Reaktivierung der Fuchstalbahn

Stadtspitze stellt das Signal auf Rot

+
Das Signal ist nicht zu überhören…

Landsberg/Fuchstal – „Wichtige Verbesserung der Infrastruktur“ oder realitätsfernes Wunschdenken? Über die Wiederbelebung der Fuchstalbahn haben Stadt und Landkreis sehr unterschiedliche Auffassungen. Während OB Mathias Neuner öffentlich zum wiederholten Mal abwinkt, macht Landrat Walter Eichner schon Nägel mit Köpfen.

Offensichtlich ablehnend reagierten Neuner und Bürgermeister Norbert Kreuzer (beide CSU) auf eine Randbemerkung bei der jüngsten Stadtratssitzung, als es hieß, die Reaktivierung der Fuchstalbahn sei aktuell „ja wieder Thema“. „Ist sie nicht“, warf Neuner spontan ein, Kreuzer sekundierte: „Wo denn?“ Zumindest diese Frage kann leicht beantwortet werden, denn das Thema wurde von Eichner (ebenfalls CSU) persönlich einen Tag zuvor im Kreisausschuss gleich unter Tagesordnungspunkt 2 „Mitteilungen“ vorgetragen. Kreuzer gehört diesem Gremium als erster Vertreter von Dr. Manfred Rapp an.

Es habe sich inzwischen einiges getan, so der Landrat, der dazu unter anderem bereits eine Gesprächsrunde mit dem bayerischen Wirtschaftsminister Martin Zeil (dieser: FDP) geführt hatte. Das Ergebnis referierte Eichner jetzt vor dem Ausschuss. Zwar gibt es ein Gutachten, das es nicht wirtschaftlich erscheinen lässt, den regelmäßigen Personenverkehr zwischen den beiden Lechstädten wieder aufzunehmen, dieses sei aber schon über zehn Jahre alt.

Deutlich verbessert

„Seitdem hat sich viel verändert“, betonte Eichner. Der Gleiskörper sei auf „fast der gesamten Länge“ inzwischen „deutlich verbessert worden“. Zudem mache die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) für die Wiederaufnahme des Betriebes nur noch zur Auflage, dass mindestens 1000 Passagiere täg­lich erwartet werden können. „Für das Gutachten aus dem Jahr 2002 lag diese Zahl noch bei 2000“, so der Landrat.

Allerdings wäre nun eine aktuelle Expertise nötig, die klärt, ob man mit dieser Passagierfrequenz wirklich rechnen kann – die Kosten: rund 20000 Euro. Auch hier wurde Eichner schon aktiv. „Der Landrat des Kreises Weilheim-Schongau hat zugesagt, 10000 Euro zu übernehmen, das liegt uns auch schrift­- lich vor. Auch der Fuchstalbahn-Verein steuert etwas bei.“ Für den Rest, so der Landrat, „haben wir die Haushaltsmittel zur Verfügung.“ Zwar müssten zudem die Ausschreibungszeiten der Lechfeldbahn und der Fuchstalbahn synchronisiert werden, „daran arbeiten wir“. Eichner machte klar, dass ihm an dem Projekt liegt. „Diese Chance zur Verbesserung der Infrastruktur vor Ort sollten wir nicht versäumen“, meinte er.

Straße ist wichtiger

Bei der Stadt Landsberg teilt man diese Meinung offenbar nicht. Die Anbindung über die Straße sei wichtiger, ließ OB Neuner jüngst bei einer Wahlkampfveranstaltung der CSU in Schongau zum selben Thema jüngst wissen und sah es als „problematisch“ an, dass die Bahnstrecke in Landsberg „mitten durch die Stadt“ führt. Eine nachbarschaftliche Zusammenarbeit könne er sich dagegen „vielleicht bei den Fahrradwegen“ vorstellen.

Christoph Kruse

Meistgelesene Artikel

Noch ein Protest-Kunstwerk

Holzhausen – Wie einst Asterix und seine Gallier gegen die Römer kämpfen Daniel Fusban und seine Holzhauser Mitbürger gegen die übermächtige …
Noch ein Protest-Kunstwerk

Alarmstimmung bei der Feuerwehr

Kaufering – Die Freiwillige Feuerwehr der Marktgemeinde hat Nachwuchssorgen. Das war eines der brennenden Themen auf der diesjährigen …
Alarmstimmung bei der Feuerwehr

Ein Kreisverkehr ist out

Kaufering – Pendler, die morgens zur Hauptverkehrszeit auf der alten B17 in Richtung Landsberg unterwegs sind, kennen das Problem zur Genüge. Wenn …
Ein Kreisverkehr ist out

Kommentare