"Das Lied vom Glücklichsein"

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In Donaueschingen feierte „Das Lied vom Glücklichsein“ Premiere. Hauptperson ist Cilia, ein 13-jähriges Mädchen mit Down-Syndrom und ihre Klassenkameraden.

Landsberg – Drei Bücher und zwei Musicals hat er schon geschrieben, und im November startet sein neues Projekt: Sozialpädagoge und Kinderbuchautor Rolf-Jürgen Lang arbeitet eigentlich als Medienberater. Aber „nebenher“ ist er noch Vorsitzender der Kleinkunstbühne s’Maximilianeum und sorgt zusammen mit Armin Federl für bunte Kultur in Landsberg. Doch damit nicht genug: Im Juli hatte sein zweites Inklusions-Musical in Donaueschingen Premiere: „Das Lied vom Glücklichsein“, ein „Donau inklusiv“-Projekt mit über 100 Mitwirkenden, das Lang zusammen mit neun Donaueschinger Schulen verwirklicht hat.

„Ich will Werte vermitteln ohne moralischen Zeigefinger“, sagt der in Holzhausen lebende Lang. „Inklusion wird oft nur sehr ernst behandelt, mich interessiert aber die Leichtigkeit des Themas: Die Menschen mit Behinderung sind sehr viel fröhlicher, unbeschwerter und lebenslustiger.“ Die Geschichte für das Musical „Das Lied vom Glücklichsein“ hat er selbst geschrieben. Cilia, ein 13-jähriges Mädchen mit Down-Syndrom, macht sich zusammen mit ihren Klassenkameraden auf die Suche nach dem „Lied vom Glücklichsein“. Die Handlung wird wie bei einem Märchen erzählt und dann von den Mitwirkenden ausgespielt.

Die einzelnen Szenen wurden den Schulen zugeteilt, die sie mit Unterstützung der Lehrer ausarbeiteten. Auch die Musik, die Requisiten und die Kulissen entstanden im Teamwork: Die Kunstschule Donaueschingen ließ weiße Donaugeister als drei Meter große Puppen entstehen, ein Möbelbauer konstruierte einen Holz-VW-Bus und die Bläserklasse der Realschule Donaueschingen sorgte für die Umsetzung der von Christian Förenbach komponierten Musik. Ein derart großes Projekt, das Menschen mit und ohne Behinderung zusammenbringt und das Thema Inklusion zur Botschaft hat, ist selten. Und nicht nur die Zuschauer, auch die Schüler selbst werden beim gemeinsamen Schauspiel mit dem Thema Inklusion konfrontiert.

Schon 2006 traf Lang auf die Band „Musch’t Du habba“ der Lebenshilfe Dillingen: Zwölf Mitglieder, von denen vier kein Handicap haben. Auf einer Konzert­reise nach Irland, bei der er die organisatorische Leitung übernahm, lernte er alle Bandmitglieder und ihr facettenreiches Können genauestens kennen.

Legendärer Saunaabend

Im November kam dann der „legendäre Saunaabend“, bei dem das Gerüst für das erste Inklusionsmusical „Manchmal … auf dem Marktplatz des Lebens“ entstand: „In der Blockhaussauna in meinem Garten wurde die Idee geboren. In vier Stunden Schwitzen, Überlegen, Reden und Bedenken kreierten wir die inhaltliche Idee, die musikalische Richtung und die technische Struktur“, erinnert sich Lang. Das Musical war in mehreren Städten zu sehen, auch in Landsberg machte es 2013 Station: Eingängige Lieder mit Ohrwurm-Qualität, Texte, nachdenklich und lustig, immer authentisch und unsentimental.

2015 startete dann das Projekt „Donau inklusiv“ unter Beteiligung aller Donaueschinger Schulen, bei dem Lang als künstlerischer Leiter arbeitet. Wie es dazu kam? Im Herbst 2014 traf er in Landsberg zufällig Claudia Müller-Lütken vom Staatlichen Schulamt Donaueschingen, dazu stieß dann auch noch Claudia Knab, Schulleiterin des sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrum Karl-Wacker-Schule Donaueschingen. Und sie brachte die Idee zu dem Inklusionsprojekt mit allen Donaueschinger Schulen in die Runde. „Donau inklusiv“ war geboren.

Das erste Ergebnis des Inklusionsprojektes war jetzt im Juli zu sehen: die bejubelte Premiere des Musicals „Das Lied vom Glücklichsein“ in den Donauhallen in Donaueschingen begeisterte über 1.500 Zuschauern. Doch damit noch nicht genug: Im November beginnt Lang bereits das nächste Projekt, diesmal wieder mit der „Musch’t Du Habba“-Band der Lebenshilfe Dillingen: „Das Inklusionsprojekt wird weit über die Grenzen Donaueschingens hinaus strahlen“, ist Lang überzeugt. Und sicher auch mal wieder bis nach Landsberg.

sug

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