Der Reiz des Besonderen – Großes Weihnachtskonzert der Musikschule

Adventskonzerte üben einen ganz besonderen Reiz auf den Zuhörer aus. Sei es, dass man als Erwachsener sich seiner eigenen Kindheit erinnert, an all die güldenen Englein in der Kirche und die Sehnsucht nach dem Tag, an dem die lange gehegten Wünsche in Erfüllung gehen sollen. Oder als kleines Kind, das staunend in einer festlich erleuchteten, kalten Kirche die schönen Melodien der Musik hört, die auf das Kommen des Erlösers hinweisen. Festlichkeit und Pracht, das sind nur einige der Charakteristika adventlicher Musik.

Schon zu Beginn des Großen Weihnachtskonzerts, zu dem die Städtische Sing- und Musikschule Landsberg am Sonntagabend in die Heilig-Kreuz-Kirche geladen hatte, stimmte das Bläserensemble unter Leitung von Hans Günter Schwanzer die Zuhörerschaft in der vollbesetzten Kirche auf das festliche Programm ein. Mit sattem, sonorem Klang von der Empore herab bedachten die Posaunen, Tuben und Trompeten das Publikum. „Bayerisch Weihnachtliches“ nannten die Veranstalter diesen Programmpunkt. Wie glanzvoll barocke Trompetenmusik klingen kann, das zeigte Solist Ulrich Wirth bei der Suite in D-Dur von Georg Friedrich Händel. Großartige Triller, schöne Melodiebögen und ein umwerfender Klang waren von den Apsisstufen zu hören. Solide begleitete ihn das Streichorchester unter der Leitung von Elisabeth Schmidt. Erstaunlich das perfekte Zusammenspiel der großen und kleinen Musiker. Auf die satten Klänge der Bläser folgten die hellen, engelsgleichen Stimmen des Jugendchores unter der Leitung von Isabella Hahn. Kräftig das „Adeste fidelis“ und hübsch flott als schlesisches Hirtenwecklied das schwierige „Maria auf dem Berge“. Eine Ahnung von slawischer Weihnachtstradition verschaffte die Abendklasse unter Ludmilla Wachs mit ihrer „Polish Christmas Music“ von Johande Meij. Nach dem Trompetenstück von Händel gab das Streichorchester noch das Concerto grosso in G-Dur ebenfalls von Händel. Auch hier wieder bemerkenswert, wie empfindsam die einzelnen Stimmen austariert waren und das Zusammenspiel dieser jungen Musiker funktionierte. Gut gefielen hier insbesondere die Streichersolisten der ersten Geige, Andrea Heilrath, der zweiten Geige, Anna Lena Kerl, sowie Leo Schild am Violoncello. Ein hübsches Concerto grosso in D-Moll von William Boyce mit bewundernswerten Bassflöten brachte das Blockflötenensemble unter der Leitung von Susanne Ricchio. Den krönenden Abschluss machten die Damen und Herren des Vocalensembles unter ihrem Dirigenten Matthias Utz. Richtig schwer zu singen, das „Maria durch den Dornwald ging“ in der Bearbeitung von Rudolf Zöbeley. Aber großartig gelungen in der Ausführung. Innig alle Stimmen, an den leisen Stellen genauso überzeugend wie an den kräftigen, beim englischen Weihnachtslied ebenso wie beim Weihnachtshymnus „Lasset uns frohlocken“ von Felix Mendelssohn- Bartholdy. Freudig erklatschte das Publikum eine Zugabe vom Vocalensemble, der Applaus galt am Schluss aber doch allen Musikern, die diesen zweiten Adventssonntag auf solch besondere Weise versüßten.

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