Jetzt geht‘s ans Rathaus

+
Der in die Jahre gekommene Prittrichinger Rathauskomplex soll in den nächsten Jahren umfassend saniert werden.

Prittriching – Die Gemeinde steht finanziell gut da und hat sich für die nächsten Jahre erhebliche Investitionen vorgenommen. Entsprechend wurde jüngst in Prittriching ein Rekordhaushalt verabschiedet, der insgesamt ein Volumen von zwölf Millionen Euro hat. Die größte anstehende Maßnahme ist die Sanierung des Rathauskomplexes.

Das Hauptgebäude ist mittlerweile 44 Jahre alt, die zwei Anbauten bringen es auf 30 beziehungsweise 27 Jahre. Genutzt werden die Räumlichkeiten nicht nur von der Verwaltung, sondern auch von diversen Mietern – unter anderem der Sparkasse, einer Apotheke und einer Praxis für Physiotherapie. Auch ein Zahnarzt, eine Fahrschule und fünf Wohnungen sind in dem Komplex untergebracht.

Umbau und Sanierung lassen sich nach Ansicht der Verwaltung schon allein deshalb nicht mehr aufschieben, weil die Räume der Apotheke und der Physiotherapie den rechtlichen und kassenärztlichen Vorschriften nicht mehr entsprechen. Außerdem genügt das Gebäude laut Bürgermeister Peter Ditsch weder den heutigen energetischen Standards noch ist es barrierefrei. Geplant sind unter anderem die Errichtung eines neuen Treppenhauses mit Aufzug, der Austausch aller Fenster und der Heizungsanlage sowie Maßnahmen an der Fassade.

Bei geschätzten Kosten von rund fünf Millionen Euro – verteilt auf die nächsten Haushaltsjahre – musste der Gemeinderat dennoch erstmal schlucken. Ditsch kündigte an, dass man sich mit den einzelnen Maßnahmen noch in gesonderten Arbeitssitzungen beschäftigen und nach Einsparungsmöglichkeiten suchen werde. Außerdem hat sich die Gemeinde um Fördermittel aus dem Kommunal­investitionsprogramm des Bundes beworben. Im besten Fall fließen hier 700.000 Euro. Und nicht zuletzt rechnet man damit, nach der Sanierung mehr Miete verlangen zu können – insgesamt 170.000 Euro im Jahr, die zur Darlehenstilgung verwendet werden sollen.

Weiterhin sind im Haushalt knapp vier Millionen Euro sind für Straßenbaumaßnahmen vorgesehen. Losgehen soll es heuer mit der Leitenbergstraße, 2017 folgen dann die Eglinger Straße sowie Teile der Hauptstraße. Die Prittrichinger Feuerwehr erhält ein neues Fahrzeug sowie neue Schutzausrüstungen – hierfür schlagen in den Jahren 2016 und 2017 insgesamt 750.000 Euro zu Buche.

Erhebliche Mittel fließen auch in die Vereinsförderung. Der SV Prittriching erhält 10.000 Euro Zuschuss für die Sanierung seines Trainingsplatzes, und der Turnverein kann auf kommunale Unterstützung bei diversen Baumaßnahmen an der neueren seiner beiden Hallen rechnen. Die großzügig anmutenden Zuschüsse erklären sich unter anderem dadurch, dass die Gemeinde keine eigenen Sportstätten besitzt und deshalb auf die Vereine angewiesen ist.

„Der Haushalt verfolgt viele Richtungen“, betont Ditsch. Deshalb hält man sich finanztechnisch alle Optionen offen und plant für heuer eine Kreditaufnahme von zwei Millionen Euro ein. Gleichzeitig werden 2,2 Millionen Euro den Rücklagen zugeführt und die vorhandenen Schulden von 2,1 Millionen Euro weiter abgebaut. Deren Tilgung ist für die nächsten Jahre gesichert, denn der Verwaltungshaushalt erwirtschaftet beachtliche Überschüsse. Im vergangenen Jahr lag der Einkommenssteueranteil der Gemeinde Prittriching höher als erwartet, und die Gewerbesteuer durchbrach erstmals die Millionengrenze.

Ulrike Osman

Meistgelesene Artikel

Alarmstimmung bei der Feuerwehr

Kaufering – Die Freiwillige Feuerwehr der Marktgemeinde hat Nachwuchssorgen. Das war eines der brennenden Themen auf der diesjährigen …
Alarmstimmung bei der Feuerwehr

Aufprall auf Lkw

Buchloe/Landsberg – Ein Unfall auf der A96 bei Wiedergeltingen im Landkreis Unterallgäu hat am vergangenen Dienstag für einen 53-jährigen Autofahrer …
Aufprall auf Lkw

Der Entwurf steht

Landsberg – Die Hochwasserschutzmauern oberhalb der Karolinenbrücke sind 1913 erbaut worden – nach über hundert Jahren sind sie marode und müssen …
Der Entwurf steht

Kommentare