HSB resignierte nie

Eigentlich müsste es mehr als ärgerlich sein für die Heimerer Schulen Basket (HSB) Landsberg gewesen sein, dass sie dieses Spiel in den letzten Minuten der Verlängerung noch aus der Hand gegeben haben. Aber das sahen rund 800 Zuschauer und am Ende auch die Spieler samt Trainer dann doch anders. Nach 45 Minuten Spielzeit, davon fünf Minuten Verlängerung, stand es am Samstagabend 99:103 für die Gäste aus Würzburg. Die führten schon vor Spielanpfiff uneinholbar die Tabelle an und standen somit als Aufsteiger in die Pro B bereits fest.

Dementsprechend lässig gingen die Würzburg Baskets auch in die Partie, hatten einige Ballverluste, das Anspiel unterm Korb klappte nicht, so dass die Trainerbank der Gäste nach zweieinhalb Minuten zur ersten Auszeit griff. Das war das Signal für Landsberg, jegliche Ehrfurcht vor dem bisher ungeschlagenen Gegner fallen zu lassen. Jason Boucher wirbelte durch das erste Viertel und Landsberg konnte einen Dreipunkte-Vorsprung herauswerfen. Da aber wieder die Hektik bei beiden Teams Einzug hielt, konnte keine Seite einen klaren Vorteil ziehen. Nach den ersten zehn Minuten führte nun Würzburg mit drei Punkten (16:19). Ein Spiel der tausend Fehlpässe nahm seinen Lauf, was aber die Spannung keineswegs minderte. Eine extrem schlechte Schussquote auf beiden Seiten wurde immer wieder unterbrochen von Dreier-Serien, gerecht verteilt zwischen Landsberg und Würzburg. So wogte die Führung hin und her. Und mit weiterhin nur vier Punkten Vorsprung für Würzburg (44:48) ging es in die Halbzeitpause. Vielleicht war in der Kabine der Würzburger die Devise ausgegeben worden, dass man nun etwas konzentrierter spielen wolle. Aber weiter als zu einem Zwölf-Punkte-Vorsprung (46:58) nach drei Minuten in der zweiten Hälfte reichte es nicht. Die Krankheit des Abends – viel zu schnell, viel zu unüberlegt ging man – auf beiden Seiten – zu Werke. Landsberg kam immer wieder heran. Nach fünf Minuten Spielzeit im dritten Viertel hatten beide Seiten nur jeweils zehn Punkte mehr auf dem Konto. Wirbelspiel Bemerkenswert war bei diesem Spiel, dass zwar nicht immer jeder einverstanden war mit den Entscheidungen der Schiedsrichter, die Partie aber sehr souverän und ruhig von ihnen geleitet wurde. Das tat diesem Wirbelspiel gut, führte zu keinerlei bösen Fouls und unterstützte auf beiden Seiten die Freude an dieser Begegnung. Wenn dann tatsächlich einmal ein Spielzug durchgespielt wurde, kam dabei auch immer ein Plus fürs Punktekonto raus. Der Schluss-Krimi begann knapp vier Minuten vor Ende der regulären Spielzeit. Da führte Landsberg wieder mit 78:77. Bis 50 Sekunden vor dem Ende schafften beide Seiten nur jeweils einen Korb, die Landsberger einen Dreier zum 81:79. Wenn man an diesem Abend Würzburg die Routine und Klasse anmerkte, dann in diesen letzten Sekunden der regulären Spielzeit und in den fünf Verlängerungsminuten. Ein herausgespielter Dreierwurf führte zunächst zum 84:84 Remis. Die letzten fünf Minuten hielt es die Zuschauer nicht mehr auf den Sitzen. Die starke Verteidigung der Landsberger führte naturgemäß zu einigen Freiwürfen für den Gegner, die der aber immer wieder versiebte. Auch Robert Apelt blühte das gleiche Schicksal. Aber wo das Spiel wirklich verloren ging, waren die viel zu überhasteten Würfe von der Seitenlinie, vor allem von Fabian Kirchhoff. Dennoch, ein schönes Spiel, gute Werbung für den Basketballsport – vor allem in Anbetracht der Schulklassen, die auch an diesem Abend enthusiastisch die Landsberger unterstützten, vermutlich sogar wirkungsvoll bei den gegnerischen Freiwürfen. Das Punktekonto der Lechstädter hätte einen Sieg gut vertragen. Jetzt müssen die Zähler her aus den noch verbleibenden Spielen.

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