B17-Tankstelle am Lustberghof

Die Bedenken sind vom Tisch

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Die Kinsauer Konkurrenz (Foto) macht mobil gegen die geplante Tankstelle am Lustberghof: einen „Verstoß gegen das Anbindungsgebot“ will man bei dem nicht mal drei Kilometer entfernten Projekt auf Denklinger Flur erkannt haben.

Denklingen/Epfach – Hat sich die Regierung von Oberbayern im vergangenen Jahr gegen die Tankstelle an der B17 beim Lustberghof gewehrt, weil sie die Gefahr einer Zersiedelung auf Denklinger Flur sah, so kommt nun ein anderes Signal aus München: Die Behörde schwenkt ein und betrachtet das Projekt als „Betriebsansiedelung“. Eine Zersiedelung sei deshalb nicht zu befürchten. Und weiter: Das Projekt unterliege nicht dem „landesplanerischen Anbindungsziel“, erklärt Gabriela große Holthaus von der Pressestelle der Regierung.

Warum der Schwenk? Warum jetzt die Einwilligung zu dem Vorhaben, bei dem bisher die Bedenken vorgeherrscht haben? Die Antwort dazu fällt auf Anfrage des KREISBOTEN dünn aus. „Nach eingehender Prüfung handelt es sich bei der Tankstelle in Denklingen jedoch insbesondere auf Grund des unmittelbaren funktionalen Zusammenhangs mit der B17 nicht um eine Siedlungsfläche im Sinne des Landesentwicklungsplanes“, heißt es aus der Pressestelle. Barbara Merz selbst, die bei der Regierung von Oberbayern eine zweiseitige schriftliche Stellungnahme an die Gemeinde Denklingen abgegeben hat, wollte sich zur Sache nicht äußern.

Nur eine kurze Antwort erhielt unsere Redaktion von der Pressestelle auf folgende Frage: „Wie bewerten Sie es, dass an der 28 Kilometer langen B17 zwischen Landsberg und Schongau nur 2,8 Kilometer von der bestehenden Tankstelle bei Kinsau entfernt eine zweite Tankstelle an der Bundesstraße gebaut werden soll? Dies auch vor dem Hintergrund, dass in der Gemeinde Fuchstal zwei weitere Tankstellen betrieben werden. Sonst sind in der Region doch außerorts die Abstände von Tankstellen an Bundesstraßen auch meist deutlich größer!“ Dazu erklärt Gabriela große Holthaus: Gegenstand der landesplanerischen Prüfung sei nicht die Frage, „ob der Raum Denklingen bereits ausreichend mit Tankstellen versorgt ist oder nicht“. Diesbezüglich habe die Landesplanung keine Steuerungsfunktion.

Der Gemeinderat hat sich in der vergangenen Woche erneut mit der Änderung des Flächennutzungsplanes befasst. Im Bereich Lustberghof wird im Zuge des Tankstellen-Projekts ein knapp dreiviertel Hektar großes Sondergebiet für die bestehende Gaststätte Lustberghof und die geplante Tankstelle ausgewiesen. Mit den Beschlüssen der Ratsmitglieder zu den Stellungnahmen, die vom Staatlichen Bauamt Weilheim bis zu Einwendungen des Nachbarn und des Tankstellenbetreibers von Kinsau reichen, wird nunmehr die Bauleitplanung fortgesetzt.

„Das Argument der Zersiedelung konnten wir entkräften“, sagte Bürgermeister Michael Kießling jetzt im Gemeinderat. Der Rathauschef hatte in den zurückliegenden Monaten, als es um das Projekt eher still geworden war, wegen der Tankstelle Gespräche in München geführt – und zwar im Finanzministerium, wo auch die oberste Landesplanungsbehörde angesiedelt ist. Die steht über der Regierung von Oberbayern.

Anders sehen das mit der Zersiedlung freilich Nachbar Wilhelm Maier aus Guttenstall sowie die Firma Aral und Gottfried Mack von der Tankstelle drei Kilometer weiter südlich in Kinsau. Deren Anwalt verweist auf den „Verstoß gegen das Anbindungsgebot“ und auf den Schutz des landschaftlichen Vorbehaltsgebiets im Lechtal.

Johannes Jais

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