Richtig schwerer Stoff

Schlagzeuglehrer Stefan Schmid (2. von links) freut sich über das große Talent seiner Schüler: Godwin Schmid, Leon Dorn, Julius Michl (von links) und Korbinian Fichtl (nicht im Bild) holten jüngst beim Bundeswettbeswerb „Jugend Musiziert“ den 1. Platz. Foto: Bauch

Aus der kleinen Lechstadt kommen die zwei besten Schlagzeugensembles in Deutschland: Beim Bundeswettbewerb „Jugend Musiziert“ haben Leon Dorn und Korbinian Fichtl in der Altersklasse 3 (13- und 14-Jährige) gewonnen. Auch Julius Michel und Godwin Schmid siegten in ihrer Altersklasse 4 (15- und 16-Jährige). Mit einem ganzen Raum voller Instrumente reisten die vier Schlagzeuger von „Licca Percussiva“ Landsberg kürzlich nach Stuttgart zum Finale.

„Bei den klassischen Instrumenten ist Epochenvielfalt gefragt“, erklärt Stefan Schmid, der Schlagzeuglehrer der vier jungen Musiker. „Das Schlagzeug ist noch ein sehr junges Instrument, deswegen ist mehr Instrumentenvielfalt gefordert.“ 20 Minuten am Stück mussten die Schüler beim Bundeswettbewerb von „Jugend Musiziert“ ihr Können an verschiedenen Schlaginstrumenten unter Beweis stellen. „Das ist richtig schwerer Stoff“, so der stolze Lehrer. Seit ihrer Kindheit spielen Leon Dorn, Korbinian Fichtl, Julius Michel und Godwin Schmid bereits Schlagzeug. Normalerweise haben sie einmal die Woche Unterricht in der Musikschule – wenn Wettbewerbe anstehen zwei Mal. Geübt wird jeden Tag und das zahlte sich aus: Sowohl beim Regionalentscheid als auch beim Landeswettbewerb Bayern siegten die beiden Gruppen in der Kategorie Schlagzeug Ensemble und qualifizierten sich so für den Bundeswettbewerb. „Ich vergleiche das gerne mit dem Sport. Wir haben jetzt sozusagen vier Deutsche Schlagzeug-Meister“, freut sich der Musikpädagoge. Drei Stücke mussten jeweils vorgetragen werden, der 15-jährige Godwin Schmid und sein Ensemble-Partner, der 14-jährige Julius Michel, mussten für das Stück „Tromma“ sogar nahezu 15 Instrumente perfekt beherrschen. Leon Dorn (13) und Korbinian Fichtl (14) spielten mit „That´s the Way“ ein ähnliches Werk – Schlagzeug, Pauke, ethnische Trommeln, Marimbas und Vibraphon kommen zum Einsatz. Dafür sei eine wahnsinnige Logistik nötig und man muss mit großen Fahrzeugen anrücken, um alle Instrumente zu transportieren. „Das funktioniert auch nur mit guter Unterstützung der Eltern“, lobt Stefan Schmid. „Der Wettbewerb ist etwas ganz Besonderes“, betont der Schlagzeuglehrer, denn teilweise kommen die Komponisten selbst zu den Konzerten. Die Jury sei mit hochkarätigen Hochschulprofessoren besetzt, die auf der ganzen Welt bekannt seien. „Die Jury hat das blinde Zusammenspiel der Jungs gelobt – denn auch die Präsentation an sich wird mitbewertet.“ Technisch gebe es an den vier Schülern kaum noch etwas zu meckern. „Der Spaß steht aber immer an erster Stelle“, betont Julius Michel ausdrücklich. Godwin Schmid und Leon Dorn können sich sogar schon vorstellen, später einmal mit der Musik ihr Geld zu verdienen. Zuerst wollen aber alle vier Landsberger Schlagzeuger im nächsten Jahr wieder beim Wettbewerb „Jugend Musiziert“ mitmachen – dann allerdings in der Solo-Kategorie.

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