Den Roten Teufeln das Fürchten gelehrt

Der Trainerwechsel scheint dem EVL 2000 gut getan zu haben. Im zweiten Heimspiel unter der Regie von Marian Hurtig gab es am Sonntag bereits den zweiten Sieg. Nach einem schier aussichtslosen Rückstand drehte sein Team gegen Bad Nauheim das Spiel und gewann mit 6:3. Am Freitag gab es beim Ligafavoriten Herne dagegen nichts zu holen. Eine Grippewelle hatte die halbe Mannschaft flach gelegt. Prominente Namen wie Sebastian Wolsch, Markus Rohde oder Veli-Antti Leinonen fuhren erst gar nicht mit zum Auswärtsspiel nach Gelsenkirchen. Dementsprechend wenig zu bestellen hatten die nur 14 Feldspieler aus Landsberg. Schon nach dem ersten Abschnitt lag die Mannschaft durch Tore von Paul Flache (2./15.) und Tom Fiedler (18.) im Rückstand.

Gelegentlich gelangen zwar Spielzüge in Richtung Herner Tor, Marc Dillmann war aber zunächst nicht zu bezwingen. Stattdessen legten die Hausherren im zweiten Drittel nach. Mika Puhakka (28.) und Shawn McNeil (30.) stellten auf 5:0 – Fiedler machte 16 Sekunden nach der zweiten Pause das halbe Dutzend voll. „Ich hab den Jungs in der Kabine gesagt, jetzt holen wir uns Selbstvertrauen für das Heimspiel gegen Nauheim.“ Zumindest nach dem Gegentor fanden des Trainers Worte im Schlussabschnitt Ge­hör. Erst besorgte Michal Kapicka nach einem schönen Pass von Neuzugang Igor Bacek das 6:1 (42.), Markus Vaitl schaffte in der 45. Minute sogar noch das zweite Landsberger Tor. Für den 7:2-Endstand sorgte Christopher Schadewaldt zwei Minuten vor Schluss. Schnelles Gegentor Sollte dennoch etwas Selbstvertrauen vom Freitag übrig geblieben sein, dann war es gegen die Roten Teufel aus Bad Nauheim ganz schnell wieder weg. Nach einem Traumpass von André Mangold und einem katastrophalen Wechselfehler war Lanny Gare schon nach 65 Sekunden alleine durch und besorgte mit einem trockenen Schuss das 0:1. Landsberg fing sich recht schnell und hatte in der Folgezeit etliche gute Möglichkeiten. Zweimal Alexander Thiel und Martin Hoffmann scheiterten allerdings am Nauheimer Keeper Boris Ackers – Daniel Nörenberg etwa vertändelte leichtfertig (11.) – Markus Vaitl traf völlig freistehend den linken Pfosten (12.). Alexander Thiel jubelte zwei Minuten später bereits, als er aus spitzem Winkel abzog, doch die Scheibe blieb auf der Linie liegen. Nach 31 Sekunden im zweiten Drittel war die Leidenszeit der Landsberger Fans beendet. Thorsten Rau legte einen feinen Diagonalpass auf Markus Vaitl. Der ließ erst Goalie Ackers aussteigen und machte dann per Rückhand den Ausgleich. Neuheim reagierte prompt und schaffte mit einem mustergültigen Konter die erneute Füh­rung. Nach einem Querpass hatte Matthias Baldys keine Mühe zum 1:2 (23.). Danach riss der Faden beim EVL. Vom erfrischenden Offensivspiel war nichts mehr zu sehen, in der Defensive taten sich immer wieder Lücken auf – in der 31. Minute, als die Landsberger die Scheibe nicht wegbrachten. Eric Haiduk fiel sie vor die Füße und der Nauheimer Stürmer hatte keine Probleme das 1:3 zu machen. Ausgerechnet ein Pfostenknaller von Michal Kapicka (34.) war der Startschuss für einen doch noch fulminanten Landsberger Eishockeyabend. Schon wenig später durfte Alexander Thiel endgültig jubeln, als er einen Fehlpass der Gäste aufnahm und den Puck zum 2:3 in den rechten Winkel schlenzte (36.). In doppelter Unterzahl Im letzten Abschnitt überschlugen sich die Ereignisse. Erst musste Nauheims Alexander Baum nach einem Foul an Thorsten Rau vom Eis, anschließend wanderte auch noch Patrick Gogulla in die Kühlbox. Sebastian Wolsch nutzte die Gelegenheit, zog von der blauen Linie ab und sorgte für den viel umjubelten Ausgleich (45.). Als dann Andreas Schmelcher nach einem Check in die Kabine wanderte und auch Michal Kapicka sich ein Foul leistete, schien sich das Blatt wieder zu wenden. Aber der EVL kämpfte ver­- bissen um jeden Zentimeter Eis und ging in doppelter Unterzahl sogar in Führung. Wiederum Sebastian Wolsch schnappte sich an der eigenen blauen Linie den Puck, ließ sich nicht bremsen und versenkte das Spielgerät zum 4:3 (52.). Die Hessen waren völlig konsterniert und mussten mit ansehen, wie Thorsten Rau in der 53. Minute nach einer Traum­kom­bi­nation nur noch einschieben brauchte. Der Sieg war für den EVL in trockenen Tüchern. Dominik Nörenberg setzte am Ende noch einen drauf, drosch die Scheibe von der eigenen blauen Linie ins leere Tor der Roten Teufel zum 6:3-Endstand. Anschluss halten „Es war eine richtig Energie­leistung von uns“, freute sich nach dem Abpfiff EVL-Oldie Thorsten Rau. Nun richtet sich der Blick der Landsberger nach oben, die natürlich den Sprung ins Tabellenmittelfeld schaffen wollen. Nötig sind dafür zwei Siege am Wochenende in Klostersee und am Sonntag zuhause gegen Deggendorf (18 Uhr).

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