"Römerburg" vor dem Aus?

Flexible Öffnungszeiten, die sich an den Wünschen der Eltern orientieren – und ein qualitativ hochwertiges Betreuungsangebot zu relativ moderaten Gebühren: All diese Anforderungen soll die Kinderkrippe erfüllen, welche die Gemeinde Denklingen in der ehemaligen Schule in Epfach einrichten will.

Die gesteckten Ziele für die „Römerburg“ sind hoch, doch im Moment fehlen Kinder für die neue Einrichtung. Die kommunale Werbekampagne ist bisher auf eine unerwartet geringe Resonanz gestoßen. Nur zehn unverbindliche Anmeldungen hat die Gemeinde bislang. Weniger als die Hälfte davon kommen aus dem eigenen Gemeindegebiet. Der Großteil der interessierten Eltern wohnt in den umliegenden Gemeinden – nicht nur im Landkreis Landsberg, sondern auch Weilheim-Schongau, wie Bürgermeisterin Viktoria Horber informierte. Darunter Eltern, die ihre Kinder auf dem Weg zur Arbeit in der Krippe vorbei bringen möchten. Die Bürgermeisterin weist den Vorwurf, man wolle Kinder aus anderen Einrichtungen der Nachbardörfer „abziehen“, entschieden zurück. Vielmehr sei man bestrebt, Eltern, die etwa wegen ihrer Arbeitszeiten den Nachwuchs nicht im eigenen Ort unterbringen können, eine Alternative bieten. „Der Betreuungswunsch der Eltern steht an vorderster Stelle“, so Horber. In der „Römerburg“ sollen zwei Gruppen mit je zwölf Kindern im Alter bis zu drei Jahren entstehen. Fest steht inzwischen auch, dass die ehemalige Schule nur als Krippe genutzt werden soll. Einen zusätzlichen Kinderhort, der ebenfalls in Erwägung gezogen worden war, werde es nicht geben. Wie Verwaltungschef Johann Hartmann auf Anfrage des KREISBOTEN erläuterte, hätten sowohl Landratsamt als auch Jugendamt von einem Hort abgeraten worden, da es im Landkreis hierfür nicht genügend Bedarf gebe. Die Lechraingemeinde muss genügend angemeldete Krippenkinder vorweisen, um vom Landratsamt Landsberg überhaupt die Bedarfsanerkennung zu erhalten. Und die wiederum ist Voraussetzung für Zuschüsse. Die Zeit drängt: Schon im nächsten Monat oder bis spätestens Ende des Jahres fällt die Entscheidung, ob das Projekt auch wirklich durchgezogen wird. Sollte die Krippe am Ende nicht zustande kommen könnte in ein paar Jahren womöglich schon wieder am Kindergarten in Denklingen ein Anbau nötig sein, befürchtet die Bürgermeisterin.

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