Der richtige Baum am richtigen Fleck - Neues Computerprogramm erlaubt einen Blick in die wärmere Zukunft

Wie mache ich meinen Wald fit für die Zukunft? Welche Baumarten müssen jetzt gepflanzt werden, um auch in 80 Jahren einen funktionsfähigen stabilen und ertragreichen Wald zu haben? Zur Beantwortung dieser Fragen greift Förster Andreas Brem vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, kurz AELF, in Fürstenfeldbruck seit kurzem auf ein neues Beratungsprogramm zurück. Per Lap­top kann er dem Waldbesitzer zeigen, wie es auf seinem Grundstück etwa mit der Fichte in den Jahren 2050 und 2100 bestellt sein wird.

Der immer spürbarer werdende Klimawandel mit Trocken- und Hitzeperio­den, stärkeren Stürmen oder Borkenkäferbefall erfordert von den Waldbesitzern umsichtiges und vorausschauendes Handeln. Heute werden mit der Baumartenwahl Entscheidungen getroffen, deren Tragweite bis an das Ende des Jahrhunderts reicht. Die Frage der richtigen Baum­artenwahl stellt sich aber nicht nur bei der planmäßigen Verjüngung erntereifer Bestände. Besonderes Gewicht erhält sie bei der Wiederbestockung von Schadflächen und dem vorzeitigen Umbau anfälliger Fichtenwälder. Bayernweit werden derzeit 260000 Hektar Fichtenbe­- stände im Privat- und Körperschaftswald als akut gefährdet eingestuft. Soforthilfe Das Problem der Förster war bisher, dass sie Baumartenempfehlungen auf der Grundlage von Standortkarten geben mussten, die zwar die Bodenverhält­nisse richtig darstellen, jedoch die aus dem Klimawandel resultierenden Standortveränderungen außer Acht lassen. Die Landesanstalt für Wald und Forst­- wirtschaft in Freising hat daher als „Soforthilfe“ digitale Klima-Risikokarten entwickelt. Diese veranschaulichen, wie sich der Klimawandel nach dem gegenwärtigen Stand des Wissens auf Böden mit geringer, mittlerer und hoher Wasserspeicherkapazität auswirkt. Unterstellt wird dabei eine gegenüber heute um 1,8 Grad höhere Jahresdurchschnitts­tem­peratur und eine Verringerung der Jahresniederschlagssumme um 40 Millimeter innerhalb der nächsten 100 Jahre. Auf Grund dieser Daten kann mittels Farbskala eine Risikoprognose über die forstwirtschaftliche Zukunft unserer wichtigsten Waldbaumarten erstellt werden. „Bislang liegen Berechnungen für Fichte und Buche vor“, so Brehm, „Tanne, Kiefer, Lärche, Douglasie, Berg­- ahorn und Eiche folgen in den nächsten Wochen.“ Chancenlose Fichte Nach der Prognose des Sofort­hilfeprogramms seien die Überlebenschancen für reine Fichtenwälder im Landkreis Lands­- berg in den nächsten 100 Jahren gering. AELF-Leiter Hans-Jürgen Gulder rät interessierten Waldbesitzern, sich jetzt vor Ort von den Förstern beraten zu lassen. Denn: „Vor allem im nördlichen Landkreisgebiet überwiegen immer noch Fichten­- rein­bestände, in denen der Wald­umbau mit den auch in der Zukunft problemlosen Buchen, Eichen, Eschen und Tannen schnellstmöglich beginnen muss.“ Nach Meinung der Experten eignet sich die Fichte zukünftig jedoch weiterhin als Mischbaumart mit Schwerpunkt auf frischen Böden in Unterhanglage und auf Nordhängen.

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