Rost und weicher Beton

Riesenaufregung an der Grundschule in der Ka­tharinenvorstadt. Bei Um­bau­­maß­nahmen sind dem Leiter des Hochbaureferates, Peter Huber, am Dienstag vergangener Woche Rostflecken an der Decke des Kellers ins Auge gestochen. Mehr noch: An besagten Stellen entpuppte sich die Betonschicht als vom Schwitzwasser förmlich auf­ge­­weicht. Da hieß es schnell handeln: Die Stadt ließ das komplette Untergeschoss unverzüglich sperren, rief einen Statiker herbei. Tags darauf stand fest, dass, so OB Ingo Lehmann (SPD), „zu keiner Zeit Einsturzgefahr bestand und besteht.“

Gegenüber der Presse räumt das Stadtoberhaupt ein, unmittelbar nach Bekanntwerden des Sachverhaltes schon „sehr be­un­ruhigt“ gewesen zu sein. Sogar eine Schließung der Schule sei zu diesem Zeitpunkt noch im Raum gestanden. Schnell handeln und dabei „weder aufbauschen noch runterspielen“ war das Gebot der Stunde. Erste Untersuchungen der Kellerdecke ergaben, dass beim Bau des Gebäudes in den 30er Jahren die Min­dest­über­deckung an den Problemstellen nicht mal annä­hernd eingehalten worden war und die Raumfeuchte bis zur Armierung vordringen konnte. Absolut in Ordnung Bereits am Mittwochmorgen war Prof. Dr. Heiner Hartmann von der Stuttgarter Hochschule für Technik vor Ort. Den renommierten Statiker hatte die Stadt schon für die Sicherung der Eissporthalle zu Rate gezogen. Für die Katharinenschule insgesamt gab Hartmann noch am Mittwoch Entwarnung. Die Geschossdecken – sie sind anders kon­struiert als die des Kellers – seien aus statischer Sicht absolut in Ordnung, der Schulbetrieb könne demnach wie gewohnt weiterlaufen. Das Untergeschoss bleibt gesperrt. Als „reine Vorsichtsmaßnahme“ ließ Huber Metallstützen einziehen. Im Moment wird die Statik nicht nur für den Keller, sondern fürs gesamte Haus rechnerisch überprüft. Huber sprach in diesem Zusammenhang von einer „fast übertriebe­nen Vorsichtsmaßnahme“. Vermutlich werden sich die Fach­leute danach für eine statische Sanierung des Schulkellers entscheiden. Das dürfte etwa sieben bis acht Wochen dauern. Bis dahin müssen die 24 Buben und Mädchen des AKE-Schulkindergartens in die Grund­schu­len am Spitalplatz und in der Platanenstraße ausweichen.

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