Rosen für die Meister im Festsaal – Landsberger Sommermusiken feierten großen Erfolg

Das mittlere Wochenende im heiteren Monat Juli gehört in der Lechstadt der Kammermusik. Zur liebenswerten Tradition geworden, fanden am Freitag, Samstag und Sonntag im Historischen Rathaussaal, im Stadttheater und in der Berufsschule die 11. Landsberger Sommermusiken statt. Karten sind, fast ist es überflüssig zu erwähnen, kaum zu bekommen, die sechs Vorstellungen, inklusive Kinderkonzert mit Ballett, allesamt ausverkauft. Dieses kleine, feine Festival, initiiert von der Familie Hartmann, deren Mitglied Christoph, als Oboist bei den Berliner Philharmonikern tätig ist, hat, das muss immer wieder hervorgehoben werden, Weltklasseniveau.

Die Auftaktveranstaltung am Freitag im vollbesetzten Rathaussaal und das Kinderkonzert am Samstag Nachmittag offenbarten einen ganz entscheidenden Zug von Musik: Das Vermögen, die Aufmerksamkeit des Zuhörers vollständig zu absorbieren, auch wenn die Welt zugrunde ginge. Kaum hatten Julia Becker (an ihrer Stradivari), Günther Forstmaier (Klarinette) und Hansjacob Staemmler (Klavier) die herrlich bunten „Kontraste“ von Bela Bartok, diese phantastischen Tänze, eine Mischung aus Hirtenmusik, klassischer Kammermusik und moderner Zwölftonmusik, unter riesigem Beifall vorgetragen, da verdunkelte sich viel zu frühzeitig für die Jahreszeit der Abendhimmel. Ganz auf blau-schwarzem Hintergrund sah man Clemens Weigel (Violoncello), Christoph von der Nahmer (Violine) sowie Martin von der Nahmer (Viola) die ungewöhnliche Sostenuto-Einleitung der Streicher des aufregenden Klavierquartetts in Es-Dur, opus 47, von Robert Schumann im Jahre 1842 komponiert, in merkwürdiger Ruhe anklingen lassen, da schien die Welt unterzugehen, nichts mehr zu existie- ren als dieser Saal, die Streicher und das Klavier, deren Klang ihn erfüllte. Gewaltig prasselte der Regen an die Fenster, von Ferne war dumpfer Donner zu hören, Blitze zuckten, heftiger Wind drückte an das historische Gebäude. Doch nichts konnte die Zuhörer aus dem Banne der Musik befreien, nichts und niemand. Schließlich kehrte, nach der Pause, wieder Ruhe ein. Die Natur beruhigte sich. War besänftigt. Der Regen ließ nach. Im zweiten Teil kam ein hübsches Septett nach Carl Maria von Webers Klaviersonate in e-moll, Nr. 4 opus 70, zur Aufführung. Der kluge und empfindsame seit langem für die Sommermusiken tätige Arrangeur Wolfgang Renz, hatte dieses romantische Stück für Oboe (Christoph Hartmann), zwei Violinen (Julia Becker und Kumiko Yamauchi), Viola (Martin von der Nahmer), Cello (Clemens Weigel) und Kontrabass (Ulrich Wolff) eingerichtet. Auch hier wieder überwältigender Beifall und Bravorufe und – eine anrührende Geste, von Kindern überreichte Rosen für die Künstler. Am Samstag waren schließlich die Kleinen das wichtigste Publikum. Im Stadttheater hörten sie die Geschichte vom Stier Ferdinand, der lieber den Duft der Blumen einsog als wütender Stier Held der Stierkampfarena zu sein. Schau-spieler Hans-Jürgen Schatz las mit bewundernswerter Einfühlsamkeit diese Geschichte, untermalt durch die Violine Christoph von der Nahmers. Als zweites Werk dieses Nachmittagskonzerts für Kinder dann das Ballett „Paddingtons Bärs erstes Konzert“ von Herbert Chappell. Für das Ensemble der Landsberger Sommermusiken reizend arrangiert von Wolfgang Renz und von den Eleven und Elevinnen der Ballettschule Beatrix Klein ganz ausgezeichnet und fantasiereich kostümiert in den einzelnen Episoden getanzt. Den Abschluss bildete das Konzert am Sonntag Abend in der Berufsschule mit Werken des bei den Sommermusiken schon bekannten Heinrich von Herzogenberg, dessen Klaviertrio statt des Stückes von Brahms aufgeführt wurde, das Oktett von Paul Juon in B-Dur, opus 27 und das Nonett, opus 38 von Louise Farrenc. Unter überwältigendem Beifall, stehenden Ovationen und Bravorufen gingen die 11. Landsberger Sommermusiken zu Ende.

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