“ war das Thema von Klaus Patzak, der für die Webseite des Eishockeyvereins verantwortlich ist. „Wer jetzt eintritt, muss nur den halben Preis zahlen“, machte Patzak den Eintritt schmackhaft. Und auch wer andere Mitglieder wirbt, könne einen Bonus erwarten. Den Bezug zum Sport stellten dann Mannschaftskapitän Benjamin Barz, und Dave Rich her. Der neue EVL-Coach machte Mut und versicherte, attraktiven Eishockey mit einem offensiv eingestellten Team zu spielen. Hoffnungsvoll zeigte sich schließlich Pressesprecher Gaw am Ende des Abends und erklärte noch einmal: „Eishockey gehört hier hin!“ Nächster wichtiger Termin für den EVL 2000 und seine Anhänger, bei dem Bilanz gezogen werden soll, ist die Mitgliederversammlung am 7. Juni.

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