Neuer Wohnraum im Trend der Zeit

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Die ehemalige Landwirtschaft (schwarz umrandet) am Reischer Talweg (unten, quer verlaufend) soll unter anderem drei Boarding-Häusern weichen.

Landsberg – Am Reischer Talweg dürfen auf einem ehemaligen Bauernhof drei „Boarding-Häuser“ entstehen. Der Bauausschuss des Stadtrates stimmte dem Vorhaben mit 11:2 zu.

Bernhard Ott (CSU) und Reinhard Skobrinsky (BAL) war die Sache offenbar nicht ganz geheuer. „Ich bin mir nicht sicher, welche Klientel wir uns damit heranziehen“, so Ott. Stadtbaumeisterin Annegret Michler versuchte die Bedenken zu zerstreuen. „Mir ist klar, dass man bei dem Begriff auf seltsame Gedanken kommen könnte, aber mit Rotlicht hat das nichts zu tun.“

Bei „Boarding-Häusern“ um Wohngelegenheiten für Arbeitnehmer, die so lange auswärts in Landsberg beschäftigt sind, dass der Zeitraum für ein Hotel zu lang, einen regulären Mietvertrag aber zu kurz ist – etwa Projektleiter, Monteure und Manager. Für diese wachsende Klientel will der Landwirt, der mit seinem Hof schon vor Jahren aus der Kernstadt ausgesiedelt ist, drei Boarding-Häuser mit 17 Appartements bauen, dazu ein Wohnhaus mit zwei Wohnungen und ein Gebäude mit fünf Wohnungen, Büros und Einzelhandel. Zudem sollen auf dem fast 8000 Quadratmeter großen Grundstück Tiefgaragen mit 90 Stellplätzen entstehen. Vom alten Hof soll lediglich das Wohnhaus stehenbleiben.

Was mit den alten Bäumen auf dem Grundstück passiert, ist noch offen. Sie sollten, soweit möglich, erhalten werden, heißt es in der Stellung- nahme des Bauaumtes – „zu windelweich“, so Dr. Andreas Hartmann (Grüne). Eine deutlichere Formulierung sei rechtlich nicht machbar, so Refe- ratsleiter Alfred Ganzenmüller. „Sie haben keine Baumschutzverordnung; der Eigentümer kann sie sofort umschneiden, wenn er will.“

Christoph Kruse

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