Mittlerer Schulabschluss in Landsberg

"Sie haben Ihr Ziel erreicht"

+
Jana Ludwig, Anna Lang und Selina Schleippmann (v. links) waren die Besten ihres Jahrgangs an der JWR. Walter Pischel (ganz links), der die Hirschvogel-Stiftung vertrat, und Annette Ring, die Stellvertretende Schulleiterin, waren unter den ersten Gratulanten dabei.

Landsberg – Als echte Mammutveranstaltung mit kurzweiligen Einlagen hat sich die Abschlusszeugnisvergabe der Johann-Winklhofer-Realschule (JWR) erwiesen. Neun zehnte Klassen mit 227 Absolventen nahmen im Landsberger Sportzentrum die begehrten Dokumente entgegen, ganze 40-mal mit einer Eins vor dem Komma.

„Who am I?“, lautete das Motto, als die Absolventen der JWR ihre Abschlusszeugnisse erhielten. Selbstfindung ist also angesagt, doch einen Weg hatten die ehemaligen Realschüler schon hinter sich gebracht: „Sie haben Ihr Ziel erreicht“, flötete die Stellvertretende Schulleiterin Annette Ring im Stile eines Navis, um die Schar der Absolventen danach mit einer Reisegruppe zu vergleichen. Mit der gebotenen Erholung und dem Animationsprogramm habe nicht immer Zufriedenheit geherrscht, doch insgesamt seien die „Urlauber“ trotz „Lausbubenpotenzial“ ein angenehmer Jahrgang gewesen. Und der hatte es in sich: Ganze 231 Schüler waren zu den Prüfungen angetreten, eine in der bisherigen Geschichte der Schule einmalige Anzahl. Genau 40-mal stand am Ende eine Eins vor dem berühmten Komma. Jana Ludwig (1,0), Anna Lang (1,08) und Selina Schleipmann (1,17) gelang dabei das beste Ergebnis.

Von einem „Meilenstein“ für jeden Einzelnen sprach dann auch Oberbürgermeister Mathias Neuner in seiner Rede. Er könne nachempfinden, dass der Weg mitunter von Rückschlägen, Erfolgen und vielleicht auch dem „ein oder anderen Euro für Nachhilfe“ gesäumt gewesen wäre. Sicher habe sich der eine oder andere Vater am Tag der Zeugnisvergabe beim Anblick des gewagten oder eleganten Outfits seiner „Kleinen“ verwundert die Augen gerieben. Ebenso seien sicherlich einige Mütter überrascht gewesen, seit wann der Sohnemann einen Krawattenknoten beherrsche. Doch die „Illusion“, dass die Sprösslinge „aus dem Gröbsten raus“ seien, müsse er den Eltern nehmen. Denn „der Weg ist noch nicht zu Ende“, weiterhin sei volle Unterstützung gefragt.

„Lasst Eure Eltern Euch weiter lieben, schützen und an Eurem Leben teilhaben“, appellierte dann auch Elternbeiratssprecherin Barbara Dumartin, die sich gleichzeitig bei der Schule bedankte: „Ein Abschied schmerzt immer, auch wenn man sich schon lange darauf freut“, zitierte sie den Wiener Literaten Arthur Schnitzler. Das „zweite Zuhause“ werde künftig sicher fehlen.

Einen eher launigen denn emotionalen Ton schlug Schülersprecherin Anjes Kubiak an. Sie rechnete kurz auf, wie viele Tage, Stunden und Minuten die „Motivierten“ ihrer Zunft bisher in der JWR verbracht hätten und stellte fest, dass vermutlich nicht alles Erlernte für die Zukunft auch sinnvoll gewesen sei.

Danach folgte die Übergabe der Zeugnisse an die neun Abschlussklassen. Diese Gelegenheit nutzten einige Schüler, um kurz aus dem Nähkästchen zu plaudern: WhatsApp-Gewohnheiten der Lehrer, Episoden von Klassenfahrten, Probleme unter- und miteinander sowie Klassenmaskottchen wurden unter anderem ans Tageslicht befördert, ehe die Schüler in einen, nach Oberbürgermeister Neuner, „endlosen Sommer“ entlassen wurden.

Rasso Schorer

Meistgelesene Artikel

Städtisches Alkoholverbot?

Landsberg – Mit Unterstützung seiner Fraktionskollegen der Landsberger Mitte fordert Stadtrat Dr. Wolfgang Weisensee, der als Leitender Notarzt tätig …
Städtisches Alkoholverbot?

Ein Pentagon für Landsberg?

Landsberg – Wahrlich Spektakuläres baut sich im Osten der Lechstadt auf: ein Pen­tagon. Der Landkreis möchte auf dem Penzinger Feld gern ein neues …
Ein Pentagon für Landsberg?

Bauland soll auf einmal kein Bauland mehr sein

Kinsau/Schongau – Baugrund oder Außenbereich? Mit dieser Frage setzte sich der Kinsauer Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung auseinander. Ein …
Bauland soll auf einmal kein Bauland mehr sein

Kommentare